5A_84/2012: verbindliche Schätzung der Konkursdividende durch Konkursamt; symbolischer Streitwert (amtl. Publ.)

Das OGer ZH hat­te in den Stre­itwert in ein­er Kol­loka­tion­sklage gegen einen Mit­gläu­biger auf Reduk­tion dessen Forderung auf den­jeni­gen Betrag fest­ge­set­zt, der unter Ein­rech­nung der Konkurs­div­i­dende  auf die Reduk­tion ent­fiel, und einen entsprechen­den Kosten­vorschuss ver­langt. Dabei hat­te es fest­ge­hal­ten, dass die von der Konkursver­wal­tung geschätzte Konkurs­div­i­dende von 0% für den Kol­loka­tion­srichter nicht verbindlich sei, und die … weit­er­lesen

4A_189/2012: (hier) keine Rückwirkung von ZGB 216a auf ein altrechtliches unbefristetes Kaufrecht; bedingte Kaufrechte (amtl. Publ.)

Nach OR 216a dür­fen Vorkaufs- und Rück­kauf­s­rechte für höch­stens 25 Jahre, Kauf­s­rechte für höch­stens zehn Jahre vere­in­bart und im Grund­buch vorge­merkt wer­den. Diese Bes­tim­mung ist 1994 in Kraft getreten; zuvor kon­nten Kaufrechte unter Vor­be­halt von ZGB 27 unbe­fris­tet vere­in­bart wer­den. Das BGer hat­te im vor­liegen­den Fall zu entschei­den, ob die Ein­führung der höch­sten Befris­tung auch … weit­er­lesen

8C_844/2011: Unispital Zürich: unzulässige Pauschalentschädigung für Überzeit (amtl. Publ.)

Das Uni­ver­sitätsspi­tal Zürich hat das Arbeits­ge­setz ver­let­zt, wie das BGer kür­zlich fest­gestellt hat. Aus der Medi­en­mit­teilung des BGer: Das Bun­des­gericht beurteilt die Regelung des Kan­tons Zürich über die Vergü­tung der Überzeit für Oberärzte des Uni­ver­sitätsspi­tals Zürich als bun­desrechtswidrig. Diese sieht vor, dass sich die Oberärzte Leis­tung­sprämien, die sie aus soge­nan­nten “Hon­o­rar­pools” beziehen, bzw. Vergü­tun­gen für … weit­er­lesen

4A_753/2011: Teilwandelung im CISG; Beweislast für Unvollständigkeit einer Lieferung nach Annahme (amtl. Publ.)

In ein­er inter­na­tionalen Kaufrechtsstre­it­igkeit hält das BGer zunächst fest, dass die Ver­let­zung aus­ländis­chen zwin­gen­den Rechts bei Anwend­barkeit schweiz­erischen Rechts nur dann zur Sit­ten­widrigkeit eines Rechts­geschäfts nach OR 20 I führt, wenn das Geschäft deshalb auch nach schweiz­erisch­er Auf­fas­sung als sit­ten­widrig emp­fun­den wird. Dies set­zt voraus, dass die ver­let­zte aus­ländis­che Vorschrift Inter­essen des Indi­vidu­ums und der men­schlichen Gemein­schaft … weit­er­lesen

4A_228/2012: keine Berücksichtigung neuer Tatsachen und Beweismittel im Rechtsmittelverfahren trotz Offizialmaxime (amtl. Publ.)

ZPO 229 III  (Berück­sich­ti­gung neuer Tat­sachen und Beweis­mit­tel im Gel­tungs­bere­ich der Unter­suchungs­maxime bis zur Urteils­ber­atung) ist bei Ver­fahren mit Unter­suchungs­maxime im Rechtsmit­telver­fahren ent­ge­gen der herrschen­den Ansicht nicht ana­log anwend­bar. Dies hat das BGer in einem Stre­it betr. Zusatzver­sicherun­gen entsch­ieden: Si on lit l’art. 317 al. 1 CPC, on com­prend qu’il régit de manière com­plète et autonome la pos­si­bil­ité … weit­er­lesen

2C_100/2012: Beschwerdelegitimation des Kantons bei finanzieller Betroffenheit; Präzisierung der Rechtsprechung (amtl. Publ.)

Das BGer hat entsch­ieden, dass ein Kan­ton, der erfol­g­los über­nommene Prozesskosten zurück­ver­langt hat, vor BGer nach BGG 89 I im Ver­fahren der Beschw­erde in öffentlich-rechtlichen Angele­gen­heit­en beschw­erdele­git­imiert ist. Konkret hat­te der Kan­ton GR im Jahr 2011 im Jahr 1998 über­nommene Ver­­fahrens- und Anwalt­skosten zurück­ge­fordert, doch hat­te das VGer GR den Anspruch als nach ZPO 123 IIweit­er­lesen

4A_144/2012: zur Rechenschaftspflicht des Beauftragten

Das BGer äussert sich anlässlich ein­er Stre­it­igkeit zwis­chen ein­er Man­dan­tin und ihrem Anwalt zur Rechen­schaft­spflicht des Beauf­tragten: 3.2.2 Nach Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauf­tragte schuldig, auf Ver­lan­gen jed­erzeit über seine Geschäfts­führung Rechen­schaft abzule­gen. Aus dieser Bes­tim­mung ergibt sich die Pflicht des Anwaltes, auf Ver­lan­gen detail­liert Rech­nung zu stellen, wobei die einzel­nen Bemühun­gen … weit­er­lesen

4A_172/2012: Rechtsmissbräuchlichkeit der Berufung auf die Formnichtigkeit eines Überstundenlohnverzichts; Freiwilligkeitsvorbehalt bei Gratifikation

Nach OR 321c III hat der Arbeit­ge­ber Über­stun­den mit einem Lohnzuschlag von 25% zu entschädi­gen, wenn sie nicht durch Freizeit aus­geglichen und wenn nichts anderes schriftlich verabre­det oder durch einen NAV/GAV bes­timmt wird. Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil zum For­mer­forder­nis  fest, dass das For­mer­forder­nis zwin­gend ist, dass aber Leis­tun­gen, die der  Arbeit­ge­ber gestützt auf eine ungültige Vere­in­barung … weit­er­lesen

4A_702/2011: Notorietät der Kosten einfacher Gartengestaltung (Willkürprüfung); werkvertraglicher Nachbesserungsanspruch

Das BGer beurteilt es als nicht willkür­lich, wenn ein kan­tonales Gericht annimmt, es sei gericht­sno­torisch, dass für eine ein­fache Gestal­tung ein­er Garten­fläche ein Betrag von CHF 80 pro Quadrat­meter ver­an­schlagt wer­den müsse. Das OGer SO hat­te so die Kosten ein­er Ersatzvor­nahme berech­net. Mit Bezug auf den eben­falls umstrit­te­nen Nachbesserungsanspruch ruft das BGer fol­gende Grund­sätze in … weit­er­lesen

4A_184/2012: Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung: kein Schlichtungsverfahren erforderlich (amtl. Publ.)

Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass für Stre­it­igkeit­en aus Zusatzver­sicherun­gen zur sozialen Kranken­ver­sicherung, für welche die Kan­tone eine einzige kan­tonale Instanz nach ZPO 7 beze­ich­net haben, kein vorgängiges Schlich­tungsver­fahren durchzuführen ist. Die Klage kann direkt beim Gericht anhängig gemacht wer­den kann. Zwar hat der Geset­zge­ber in ZPO 198 f (Aus­nah­men vom Erforder­nis eines Schlich­tungsver­fahrens bei einziger kan­tonaler … weit­er­lesen