BR: Gesetzliche Grundlage für inhaltliche und formale Vorgaben an die Betreibungsbegehren

…Ober­auf­sicht über Schuld­be­trei­bung und Konkurs, welche Inhalt und Form von Betrei­bungs­begehren fak­tisch beschränk­te, für ungültig erk­lärt und dies u.a. mit der man­gel­nden geset­zlichen Grund­lage begrün­det hat­te (siehe Urteil des BGer 5A_551/2014 vom 26. Feb­ru­ar 2015). Mit der Änderung der VFRR schafft der Bun­desrat nun die geset­zliche Grund­lage, um den neuesten eSchKG-Stan­dard umzuset­zen und weit­erzuführen.  Die entsprechende Medi­en­mit­teilung und der Text der Änderung…

4A_385/2012: unbegründeter Rechtsvorschlag ist keine Vertragsanfechtung

Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass in der Erk­lärung, Rechtsvorschlag zu erheben, keine Anfech­tungserk­lärung i.S.v. OR 21 gese­hen wer­den kann, wenn der Rechtsvorschlag keine Begrün­dung enthält: Zwar wird der Inhalt des Rechtsvorschlags dem Betreiben­den auf der für ihn bes­timmten Aus­fer­ti­gung des Zahlungs­be­fehls mit­geteilt (Art. 76 Abs. 1 SchKG); erfol­gt der Rechtsvorschlag unbe­grün­det, lässt sich daraus jedoch lediglich ableiten,…

5A_766/2013: Prüfungspflicht der Aufsichtsbehörde betr. Parteifähigkeit (amtl. Publ.)

Der vor­liegende Entscheid bet­rifft die Prü­fungspflicht der SchKG-Auf­sichts­be­hörde bezüglich der Parteifähigkeit ein­er Partei im Betrei­bungsver­fahren. Betrei­bun­gen von oder gegen nicht existierende natür­liche oder juris­tis­che Per­so­n­en sind bekan­ntlich nichtig (E. 4.1.). Im vor­liegen­den Entscheid hielt das Bun­des­gericht fest, dass das Betrei­bungsamt nur dann Abklärun­gen betr­e­f­fend Rechtsper­sön­lichkeit vornehmen muss, wenn sich dies­bezüglich ern­sthafte Zweifel aus den Akten ergeben. Nur bei Gesellschaften, die…

5A_6/2014: Keine Zuständigkeit des Betreibungsamtes zur Aufnahme eines Retentionsverzeichnisses nach Konkurseröffnung

 Der vor­liegende Entscheid betraft die Zuständigkeit des Betrei­bungsamtes zur Auf­nahme eines Reten­tionsverze­ich­niss­es, nach­dem über die Geschäftsmieterin der Konkurs eröffnet wor­den ist.  Das BGer hält fest, dass  das Betrei­bungsamt nach Konkurs­eröff­nung für die Auf­nahme eines Reten­tionsverze­ich­niss­es nicht mehr zuständig ist: Ein­er­seits beste­ht gemäss SchKG 240 eine umfassende Zuständigkeit der Konkursver­wal­tung zur Erhal­tung und Ver­w­er­tung der Masse.  Ander­er­seits fall­en das Reten­tionsverze­ich­nis und damit der Retentionsbeschlag…

5A_954/2016: Vorlegung eines Sichtwechsels (amtl. Publ.; frz.)

…Art. 182 SchKG und unter­strich, dass das Gericht den Rechtsvorschlag bewil­li­gen muss, sofern eine Einrede als begrün­det erscheint (E. 4.1.). Das Bun­des­gericht bestätigte jedoch in der Folge den Entscheid der Vorin­stanz: Im vor­liegen­den Fall war als Zahlung­sort der Sitz der Bank B. fest­gelegt wor­den. Fol­glich hätte sich die A. AG sel­ber an den Zahlung­sort begeben müssen und den Sichtwech­sel am…

5A_555/2015: Hinterlegung bei der Depositenanstalt und Negativzinsen (amtl. Publ.)

