B‑420/2008: Verfügung der Weko iS Strassenbeläge Tessin bestätigt (Submissionskartell; KG 5 III a und c) (amtl Publ)

…der Kog­ni­tion­sausübung durch das BVer­wGer). In der Sache ging die Weko zu Recht vom Vor­liegen ein­er Hori­zon­al­abrede aus. Gegen­stand der Abrede war die Aufteilung der Aufträge durch ein Rota­tion­ssys­tem und die Fes­tle­gung der Preise (Sub­mis­sion­s­ab­sprache). Durch regelmäs­sige Sitzung­steil­nahme hat­ten die Parteien ihr Inter­esse gezeigt, an der Abrede im Sinne eines Gentleman’s Agree­ment teilzunehmen. Die Weko durfte daher die Ver­mu­tungs­ba­sis von…

4A_360/2021: Sachliche Zuständigkeit des Arbeitsgerichts; Vertragsqualifikation

…Zusam­me­nar­beitsvere­in­barung hät­ten die Parteien eine tem­poräre Zusam­me­nar­beit von rund zwei Monat­en vere­in­bart, während welch­er, so das Bun­des­gericht, die Beschw­erde­führerin als Kon­sulentin unter dem Label der Beschw­erdegeg­ner­in anwaltliche Dien­stleis­tun­gen zu erbrin­gen habe. Die Beschw­erdegeg­ner­in habe ihr dazu einen Arbeit­splatz, die Infra­struk­tur sowie ihre Akquise-Kanäle zur Ver­fü­gung gestellt und bei Bedarf beste­hende Man­date an die Beschw­erde­führerin über­tra­gen. Als Entschädi­gung sei vere­in­bart worden,…

B‑985/2009: “[konkreter Wissenschaftsbereich] ACCELERATOR” beschreibend für bestimmte Dienstleistungen

Das BVer­wGer entsch­ied, dass die Wort­marke “BIOSCIENCE ACCELERATOR”, hin­ter­legt für ver­schiedene Dien­stleis­tun­gen der Klassen 35, 36, 37 und 42, nicht schutzfähig ist. Ein Teil der Dien­stleis­tun­gen, näm­lich „ser­vices d’un incu­ba­teur d’affaires (…) sous forme de sou­tien aux sociétés en démar­rage (start-ups)(…)“ u.a., richtete sich an Start-ups und Jun­gun­ternehmen. Wie bere­its die Vorin­stanz ging das BVer­wGer davon aus, dass das Element…

B‑6313/2009: Kein Schutz für eine neue, aber nicht ausreichend ungewöhnliche Verpackungsform — “Wellenverpackung (3D)”

Das BVer­wGer hat die Ein­tra­gung ein­er drei­di­men­sion­alen Marke (genauer: For­m­marke) für eine wellen­för­mige Ver­pack­ung (vgl. unten­ste­hende Abb.) für u.a. Fis­che und Fer­tig­gerichte in Klasse 43 abgewiesen. Eine Waren- oder Ver­pack­ungs­form kann nach der Pan­ton-Prax­is nur einge­tra­gen wer­den, wenn sie sich “von sämtlichen im beansprucht­en Waren- oder Dien­stleis­tungsseg­ment im Zeit­punkt des Entschei­ds über die Ein­tra­gung im Marken­reg­is­ter üblichen For­men auf­fäl­lig unterscheid[t]. […]…

Kugelschreiber (3D) als Dienstleistungsmarke hier nicht unterscheidungskräftig bzw technisch bedingt

Das BVer­wGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass auch drei­di­men­sion­ale Dien­stleis­tungs­marken (und nicht nur For­m­marken) den Auss­chlussgrün­den von MSchG 2 b (u.a. tech­nis­che Notwendigkeit) unter­fall­en kön­nen, und schliesst den Marken­schutz für die abge­bildete Form für gewisse Dien­stleis­tun­gen auf­grund tech­nis­ch­er Bed­ingth­eit, für andere auf­grund man­gel­nder Unter­schei­dungskraft aus. Es äussert sich fern­er zum Ver­trauenss­chutz im Rah­men eines Marken­ver­fahrens. Das IGE hat­te der…

