5A_208/2012: diskriminierende Nichtzulassung zur Korporation Zug

Das BGer hat in BGE 132 I 68 in Sachen Mäch­ler c. Genos­same Lachen entsch­ieden, dass eine öffentlichrechtliche Kor­po­ra­tion, die nicht von Bun­desrechts wegen gezwun­gen ist, die Bes­tim­mungen des Namens- und Bürg­er­rechts anzuwen­den, immer­hin BV 8 ver­let­zt, wenn sie die Weit­er­gabe der Mit­glied­schaft durch ver­heiratete Kor­po­ra­tions­bürg­erin­nen und ledi­ge Kor­po­ra­tions­bürg­er auss­chliesst. Im vor­liegen­den Fall ging es nun um ein Gesuch um…

4A_240/2014: Rechtsmissbräuchlichkeit der Berufung auf einen Formmangel bei Mietkündigung, wenn die verletzte Form einen desinteressierten Dritten schützt (amtl. Publ.)

und sich für die Kündi­gung über­haupt nicht inter­essiert. Dieselbe Über­legung galt auch im vor­liegen­den Fall: Die vor­liegende Kon­stel­la­tion ist wer­tungsmäs­sig gle­ich zu beurteilen: Gemäss der für das Bun­des­gericht verbindlichen tat­säch­lichen Fest­stel­lung der Vorin­stanz hat die Ehe­frau des Beschw­erde­führers (und Tochter der Beschw­erdegeg­n­er) die Woh­nung bere­its vor der Mah­nung und der Kündi­gung defin­i­tiv ver­lassen und hat bzw. hat­te kein­er­lei Inter­esse an der…

5A_576/2009: (Keine) wichtigen Gründe für eine Namensänderung (amtl. Publ.)

…als “nicht nachvol­lziehbar” erachtet hat­te und den darin beschriebe­nen Zusam­men­hang zwis­chen psy­chis­chen Prob­le­men und Namen­sän­derung verneinte. Das OGer durfte deshalb und gestützt auf die Tat­sache, dass die Geschwis­ter der Beschw­erde­führerin ihren Namen nie geän­dert hat­ten und die Beschw­erde­führerin selb­st erst nach vie­len Jahren die Wieder­an­nahme ihres Geburt­sna­mens ver­langt hat­te, zum Schluss kom­men, dass wichtige Gründe iSv ZGB 30 I nicht vorlagen.…

4A_83/2018: “Pachmann Rechtsanwälte AG” und “Bachmann Rechtsanwälte AG” nicht verwechselbar

…den Unter­schied im Wor­tan­fang zwis­chen dem sel­te­nen Fam­i­liennamen “Pach­mann” und dem ver­bre­it­eten Namen “Bach­mann” erken­nt. In marken­rechtlich­er Hin­sicht kam das BGer sodann zum Ergeb­nis, zu beurteilen sei die Ähn­lichkeit des klägerischen Zeichen “Pach­mann” nicht mit dem Zeichen “Bach­mann”, son­dern der Kom­bi­na­tion aus dem Bildze­ichen “B” und dem Zusatz “Bach­mann” und “Recht­san­wälte AG”; und da hier das Bildze­ichen “B” prä­gend sei,…

Nationale Internetplattform zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

und kom­mu­nalen Mass­nah­men zur Vere­in­barkeit von Beruf und Fam­i­lie. Das Ange­bot wurde in Zusam­me­nar­beit zwis­chen dem Staatssekre­tari­at für Wirtschaft (SECO) und dem Bun­de­samt für Sozialver­sicherun­gen (BSV) geschaf­fen, um über die schweizweit beste­hen­den Möglichkeit­en der fam­i­lienergänzen­den Kinder­be­treu­ung und fam­i­lienfre­undlich­er Arbeits­be­din­gun­gen zu informieren. Auf der Plat­tform wer­den die rechtlichen Grund­la­gen, die einge­set­zten Instru­mente und die laufend­en Pro­jek­te der Kan­tone und Gemein­den vorgestellt.…

