4A_128/2012: “VOGUE”: berühmte Marke; Schutz ausserhalb der beanspruchten Produkte; unlautere Rufausbeutung

Die schweiz­erische Wort­marke “VOGUE” und ähn­liche Marken u.a. in Klasse 16 (u.a. Druck­ereierzeug­nisse) gehören der US-amerikanis­chen Advance Mag­a­zine Pub­lish­ers Inc. Diese klagte gegen den Inhab­er der schweiz­erischen Wort­marke “Vogue My Style” in den Klassen 3 und 14 (Waschmit­tel etc.; Schmuck etc.) auf Löschung. Das BGer bestätigt zunächst, dass die Marke “VOGUE” berühmt iSv MSchG 15 ist. … weit­er­lesen

8C_417/2011: psychische Beschwerden: nichtige fristlose Entlassung aus dem öff. Dienst; fehlende Weiterbeschäftigungsmöglichkeit

Das BVGer hat­te die frist­lose Ent­las­sung aus dem öffentlichen Dienst als nichtig erachtet.  Das BGer schützt dieses Urteil. Nach BPG 12 VII ist die frist­lose Kündi­gung nur gerecht­fer­tigt, wenn der kündi­gen­den Partei nach Treu und Glauben die Fort­set­zung des Arbeitsver­hält­niss­es nicht mehr zuge­mutet wer­den darf. Dabei darf die zu OR 337 I und II entwick­elte Prax­is berück­sichtigt … weit­er­lesen

5A_217/2012: Umstände, wann ein Urteil über ausstehende Unterhaltsleistungen ein definitiver Rechtsöffnungstitel ist (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Ver­fahren zu entschei­den, unter welchen Umstän­den ein im Eheschutzver­fahren ergan­gener Entscheid über Unter­halts­beiträge einen defin­i­tiv­en Recht­söff­nungsti­tel darstellt. Dabei erin­nert das BGer zunächst daran, dass ein Entscheid — namentlich ein im Eheschutzver­fahren ergan­gener Entscheid über Unter­halt­sleis­tun­gen — res­o­lu­tiv bed­ingt voll­streck­bar sein kann (vgl. 5P.82/2002 und ATF 137 III 614). Im vor­liegen­den Fall stellte sich vor allem … weit­er­lesen

5A_82/2012: Persönlichkeitsverletzung durch Rassismusvorwurf (amtl. Publ.)

Der Text der Medi­en­mit­teilung des Bun­des­gerichts zu diesem Urteil: Per­sön­lichkeitsver­let­zung durch Ras­sis­musvor­wurf Wer sich ohne weit­ere Wer­tung gegen die Ver­bre­itung des Islam in der Schweiz äussert, ist kein Ras­sist. Das Bun­des­gericht urteilt daher, dass ein Poli­tik­er, der wegen ein­er Äusserung dieses Inhalts des “ver­balen Ras­sis­mus” bezichtigt wurde, in sein­er zivil­rechtlich geschützten Per­sön­lichkeit wider­rechtlich ver­let­zt wor­den ist. An … weit­er­lesen

WEKO büsst Altimum SA wegen Preisbindungen zweiter Hand

Die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion (WEKO) hat gegen Alti­mum SA (die ehe­ma­lige Roger Gue­nat SA) wegen Preis­bindun­gen zweit­er Hand im Bere­ich von Bergsport­pro­duk­ten eine Busse in der Höhe von CHF 470’000.- ver­hängt. Auf­grund ein­er Anzeige hat­te die WEKO im Mai 2010 gegen Alti­mum SA, eine Gen­er­alimpor­teurin von Bergsport­pro­duk­ten, wegen des Ver­dachts auf Preis­bindun­gen zweit­er Hand und der möglichen … weit­er­lesen

OGer ZH (LC120025): Kollegenkopie verletzt mind. bei gesetzlichen Fristen das Klienteninteresse

Das Zürcher Oberg­ericht hat in einem Urteil vom 27. August 2012 (pdf) fest­ge­hal­ten, dass die Zustel­lung von Rechtss­chriften an die Gegen­seite (Kol­le­genkopie) jeden­falls dann die Inter­essen der eige­nen Klientschaft ver­let­zt, wenn für die Reak­tion der Gegen­seite auf die Rechtss­chrift geset­zliche Fris­ten gel­ten, wie es auf das Rechtsmit­telver­fahren zutrifft: Frau Recht­san­wältin Dr. C. hat offen­bar ihre … weit­er­lesen

4A_197/2012: allgemeiner Bestreitungsvermerk in Rechtsschriften ungenügend

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Entscheid eher en pas­sant zum all­ge­meinen Bestre­itungsver­merk in Rechtss­chriften. Der Ver­merk hat­te im vor­liegen­den Fall etwa den Wort­laut “Die Sachver­halts­darstel­lun­gen der Gegen­seite wer­den als Ganzes und in allen Einzelpunk­ten bestrit­ten”): Ent­ge­gen der Mei­n­ung der Beschw­erde­führerin ver­mag dieser all­ge­meine Bestre­itungsver­merk indessen nicht zu genü­gen. Bei detail­liert vor­ge­tra­ge­nen Behaup­tun­gen ist der … weit­er­lesen

4A_249/2012: Sistierung im Schlichtungsverfahren: zulässig, aber nur mit Zurückhaltung; Jahresfrist von ZPO 203 IV gilt weiter (amtl. Publ.)

Das BGer hält fest, dass auch ein Schlich­tungsver­fahren nach ZPO 126 sistiert wer­den kann: Nach Art. 126 Abs. 1 ZPO kann das Gericht das Ver­fahren sistieren, wenn die Zweck­mäs­sigkeit dies ver­langt, namentlich wenn der Entscheid vom Aus­gang eines anderen Ver­fahrens abhängig ist. Auch im Schlich­tungsver­fahren muss eine Sistierung zuläs­sig sein, wenn die sofor­tige Durch­führung der Ver­hand­lung … weit­er­lesen

5A_365/2012: im Arrestverfahren zugelassene Beweismittel (amtl. Publ.)

Ein Arrestver­fahren hat­te zu Arrest­be­fehlen für eine durch einen Eigen­wech­sel (“bil­let à ordre”) aus­gewiesene Forderung geführt. Im Ver­fahren hat­te die Schuld­ner­in die Echtheit des Wech­sels bestrit­ten und ver­langt, ihr sei die Möglichkeit zu geben, ein (Partei-)Gutachten beizubrin­gen. Der zuständi­ge Richter in Sion hat­te abgelehnt. Zwar hätte dies das Ver­fahren nicht verzögert, aber ein Parteigutacht­en hätte … weit­er­lesen

9C_2/2012: BVG 53b (Teilliquidation) auf patronale Wohlfahrtsfonds analog anwendbar (amtl. Publ.)

Das BGer entschei­det im vor­liegen­den Fall die umstrit­tene Frage, ob nur noch Per­son­alfür­sorges­tiftun­gen, die auf dem Gebi­et der Alters‑, Hin­ter­lasse­­nen- und Invali­den­vor­sorge tätig sind, in den Anwen­dungs­bere­ich von ZGB 89bis VI fall­en, so dass auch BVG 53b (Teilliq­ui­da­tion) nur auf solche Stiftun­gen anwend­bar wäre, oder ob auch patronale Wohlfahrts­fonds von der Ver­weisung von ZGB 89bis … weit­er­lesen