5A_317/2015: Nichtigkeit von Betreibungen

…gemäss Art. 17 SchKG dürfe nicht dazu dienen, die materielle Berech­ti­gung eines in Betrei­bung geset­zten Anspruchs zu über­prüfen. Da der Sinn ein­er zwis­chen den Parteien geschlosse­nen Vere­in­barung umstrit­ten sei und die A. AG mit den Betrei­bun­gen überdies in erster Lin­ie die Unter­brechung der Ver­jährung bezweckt habe, liege kein Rechtsmiss­brauch vor: „Auch wenn die gel­tend gemachte Forderung […] zweifel­haft erscheinen mag,…

4A_153/2011: Anforderungen an eine verjährungsunterbrechende Schuldanerkennungsurkunde iSv OR 137 II

…Schul­dan­erken­nung im Sinne von Art. 82 SchKG [.…]. Eine Schul­dan­erken­nung nach Art. 137 Abs. 2 OR set­zt voraus, dass die Forderung in der Urkunde nicht bloss grund­sät­zlich, son­dern ihrer Höhe nach anerkan­nt und darin wie im Falle eines Urteils bez­if­fert wird. Die Anerken­nung muss für die Forderung vollen (wenn auch nicht unwider­leglichen) Beweis schaf­fen, weil nur unter dieser Voraus­set­zung derjenige…

5D_62/2009: Keine definitive Rechtsöffnung für rückwirkende Unterhaltsbeiträge

…das zur defin­i­tiv­en Recht­söff­nung berechtige. Tilgung vor dem Erlass des Urteils dürfe im Recht­söff­nungsver­fahren nicht berück­sichtigt wer­den, weil der Recht­söff­nungsrichter son­st den Recht­söff­nungsti­tel und die darin aufge­führte konkrete Zahlungsverpflich­tung materiell über­prüfen müsse. Vor Erlass des Urteils behauptete Tilgun­gen habe der Sachrichter zu berück­sichti­gen. Gestützt auf Art. 81 SchKG dürften daher frühere Leis­tun­gen nicht berück­sichtigt wer­den, obwohl diese im behaupteten Rechtsöffnungstitel…

5A_59/2012: Abweisung der Beschwerde gegen die Arresteinsprache nicht revisionsfähig (amtl. Publ.)

Das OGer hat­te ein Revi­sion­s­ge­such der Abweisung ein­er Beschw­erde gegen eine Arrestein­sprache (SchKG 278) abgewiesen. Dage­gen gelangte der Beschw­erde­führer ans BGer. Vor BGer war strit­tig, ob die Abweisung der Beschw­erde gegen die Arrestein­sprache über­haupt revi­sions­fähig war. Das BGer verneint diese Frage. Zweck der Revi­sion i.S.v. ZPO 328 ff. ist es, materiell recht­skräftige Gericht­sentschei­de bei Vor­liegen bes­timmter Revi­sion­s­gründe ein­er erneuten Prü­fung durch das…

5A_139/2013: Anfechtungsklage; solidarische Haftung (amtl. Publ.)

Das vor­liegende Urteil bet­rifft eine Anfech­tungsklage. Das BGer hält dabei fest, dass der Abtre­tungs­gläu­biger im Sinne von SchKG 260 bei der Anfech­tungsklage nur die Aktivle­git­i­ma­tion erwirbt, nicht aber die materielle Berech­ti­gung (Prozes­stand­schaft) und die Rück­forderung infolgedessen nur für die Masse ver­lan­gen kann, aber nicht für sich selb­st. Das hin­dert den Abtre­tungs­gläu­biger aber nicht daran, Zahlung an sich selb­st zu verlangen,…

5A_758/2013: Lastenverzeichnis, Lastenbereinigung, Art. 34 VZG (frz.; amtl. Publ.)

Dieser Bun­des­gericht­sentscheid befasst sich mit dem Las­ten­verze­ich­nis sowie mit Art. 34 VZG. Erk­lärt der Richter im Las­ten­bere­ini­gung­sprozess bes­timmte Schuld­briefe nicht für „annul­liert“, son­dern hält er nur fest, dass der Besitzer der Schuld­briefe nicht Schuld­briefgläu­biger sei, und führt das Betrei­bungsamt in der Folge die Forderung im Las­ten­verze­ich­nis als bestrit­ten auf, so kann der Gläu­biger hierge­gen eine Beschw­erde nach Art. 17 SchKG einreichen.…

5A_501/2009: Durchgriff im Arresteinspracheverfahren

…1 Ziff. 3 SchKG). Zugriff auf Ver­mö­genswerte, die ein­er anderen Per­son als dem Schuld­ner gehören, ist nach dem BGer zuläs­sig, wenn der Schuld­ner seine Ver­mö­genswerte rechtsmiss­bräuch­lich ein­er von ihm beherrscht­en Gesellschaft übertrug oder wenn Ver­mö­genswerte auf frem­den Namen laut­en, aber für Rech­nung des Arrestschuld­ners gehal­ten wer­den. Die Vorin­stanzen gin­gen unter anderem auf Grund „enger pri­vater und geschäftlich­er Beziehun­gen zu anderen…

5A_115/2012: Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit bei der Anfechtung der Konkurseröffnung; bestrittene Forderung

Das BGer fasst die Grund­sätze zusam­men, die für die Glaub­haft­machung der Zahlung­sun­fähigkeit iSv SchKG 174 II gel­ten (eine der Voraus­set­zun­gen ein­er erfol­gre­ichen Beschw­erde gegen die Konkurs­eröff­nung): Glaub­haft gemacht ist eine Tat­sache dann, wenn für deren Vorhan­den­sein gewisse Ele­mente sprechen, selb­st wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rech­net, dass sie sich nicht ver­wirk­licht haben kön­nte […]. Im Hin­blick auf die…

5A_490/2018: kein Vorfahrprivileg für das Gemeinwesen (amtl. Publ.)

…um ein echt­es Priv­i­leg in der Pfän­dung, welch­es von Art. 219 SchKG zu unter­schei­den ist […] Zweck dieses Priv­i­legs ist einzig die Sicherung des unmit­tel­baren Bedarfs für den Unter­halts­berechtigten und nicht die Bestra­fung des säu­mi­gen Unter­haltss­chuld­ners […] Aus­gangspunkt ist, dass sich der Unter­halts­gläu­biger zwar eine vorge­hende Einkom­men­spfän­dung grund­sät­zlich ent­ge­gen­hal­ten zu lassen hat. Wur­den die im let­zten Jahr vor Ein­leitung der…