5A_762/2010: Wiederherstellung der elterlichen Obhut

…des Gesuchs ver­strichen sind, beste­ht nach Auf­fas­sung des Bun­des­gerichts trotz dieses Antrags „zweifel­sohne ein über­wiegen­des Inter­esse ihrer­seits am Fortbe­stand der beste­hen­den Ver­hält­nisse, das jenes der Mut­ter auf Rück­über­tra­gung der Obhut über­wiegt“: 2.2.2 […] Daran ver­mag nichts zu ändern, dass der Beschw­erde­führerin nicht vorge­wor­fen wer­den kann, sie habe sich nicht rechtzeit­ig um eine Rück­über­tra­gung der Obhut bemüht und trage keine Schuld…

4A_623/2018: Zustimmung zur Übertragung von Aktien und Eintragung im Aktienbuch (Business Judgment Rule, Durchgriff; amtl. Publ.)

Dem Urteil lag vere­in­facht fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die C. AG als Haup­tak­tionärin der A. AG (Beklagte und Beschw­erde­führerin in diesem Ver­fahren) verkaufte ihre Aktien, woraufhin B (Klägerin und Beschw­erdegeg­ner­in in diesem Ver­fahren) ein ihr zuste­hen­des Vorkauf­s­recht gel­tend machte. Das Bezirks­gericht Plessur verpflichtete die C. AG auf Klage von B hin, 963 einzeln beze­ich­nete Name­nak­tien blanko indossiert und Zug um Zug…

Botschaft zur punktuellen Revision der Zivilprozessordnung verabschiedet

und Recht­sklarheit im Pri­va­trecht verbessert und damit die Anwen­der­fre­undlichkeit der ZPO verbessert wer­den. Zu diesem Zweck soll das Fam­i­lienver­fahren­srecht neben den bere­its im Voren­twurf vorgeschla­ge­nen punk­tuellen Anpas­sun­gen in weit­eren Punk­ten verbessert wer­den. Weit­er sollen wichtige Erken­nt­nisse der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung kün­ftig geset­zlich ver­ankert wer­den. Neu soll sodann ein Mitwirkungsver­weigerungsrecht für Unternehmen­sjuristin­nen und ‑juris­ten geschaf­fen wer­den. Schliesslich sollen im Bun­desrecht die Grundlagen…

2C_484/2010: Strafcharakter von Art. 49a Abs. 1 KG; Vereinbarkeit des Schweizer Kartellverfahrens mit der EMRK (schriftliche Begründung des Urteils vom 29. Juni 2012 i.S. PubliGroupe)

…des Ver­fahrens­ge­gen­standes (ist pro­fes­sionelles Wis­sen bzw. Erfahrung notwendig), der Art und Weise, in welch­er der Ver­wal­tungsentscheid unter Berück­sich­ti­gung der vor Ver­wal­tungs­be­hör­den zuge­s­tande­nen Ver­fahrens­garantien zus­tande kam und des Stre­it­ge­gen­standes (gel­tend gemacht­en und tat­säch­lich geprüften Rügen) zu prüfen (Urteil des EGMR i.S. Sig­ma Radio Tele­vi­sion ltd. c. Zypern vom 21. Juli 2011, Nr. 32181/04 und 35122/05, Rz. 154; zu diesen Kri­te­rien Graben­warter, Ver­fahren­garantien, a.a.O.,…

2C_1054/2012: Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich (amtl. Publ.)

…vgl. FRITZ GYGI, Bun­desver­wal­tungsrecht­spflege, 2. Aufl., 1983, S. 152; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun­desver­wal­tungs­gericht, 2008, Rz. 2.70). Das Kartellge­setz als Ord­nung zur Gewährleis­tung eines wirk­samen Wet­tbe­werbs ver­set­zt die Konkur­renten in eine beson­dere, beacht­enswerte, nahe Beziehung zueinan­der. Sie sind von ein­er unzuläs­si­gen Wet­tbe­werb­s­beschränkung direkt und unmit­tel­bar betrof­fen und haben an deren Besei­t­i­gung ein prak­tis­ches und schutzwürdi­ges Inter­esse. Nicht zu beurteilen und deshalb offen gelassen hat das Bun­des­gericht, ob diese…