…Zug trat jedoch auf die Beschw­erde nicht ein. Das Bun­des­gericht machte zunächst all­ge­meine Aus­führun­gen zum Anfech­tung­sob­jekt der betrei­bungsrechtlichen Beschw­erde (E. 3.4) und kam dann zum Schluss, dass das Schreiben der Bank keine Ver­fü­gung i.S.v. Art. 17 SchKG darstellt (E. 3.5.3). Der Entscheid enthält fern­er weit­ere lesenswerte Aus­führun­gen zur Recht­snatur der Hin­ter­legung bei der Deposi­te­nanstalt und zur Frage der Höhe des Zinssatzes.…

5A_714/2019: Eintritt der Rechtskraft eines Berufungsentscheids, wenn Beschwerde beim Bundesgericht erhoben wird (amtl. Publ.)

…Recht­söff­nungsti­tel taugte, obwohl unter­dessen ein Schei­dung­surteil / Beru­fungsentscheid (ohne Unter­halt) ergan­gen war, woge­gen allerd­ings eine Beschw­erde in Zivil­sachen erhoben wor­den war. Das Bun­des­gericht erwog zunächst (E. 1.), dass der für die Beschw­erde in Zivil­sachen erforder­liche Stre­itwert von CHF 30’000 nicht erre­icht sei, dass aber eine Rechts­frage von grund­sät­zlich­er Bedeu­tung vor­liege (siehe oben). Die Beschw­erde in Zivil­sachen war daher zuläs­sig. Anschliessend (E.…

Revidiertes LugÜ (LugÜ II) unterzeichnet

…die Schweiz unterze­ich­net.  Aus der Medi­en­mit­teilung des EJPD: “Das rev­i­dierte Lugano-Übereinkom­men wurde neben Bun­desrat Blocher vom por­tugiesis­chen Jus­tizmin­is­ter Alber­to Cos­ta für die EG sowie von Vertretern Nor­we­gens, Islands und Däne­marks unterze­ich­net. Das rev­i­dierte Übereinkom­men muss nun von den Ver­tragsparteien rat­i­fiziert wer­den. Der Bun­desrat wird dem Par­la­ment eine Botschaft zur Genehmi­gung und zur erforder­lichen Anpas­sung im Schuld­be­trei­bungs- und Konkurs­ge­setz (SchKG) unterbreiten.”…

5A_487/2014: Auslegung eines Rechtsvorschlages (amtl. Publ.)

…[…]. Dieses Vorge­hen scheint sin­nvoll und mit der Regelung von Art. 265a SchKG vere­in­bar, auch wenn keine der­ar­ti­gen geset­zlichen Pflicht­en des Betrei­bungsamtes beste­hen; genau­so wenig ist der Betriebene gehal­ten, auf die Anfrage des Betrei­bungsamtes zu antworten.“  Das Bun­des­gericht fol­gerte, dass es dem Betriebe­nen nicht schade, wenn er sich nicht vernehmen lasse. Im Ergeb­nis bleibe der Umfang des Rechtsvorschlages im vorliegenden…

Höchstbetrag des versicherten Verdienstes in der obligatorischen Unfallversicherung erhöht

…ver­sicherbaren Lohn in der oblig­a­torischen Unfal­lver­sicherung erhöht. Ab 1. Jan­u­ar 2016 gilt neu ein Höch­st­be­trag von CHF 148’200 (bish­er CHF 126’000). Mit der neuen Ober­gren­ze sollen rund 95 Prozent der ver­sicherten Per­so­n­en zum vollen Lohn ver­sichert sein. Der neue Höch­st­be­trag ist für die Unfal­lver­sicherung, die Arbeit­slosen­ver­sicherung, die Invali­den­ver­sicherung und das Arbeit­nehmer­priv­i­leg im Konkurs des Arbeit­ge­bers gemäss Art. 219 SchKG massgebend.…