C‑6540/2007: “Erhebliche Verminderung der Belegschaft” und Restrukturierung iSv BVG 53b I bejaht aufgrund “rückblickender Gesamtbetrachtung”

Das BVer­wGer hat gestützt auf eine tele­ol­o­gis­che Ausle­gung der 1. BVG-Revi­sion die Anwen­dung des alten Rechts auf eine Teilliq­ui­da­tion ein­er Vor­sorges­tiftung, die vor Inkraft­treten der Revi­sion am 1. Jan­u­ar 2005 beschlossen und auf den 31. Dezem­ber 2004 geplant wor­den war, geschützt. In der Sache war u.a. strit­tig, wann der Tatbe­stand der Teilliq­ui­da­tion infolge erhe­blich­er Ver­min­derung der Belegschaft sowie Restruk­turierung der Stifter­fir­ma (aFZG 23 IV a…

B‑2419/2008: Markenschutz von “MADONNA” wäre sittenwidrig

Der marken­rechtliche Schutz des Aus­drucks “MADONNA” wäre sit­ten­widrig iSv MSchG 2, wie das BVer­wGer fest­stellte. Das Ein­tra­gungs­ge­such stammte nicht von der vom BVer­wGer als solchen beze­ich­neten “Pop-Ikone” Madon­na (ob der Aus­druck “Ikone” in diesem Zusam­men­hang als Anspielung ver­wen­det wurde, bleibt ungewiss), son­dern von einem Seifen- und Par­fümeriehersteller. Das IGE hat­te das Ein­tra­gungs­ge­such abgewiesen; würde man den Aus­druck “MADONNA” als Marke…

A‑932/2009: Sporttip Fussball Challenge 08: Verletzung des Trennungsgebots (RTVG 9 I) durch SF

Das Bun­desver­wal­tungs­gericht hat eine Ver­fü­gung des BAKOM gegen SF bestätigt. Für die EURO 2008 hat­te die SRG bzw. SF eine Lizenz für die Nutzung des Com­put­er­spiels “Sport­tip Fuss­ball Chal­lenge 08″ (“FC:08”) erhal­ten. Das Spiel war im Auf­trag der Haupt­spon­sorin Swiss­los entwick­elt wor­den; Swiss­los hat­te dafür einen Anteil der Wer­be­fläche im Spiel erhal­ten und kon­nte ihr Pro­dukt “Sport­tip” in den Titel…

WEKO zieht Urteil des BVerwGer iS Swisscom Mobile weiter

Wie die WEKO heute mit­teilt, gelangt sie gegen das Urteil des BVer­wGer ans BGer. Das BVer­wGer hat­te mit Urteil vom 24. Feb­ru­ar 2010 (pdf; ca. 1.2 MB) die Ver­fü­gung der WEKO vom 5. Feb­ru­ar 2007 i.S. Swiss­com Mobile (pdf; vgl. auch die dama­lige Medi­en­mit­teilung) im Wesentlichen geschützt, jedoch die Busse von CHF 333 Mio. aufge­hoben (vgl. die Stel­lung­nahme der WEKO

Staatshaftung wegen unterlassener Information über ein Auslieferungsbegehren

Das BVer­wGer entschei­det einen Par­al­lelfall zum Urteil 2A.212/2006 vom 9. Okto­ber 2006 eben­so wie dort das BGer. Ein türkisch­er Staat­sange­höriger war inter­na­tion­al zur Fah­n­dung aus­geschrieben. Er wurde darüber von den schweiz­erischen Behör­den nicht informiert, reiste nach Deutsch­land aus, wurde dort in Aus­liefer­ung­shaft geset­zt und später ent­lassen, doch ohne Entschädi­gung. Das BVer­wGer nahm an, der Beschw­erde­führer wäre nicht nach aus­gereist, wenn er…