6B_417/2009: Anspruch auf unabhängigen Richter; Ausstand

…80 Ziff. 10 […] StPO/ZG […] in der seit 1. Jan­u­ar 2008 gel­tenden Fas­sung bere­its mit Eingabe vom 6. Juni 2008 Beschw­erde bei der Jus­tizkom­mis­sion des Oberg­erichts des Kan­tons Zug. Diese wies die Beschw­erde mit Entscheid vom 22. Sep­tem­ber 2008 ab. Dage­gen erhob der Beschw­erde­führer mit Eingabe vom 23. Okto­ber 2008 Beschw­erde in Straf­sachen an das Bun­des­gericht. Die Strafrechtliche Abteilung…

1B_301/2009: Teilnahme an Adressbuchschwindel durch Anwalt

…Abklärun­gen durch, ob ihre Verträge, welche vom Seco bean­standet wur­den, strafrechtlich anfecht­bar sind. […] In einem juris­tis­chen Bericht, welch­er bei ein­er Inkas­sofir­ma gefun­den wurde, gab der Anwalt Ratschläge zur Gestal­tung solch­er Inkassoverträge ab, emp­fahl ein strafrechtlich zuläs­siges Vorge­hen und regte an, nur sehr vor­sichtig oder gar nicht gegen sich beschw­erende Kun­den vorzuge­hen. Gemäss Vorin­stanz begrün­den rechts­ber­a­tende war­nende Hin­weise kein Indiz…

1C_224/2010, 1C_238/2010: Führerausweisentzug

…aus­ge­sprochen und erge­hen in unter­schiedlichen Ver­fahren mit je sep­a­rat­en Rechtsmit­telmöglichkeit­en. Ihre Funk­tio­nen sind nicht iden­tisch. Der Entzug des Führerausweis­es weist zwar strafrechtliche Züge auf, wird aber um der Verkehrssicher­heit willen ange­ord­net und ist eine von der Strafe unab­hängige Ver­wal­tungs­mass­nahme mit präven­tivem und erzieherischem Charak­ter (BGE 133 II 331 E. 4.2 S. 336). Von der strafrechtlichen Sank­tion kann deshalb nicht immer…

2C_834/2010: “unbescholtener Leumund” iSv RAG 4 I und RAV 4; vergangene zivilrechtliche Verfehlungen

…war der Entzug der per­sön­lichen Zulas­sung als Revi­sion­sex­perte unver­hält­nis­mäs­sig. Ein Entzug der Zulas­sung ist ulti­ma ratio. Bei der Beurteilung des Leu­munds kann das zeitliche Ele­ment eine Rolle spie­len, denn einige Zeit zurück­liegende Pflichtver­let­zun­gen trüben den Leu­mund weniger als neuere Ver­stösse. Im Bere­ich des Strafrechts enthält RAV 4 II a die Regel, dass strafrechtliche Verurteilun­gen nur zu berück­sichti­gen sind, solange deren…

6B_384/2020: Erfolgreiche Beschwerde gegen Busse wegen Parkzeitüberschreitung (amtl. Publ.)

…(Art. 1 StGB). Der Grund­satz “nul­la poe­na sine lege” ist ver­let­zt, wenn jemand wegen eines Ver­hal­tens strafrechtlich ver­fol­gt wird, das im Gesetz über­haupt nicht als straf­bar beze­ich­net wird. Der Grund­satz gilt für das gesamte Strafrecht, mithin auch für das kan­tonale Übertre­tungsstrafrecht (E. 1.3.1). Nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung kann der Strafrichter den Erlass eines gerichtlichen Ver­bots im Rah­men eines Strafver­fahrens wegen Missachtung…

4A_210/2010: Längere strafrechtliche Verjährungsfrist (OR 60 II) bei Einstellung des Strafverfahrens bzw. Unterlassen eines Strafantrags; Reichweite der Verjährungseinrede (amtl. Publ.)

