8C_310/2014: Unzulässige Substitution im Rahmen des Mandats zur unentgeltlichen Rechtsbeiständin (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führerin A. war als unent­geltliche Rechts­beiständin für einen Ver­sicherten nach UVG tätig. Sie machte im kan­tonalen Ver­fahren einen Rechtsvertre­tungsaufwand von CHF 5’081.25 gel­tend (inklu­sive Spe­sen und Mehrw­ert­s­teuer). Das kan­tonale Gericht kürzte die Forderung auf CHF 3’000. Gegen diese Kürzung wehrte sich die Beschw­erde­führerin erfol­g­los. Die Beschw­erde­führerin machte verge­blich gel­tend, es gehe nicht an, dass das kan­tonale Gericht den Aufwand…

4A_137/2013: Rechtsmittel gegen den Entscheid über ein Wiederherstellungsgesuch (amtl. Publ.)

X. stellte gegen ihren Unter­ver­mi­eter Z. ein Schlich­tungs­ge­such. Die Unter­mi­ete betraf ein Zim­mer in ein­er Woh­nung mit Gebrauch­srecht für die gemein­sam genutzte Küche und das Badez­im­mer. Der monatliche Miet­zins betrug CHF 600. X. beantragte die Aufhe­bung der von Z. aus­ge­sproch­enen Kündi­gung, even­tu­aliter eine Erstreck­ung des Mietver­hält­niss­es für vier Jahre (BGer. 4A_137/2013 vom 7. Novem­ber 2013). Die Schlich­tungs­be­hörde in Miet­sachen lud zur…

4A_249/2012: Sistierung im Schlichtungsverfahren: zulässig, aber nur mit Zurückhaltung; Jahresfrist von ZPO 203 IV gilt weiter (amtl. Publ.)

Das BGer hält fest, dass auch ein Schlich­tungsver­fahren nach ZPO 126 sistiert wer­den kann: Nach Art. 126 Abs. 1 ZPO kann das Gericht das Ver­fahren sistieren, wenn die Zweck­mäs­sigkeit dies ver­langt, namentlich wenn der Entscheid vom Aus­gang eines anderen Ver­fahrens abhängig ist. Auch im Schlich­tungsver­fahren muss eine Sistierung zuläs­sig sein, wenn die sofor­tige Durch­führung der Ver­hand­lung unzweck­mäs­sig erscheint. Die Botschaft erwähnt…

5A_662/2011: Eheschutz; ehelicher Unterhaltsanspruch bei neuer Partnerschaft (amtl. Publ.)

Die Frage, ob und wie sich das Zusam­men­leben der Berechtigten mit einem neuen Part­ner auf ihren Unter­halt­sanspruch im Rah­men gerichtlich­er Mass­nah­men zum Schutz der ehe­lichen Gemein­schaft auswirkt, war Gegen­stand des bun­des­gerichtlichen Urteils vom 18. Jan­u­ar 2012 (5A_662/2011; für die amtliche Samm­lung vorge­se­hen). Die rechtliche Aus­gangslage für gerichtliche Eheschutz­mass­nah­men stellt sich wie fol­gt dar:  2.1 Wo die Ehe­gat­ten sich einig sind, den…

4A_221/2007 und 4P.239/2006: Begründungsanforderungen an kennzeichenrechtliche Massnahmeentscheide (amtl. Publ.)

…zwis­chen der Marke BOTOINA und der Marke BOTOX eine Verbindung beste­he bzw. dass in den Pro­duk­ten der Marke BOTOINA der Wirk­stoff Botox enthal­ten sei. Das BGer kommt — nach einge­hen­den Aus­führun­gen zu anderen Ver­fahrens­fra­gen (Ein­treten) — zum Schluss, dass die Ver­fü­gung des Zivil­gerichts den Begrün­dungsan­forderun­gen (BV 29 II) nicht genügte, weil sie sich darauf beschränk­te, das Vor­liegen ein­er Ver­wech­slungs­ge­fahr zu bestätigen,…

5A_365/2012: im Arrestverfahren zugelassene Beweismittel (amtl. Publ.)

