5A_421/2007: Zustellung des Zahlungsbefehls (amtl. Publ.)

In der Betrei­bung ein­er AG wurde der Zahlungs­be­fehl an die Pri­vatadresse des Ver­wal­tungsrat­spräsi­den­ten und dort ersatzweise dessen Ehe­frau zugestellt. Das BGer schützt dieses Vorge­hen. Die Zustel­lung an den Vertreter der AG (SchKG 65 I) muss nicht im Geschäft­slokal, son­dern darf direkt an dessen Pri­vatadresse erfol­gen. Ist der Vertreter dort nicht anzutr­e­f­fen, kann die Zustel­lung nach SchKG 64 II ersatzweise an…

5A_912/2013: Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit (Konkursaufhebungsverfahren)

Nach SchKG 174 II kann die Rechtsmit­telin­stanz die Konkurs­eröff­nung aufheben, wenn der Schuld­ner seine Zahlungs­fähigkeit glaub­haft macht und ein­er der Konkur­saufhe­bungs­gründe der Ziff. 1 bis 3 dieser Norm nachgewiesen wird. In diesem Zusam­men­hang — aber auch weit­erge­hend, mit Bezug auf den Begriff der Zahlung­sun­fähigkeit, der auch ausser­halb des SchKG Bedeu­tung hat, z.B. bei OR 83 — hält das BGer für…

5A_291/2007: Einstellung der Betreibung und Konkurs (amtl. Publ.)

Das BGer hat fest­gestellt, dass SchKG 85a auch in der Wech­sel­be­trei­bung anwend­bar ist.  Der Schuld­ner, der eine vor­läu­fige Aufhe­bung der Betrei­bung nach SchKG 85a erre­ichen will, muss das entsprechende Begehren in der Konkurs­be­trei­bung vor der Konkursver­hand­lung stellen. In diesem Fall kann der Konkurs nicht eröffnet wer­den, bis nicht über die Ein­stel­lung der Betrei­bung entsch­ieden wor­den ist. Dass im vor­liegen­den Fall trotz…

5A_244/2009: Anspruch auf Einsicht in Pfändungsprotokolle (amtl. Publ.)

…Inter­esse am Erfolg der Zwangsvoll­streck­ung): “Nach dem Dargelegten genügt die Stufe des Ein­sicht­srechts, wie sie durch den sog. detail­lierten Betrei­bungsreg­is­ter­auszug gewährt wird, vor­liegend nicht, um dem glaub­haft gemacht­en Inter­esse des Beschw­erde­führers gerecht zu wer­den. Mit Blick auf die Prü­fung ein­er Konkurs­eröff­nung ohne vorgängige Betrei­bung erweist es sich nicht als unver­hält­nis­mäs­sig, gestützt auf Art. 8a SchKG eine Stufe tiefer Ein­sicht zu…

6B_403/2009: Mehrfacher Pfändungsbetrug

…für seine Arbeit­stätigkeit dar und sind somit als Erwerb­seinkom­men im Sinne von Art. 93 SchKG anzuse­hen. Es ver­wirft den Ein­wand des Beschw­erde­führers unter Hin­weis auf seine ständi­ge Recht­sprechung (BGE 91 IV 69; 85 III 39; 84 IV 157; 79 III 155): „1.6.3. […] Er verken­nt, dass es in rechtlich­er Hin­sicht nicht darauf ankommt, ob er einen Anspruch auf Benützung der…

BGE 5A_496/2015: Ein „Gattungsarrest“ gegen eine Bank ist auch dann zulässig, wenn der Arrest die Vermögenswerte der Bank selber und nicht diejenigen eines Kunden betrifft. Zuständigkeit zur Prüfung der Zulässigkeit (frz., amtl. Publ.)

…dieser Sache bere­its ein Entscheid gefällt wor­den war (E. 2).  Das Bun­des­gericht ver­wies auf seine bish­erige Recht­sprechung und hielt fest, dass der Schuld­ner gegen die Arrest­be­wil­li­gung in Form der Ein­sprache opponieren könne (Art. 278 SchKG) und der Entscheid darüber beim Richter liege. Das Betrei­bungsamt sei hinge­gen für den Vol­lzug des Arrest­be­fehls zuständig, und hierüber könne Beschw­erde bei der Auf­sichts­be­hörde geführt werden.…

5A_758/2008: Paulianische Anfechtung (amtl. Publ.)

 In einem weit­eren “Swis­sair-Entscheid” hat das Bun­des­gericht (5A_758/2008 vom 24. Feb­ru­ar 2010; zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­hen) kür­zlich fest­ge­hal­ten, dass (zumin­d­est bei mark­t­preisüblichen Zinssätzen, Erw. 5) Zin­szahlun­gen beim Dar­lehen grund­sät­zlich nicht mit­tels Absichtspau­liana (Art. 288 SchKG) anfecht­bar sind. Das Bun­des­gericht verneinte (anders als das Han­dels­gericht des Kan­tons Zürich, Erw. 4) bzgl. der ange­focht­e­nen Zin­szahlung das Vor­liegen des objek­tiv­en Tatbe­standsmerk­mals der Gläu­biger­schädi­gung (Erw.…

Elektronische Übermittlung zwischen Privaten und Behörden — Anhörung zu den Ausführungsbestimmungen eröffnet

…des SchKG (Art. 33a).  Das Bun­de­samt für Jus­tiz schlägt dafür eine einzige Verord­nung, die den elek­tro­n­is­chen Verkehr zwis­chen den Ver­fahrensbeteiligten und Gericht­en oder Behör­den im Rah­men aller Ver­fahren regelt. Der Entwurf soll zusam­men mit der StPO, ZPO und der Änderung des SchKG am 1. Jan­u­ar 2011 in Kraft treten. Er ist hier zu find­en und kön­nte allen­falls die Abkürzung “VeÜZSS” tragen…

5A_246/2012: Verwaltungs- und Benutzungsreglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft kein Rechtsöffungstitel (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Urteil erst­mals zu beurteilen, ob eine von der Stock­w­erkeigen­tümerge­mein­schaft genehmigte Kostenabrech­nung eine Schul­dan­erken­nung i.S.v. SchKG 82 I (pro­vi­sorischen Recht­söff­nungsti­tel) darstellt. Es verneint diese Frage, ent­ge­gen kan­tonaler Recht­sprechung in diese Rich­tung. Das BGer hat in BGE 136 III 627 fest­ge­hal­ten, dass eine […] Schul­dan­erken­nung im Sinn von Art. 82 Abs. 1 SchKG [vor­liegt], wenn daraus der vorbehalts-…

5A_394/2017: Auswirkungen ungenügender Angaben im Arrestbefehl auf den Arrestvollzug (amtl. Publ.; frz.)

…Das Betrei­bungsamt vol­l­zog den Arrest. Später ver­langte das Steuer­amt erneut den Vol­lzug des Arrests basierend auf der ursprünglichen Sich­er­stel­lungsver­fü­gung, wobei dem Betrei­bungsamt eine präzisierte Auflis­tung der zu ver­ar­restieren­den Gegen­stände zugestellt wurde. Das Betrei­bungsamt vol­l­zog den Arrest erneut. Der Schuld­ner rügte eine Ver­let­zung von Art. 274 f. SchKG in Bezug auf den erneuten Vol­lzug des Arrests. Die Vorin­stanz war der Ansicht,…