6B_435/2010: Raufhandel (amtl. Publ.)

Im Urteil 6B_435/2010 vom 16. Dezem­ber 2010 (zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­hen) konkretisiert das Bun­des­gericht seine Recht­sprechung zum Straftatbe­stand des Raufhan­dels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB. Danach wird ein Stre­it zwis­chen zwei Per­so­n­en zum Raufhan­del, wenn ein Drit­ter tätlich ein­greift. Diese Prax­is präzisiert das Bun­des­gericht im Hin­blick auf den objek­tiv­en Tatbe­stand wie fol­gt: 4.3.1 […] dass … weit­er­lesen

1C_420/2010: Wohnsitz im Sinne des OHG (amtl. Publ.)

In dem zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 1C_420/2010 vom 25. Jan­u­ar 2011 beschäftigt sich das Bun­des­gericht mit dem Begriff des Wohn­sitzes im Zusam­men­hang mit opfer­hil­fer­echtlichen Entschädi­­gungs- und Genug­tu­ungsansprüchen. Es hält fest, dass der Wohn­sitzbe­griff des OHG grund­sät­zlich an jenen des Zivil­rechts anzulehnen sei, sich also nach den Art. 23–26 ZGB richte (E. 3.6).Die Eltern und … weit­er­lesen

5A_645/2010: Legitimation zur Vormundschaftsbeschwerde (amtl. Publ.)

In dem zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil 5A_645/2010 vom 27. Dezem­ber 2010 äussert sich das Bun­des­gericht zur Legit­i­ma­tion von Drit­ten zur Vor­mund­schafts­beschw­erde nach Art. 420 Abs. 1 (i.V.m. 367 Abs. 3) ZGB: Grund­sät­zlich sind nur nah­este­hende Per­so­n­en beschw­erde­berechtigt, wenn sie sich auss­chliesslich auf die Wahrung von Inter­essen des Schutzbedürfti­gen berufen (E. 3.5). Das erforder­liche Nähev­er­hält­nis … weit­er­lesen

6B_490/2010: Anrechnung vorsorglicher jugendstrafrechtlichen Schutzmassnahme auf Freiheitsentzug (amtl. Publ.)

Mit dem zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil vom 11. Jan­u­ar 2011 (6B_490/2010) hat das Bun­des­gericht entsch­ieden, dass eine vor­sor­glich ange­ord­nete Schutz­mass­nahme nicht automa­tisch auf einen Frei­heit­sentzug anzurech­nen ist. Der jugendliche Täter war in ein­er geschlosse­nen Ein­rich­tung unterge­bracht wor­den (vgl. 15 Abs. 1 und 2 JStG). Die Vorin­stanz, das Oberg­ericht ZH, hat­te diese vor­sor­gliche Unter­bringung im … weit­er­lesen

1C_471/2010: kein Anspruch auf Bekanntgabe der von Richtern in einem Fall investierte Zeit (amtl. Publ.)

Das BGer stellt fest, dass das Zürcherische Gesetz über die Infor­ma­tion und den Daten­schutz (IDG) keinen Anspruch auf die Infor­ma­tion ver­mit­telt, wie viele Taggelder drei Han­del­srichter in einem bes­timmten Ver­fahren erhal­ten haben. Die Beschw­erde­führerin war am han­dels­gerichtlichen Ver­fahren als Partei beteiligt. Die Ver­wal­tungskom­mis­sion des OGer ZH hat­te das Auskun­fts­ge­such abgewiesen. Der Bekan­nt­gabe ste­he sowohl das pri­vate Inter­esse der betrof­fe­nen … weit­er­lesen

4A_459/2010: Unterliegen zu einem erheblichen Teil (OR 271a I e 1): Bestand des Mietverhältnis gewichtiger als Modalitäten (amtl. Publ.)

Nach OR 271a I e Ziff. 1 kann die Kündi­gung des Ver­mi­eters ange­focht­en wer­den, falls sie “vor Ablauf von drei Jahren nach Abschluss eines mit dem Mietver­hält­nis zusam­men­hän­gen­den Schlich­­tungs- oder Gerichtsver­fahrens [aus­ge­sprochen wird], in dem der Ver­mi­eter […] zu einem erhe­blichen Teil unter­legen ist”. Im vor­liegen­den Fall hat­te die Vorin­stanz angenom­men, der Ver­mi­eter sei (im … weit­er­lesen

4A_194/2010: Medienfreiheit umfasst Zugang zu Strafanstalten; Ausdehnung der Informationsfreiheit (amtl. Publ.)

Das BGer hält fest, dass einem Jour­nal­is­ten der Zugang zur Strafanstalt Pöschwies zu einem Inter­view mit einem Häftling nicht ver­weigert wer­den durfte (vgl. dazu .fel in der NZZ). Diese Recherchetätigkeit fällt in den Schutzbere­ich der Medi­en­frei­heit; eine Ein­schränkung set­zt u.a. eine entsprechende geset­zliche Grund­lage voraus. Das BGer weist die Sache deshalb an die Vorin­stanz, das … weit­er­lesen

4A_249/2010: Beginn der Verjährungsfrist vertraglicher Schadenersatzansprüche (amtl. Publ.)

Das BGer bestätigt seine Recht­sprechung, wonach der Lauf der Ver­jährungs­frist für Schaden­er­satzansprüche aus ver­tragswidriger Kör­per­ver­let­zung (OR 127) mit dem pflichtwidri­gen Ver­hal­ten begin­nt, und nicht erst mit dem Ein­tritt des Schadens: “Durch das Abstellen auf den Zeit­punkt der Pflichtver­let­zung als Beginn der Ver­jährung wer­den ein­er­seits Wer­tungs­diskrepanzen zum ausserver­traglichen Haftpflichtrecht ver­mieden. Ander­er­seits erweist sich der ver­tragliche Schaden­er­satzanspruch … weit­er­lesen

Justizblog zum neuen IDG: Vorwurf der Geheimjustiz

Dominique Strebel, Redak­teur der Zeitschrift “Beobachter” kom­men­tiert in einem aktuellen Beitrag auf seinem “Jus­tizblog” die Prax­is der Ober­staat­san­waltschaft Zürich bei der Anwen­dung des neuen kan­tonalen Geset­zes über die Infor­ma­tion und den Daten­schutz (IDG). Strebel kri­tisiert ins­beson­dere, dass Gesuch­stellern, die eine Ein­sicht­nahme in Straf­be­fehle beantra­gen, Kosten aufer­legt wer­den kön­nen, wenn das Gesuch ein­gere­icht wird, nach­dem der … weit­er­lesen

4A_385/2010: Sterne für Hotelklassifikation unmittelbarer Qualitätshinweis; Freihaltebedürfnis bei Garantiemarke (amtl. Publ.)

Marke SHV Der Schweiz­er Hote­li­er-Vere­in (SHV) ver­wen­det seit 1979 Sterne für die Klas­si­fizierung ihm angeschlossen­er Hotels und seit 2004 auch für Nicht­mit­glieder (kostenpflichtig). Dafür wer­den Garantiemarken (MSchG 21) nach dem abge­bilde­ten Muster ver­wen­det (Abb.). Gas­tro­Su­isse führte mit dem SHV seit 2003 Gespräche über eine Klas­si­fizierung der ca. 60 % der nicht klas­si­fizierten Betriebe, aber erfol­g­los.  … weit­er­lesen