…des Wech­sels mit Sicher­heit zu erken­nen, da ein Parteigutacht­en nicht das­selbe Gewicht hat wie ein gerichtlich­es Gutacht­en. Ausser­dem befand sich in den Akten bere­its ein Pri­vatgutacht­en der Arrest­gläu­bigerin, das die Unter­schrift des Wech­sels als echt beurteilt hat­te. Vor BGer macht die Schuld­ner­in zunächst gel­tend, ihr Gehör­sanspruch sei ver­let­zt wor­den. Das BGer geht davon aus, dass der Beweis im Arrestver­fahren mit…

2C_961/2010: Darlehen zwischen Schwestergesellschaft i.c. keine geldwerte Leistung; Dreieckstheorie, Simulation; Beschwerdegutheissung (amtl. Publ.)

…die genan­nten Dar­lehen als simuliert und rech­neten sie in Anwen­dung der sog. Dreieck­s­the­o­rie vol­lum­fänglich, d.h. in der Höhe von CHF 560’000, als verdeck­te Gewin­nauss­chüt­tung zu den steuer­baren Einkün­ften der Betrof­fe­nen. Die Beschw­erde­führer anerken­nen die Aufrech­nung eines (dem hohen Risiko angemesse­nen) Zins­es von 6.75%, nicht jedoch die Aufrech­nung der gesamten Kred­it­be­träge. Das BGer erken­nt in seinem Entscheid auf Beschw­erdegutheis­sung. Aus den…

5A_324/2007: Ablehnung eines Richters (amtl. Publ.)

Das BGer hat entsch­ieden, dass ein Richter, der von ein­er Partei ange­grif­f­en wird, noch nicht als befan­gen erscheint; anders, wenn er darauf Strafantrag stellt. Ein Richter kann nicht schon deshalb abgelehnt wer­den, weil eine Partei ihre Feind­schaft gegenüber diesem Richter aus­ge­drückt hat: “Le fait qu’une par­tie s’en prenne vio­lem­ment à un juge trahit cer­taine­ment l’inimitié que celle-là nour­rit à l’endroit…

9C_166/2014: Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung während Eingliederungsmassnahme (amtl. Publ.)

A. bezog von der Aus­gle­ich­skasse des Kan­tons Neuen­burg Arbeit­slose­nentschädi­gung. Als sie keinen Taggel­danspruch mehr hat­te, wurde ihr als Eingliederungs­mass­nahme ein Beschäf­ti­gung­spro­gramm mit ein­er befris­teten Tem­porärstelle als Verkäuferin ange­boten. Während des Beschäf­ti­gung­spro­gramms gebar A. ein Kind, weshalb sie Mut­ter­schaft­sentschädi­gung beantragte. Das Bun­de­samt für Sozialver­sicherun­gen lehnte das Begehren ab, da A. zur Zeit der Niederkun­ft in keinem Arbeitsver­hält­nis ges­tanden sei. Aus dem…

4A_346/2013: Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit zwischen Handelsgericht und Mietgericht: Massgebend ist die Regelung der Verfahrensart (amtl. Publ.)

…zunächst fest, dass eine “geschäftliche Tätigkeit” der Parteien im Sinne von Art. 6 Abs. 2 ZPO betrof­fen war (BGer. 4A_346/2013 vom 22. Okto­ber 2013, E. 3.1). Es erwog, dass zwis­chen Grundgeschäften (z.B. Verkauf von selb­st fab­rizierten oder erwor­be­nen Gütern, Erbringung eigen­er Dien­stleis­tun­gen) und Hil­fs- oder Nebengeschäften zu unter­schei­den sei, die dazu bes­timmt sind, die Geschäft­stätigkeit zu fördern oder zu unterstützen.…