Im Rah­men eines Ver­fahrens betr. eine Ver­ant­wortlichkeit­sklage fasst das BGer die Wirkung eines Strafver­fahrens auf OR 60 II (län­gere strafrechtliche Ver­jährungs­frist für den Zivi­lanspruch) zusam­men: Die Anwen­dung von OR 60 II ist auch durch eine recht­skräftige strafrechtliche Ver­fahren­se­in­stel­lung nur dann aus­geschlossen, wenn diese Ein­stel­lung darauf beruht, dass ein (objek­tives oder sub­jek­tives) Tatbe­standsmerk­mal nicht erfüllt ist. Andern­falls bleibt der Zivil­richter frei, das Vorliegen…

Neuer Blog zum Verwaltungsstrafrecht

Die Schweiz­er Law­blog-Land­schaft ist seit Ende 2016 um einen Ein­trag reich­er: Unter “ver­wal­tungsstrafrecht.ch” berichtet RA Friedrich Frank — unter­stützt von seinen Kol­legin­nen der Kan­zlei Tethong Blat­tner — über Neuigkeit­en aus dem Bere­ich des materiellen Ver­wal­tungsstrafrechts und des Ver­wal­tungsstrafver­fahren­srechts. Nach eige­nen Angaben will der neue Blog die Recht­sprechung von Bundes‑, Bun­desstraf- und Bun­desver­wal­tungs­gericht gesamtheitlich erfassen, um eine gewisse Sys­tem­a­tisierung und Vergleichbarkeit…

6B_770/2010: Fahrlässige Übertretung des SBG; Verjährung von Taten nach Nebenstrafrecht

Das Urteil 6B_770/2010 vom 28. Feb­ru­ar 2011 befasst sich im Wesentlichen mit dem sub­jek­tiv­en Tatbe­stand ein­er Wider­hand­lung gegen das Spiel­bankenge­setz (SBG), liefert aber auch auf­schlussre­iche Aus­führun­gen zur Ver­jährung von neben­strafrechtlichen Tat­en. Das Bun­des­gericht bestätigte die Verurteilung wegen eines fahrläs­si­gen Organ­isierens oder gewerb­smäs­siges Betreibens von Glücksspie­len ausser­halb konzes­sion­iert­er Spiel­banken gemäss Art. 56 Abs. 1 lit. a SGB. Der Beschw­erde­führer habe als…

Bundesrat will einheitliches Steuerstrafrecht

Gemäss amtlich­er Mit­teilung will der Bun­desrat durch eine Vere­in­heitlichung der Ver­fahren und der Straftatbestände im Steuerstrafrecht die Rechtssicher­heit stärken. Ein Sachver­halt soll für sämtliche davon betrof­fe­nen Steuern strafrechtlich gle­ich ver­fol­gt und beurteilt wer­den. Im gel­tenden Recht wer­den die Straf­bes­tim­mungen und die Ver­fahren jedoch je nach Steuer­art unter­schiedlich fest­gelegt. Wenn ein Sachver­halt mehrere Steuer­arten bet­rifft, löst er mehrere Ver­fahren aus und kann…

EJPD plant kurzfristig realisierbare Änderungen des Strafrechts

Das Eid­genös­sis­che Jus­tiz- und Polizei­de­parte­ment (EJPD) plant eine Vor­lage mit kurzfristig real­isier­baren Änderun­gen des Strafrechts (vgl. auch die Berichter­stat­tung der NZZ). Im Vor­feld wurde unter den Mit­gliedern der Kon­ferenz der kan­tonalen Jus­tiz- und Polizei­di­rek­torin­nen und ‑direk­toren (KKJPD) eine Umfrage zu den umstrit­te­nen Neuerun­gen im Strafrecht durchge­führt. Das EJPD will die Antworten der Kan­tone im Som­mer analysieren und prüfen, inwieweit sie…