5A_324/2007: Ablehnung eines Richters (amtl. Publ.)

Das BGer hat entsch­ieden, dass ein Richter, der von ein­er Partei ange­grif­f­en wird, noch nicht als befan­gen erscheint; anders, wenn er darauf Strafantrag stellt. Ein Richter kann nicht schon deshalb abgelehnt wer­den, weil eine Partei ihre Feind­schaft gegenüber diesem Richter aus­ge­drückt hat: “Le fait qu’une par­tie s’en prenne vio­lem­ment à un juge trahit cer­taine­ment l’inimitié que celle-là nour­rit à l’endroit…

2C_183/2010: Entzug des Anwaltspatents wegen Urkundenfälschung

…8 I b), weshalb der Anwalt im Reg­is­ter zu löschen ist (BGFA 9). Der zuständi­gen Behörde verbleibt in dieser Hin­sicht kein Ermessensspiel­raum (vgl. 2C_119/2010). Der Paten­tentzug und die Veröf­fentlichung im Amts­blatt war hier zudem ver­hält­nis­mäs­sig, u.a. weil der Anwalt die Hand­lun­gen auch im Ver­fahren als “ein­ma­lige, auf seine Uner­fahren­heit zurück­zuführende Ver­fehlung” beze­ich­nete, was ihm als Unein­sichtigkeit zur Last gelegt wurde.…

5A_355/2016: Vereinbarkeit eines ägyptischen Erbscheins mit dem schweizerischen Ordre public (amtl. Publ.; frz.)

…der materielle Ordre pub­lic restrik­tiv inter­pretiert wer­den und es sei ein genü­gen­der Bezug zum Staat des angerufe­nen Gerichts erforder­lich (E. 3.3.2.). Gemäss dem ägyp­tis­chen “acte d’hoirie” sind die Brüder und Schwest­ern des Ver­stor­be­nen die alleini­gen Erben unter Auss­chluss der Ehe­frau. Grund­lage dieses Entschei­ds ist das ägyp­tis­che Recht, wonach zwis­chen Mus­li­men und Nicht­mus­li­men keine Erb­berech­ti­gung beste­hen kann. Das Bun­des­gericht erwog, dass…

4A_191/2015: Keine vorsorgliche Beweisführung zur Durchsetzung von Ansprüchen nach Art. 400 Abs. 1 OR (amtl. Publ.)

Eine pana­mais­che Gesellschaft (Beschw­erde­führerin) leit­ete gegen ihre Bank ein Ver­fahren zur vor­sor­glichen Bewe­is­führung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO ein. Sie ver­langte ver­schiedene Doku­mente her­aus, um die Prozess­chan­cen betr­e­f­fend die finanziellen Fol­gen getätigter Investi­tio­nen in Mad­off-Fonds und allfäl­liger Retrozes­sio­nen abzuk­lären. Die kan­tonalen Gerichte und das Bun­des­gericht gelangten zum Schluss, dass das Ver­fahren zur vor­sor­glichen Bewe­is­führung nach Art. 158…

4A_372/2011: Ausnahme des Novenverbots von ZPO 326 I bei Rechtsbehelfen gegen Vollstreckbarerklärungen (amtl. Publ.)

Das BGer hält im vor­liegen­den Ver­fahren betr. die Voll­streck­bar­erk­lärung eines Mahnbeschei­ds pol­nis­chen Rechts fest, dass das Noven­ver­bot iSv ZPO 326 I im Ver­fahren der Beschw­erde als Rechts­be­helf iSv aLugÜ 40 (vgl LugÜ 43) der Voll­streck­bar­erk­lärung aus­ländis­ch­er Entschei­dun­gen nicht gilt. Der Beschw­erdegeg­n­er erhält erst im kon­tradik­torischen Beschw­erde­v­er­fahren Gele­gen­heit, sich zur Voll­streck­bar­erk­lärung zu äussern. Das Noven­ver­bot im Beschw­erde­v­er­fahren müsse insoweit eine Ausnahme…

4A_484/2018: Doppelt relevante Tatsache; Qualifikation als Arbeitsvertrag; iura novit curia (Art. 57 ZPO)

Im Jahr 2012 wurde X. als per­sön­liche Assis­tentin von Z. angestellt. X. führte mit Z. während 38 Jahren bis zu dessen Tod im April 2014 eine Liebes­beziehung. Für die Anstel­lung zog X. von Liss­abon nach Genf, wo sie mit einem Monats­ge­halt sowie Kost und Logis ent­lohnt wurde. Ausser­dem wurde vere­in­bart, dass X. bei Beendi­gung des Ver­trags eine Entschädi­gung von CHF

4A_178/2019, 4A_192/2019: Zahlungsauftrag per gefälschter E‑Mail, Rückerstattungsanspruch des Bankkunden und Gegenanspruch auf Schadenersatz der Bank (amtl. Publ.)

In einem neuen Urteil bot sich dem Bun­des­gericht ein­mal mehr die Gele­gen­heit, sich zum Ver­hält­nis zwis­chen einem Anspruch des Bankkun­den auf Rück­er­stat­tung sowie dem Gege­nanspruch der Bank auf Schaden­er­satz gegen den Bankkun­den zu äussern. Hin­ter­grund war zusam­menge­fasst fol­gen­der Sachver­halt: Die A. AG ver­fügt über mehrere Kon­ten bei der Bank B. SA, unter anderem ein EUR-Kon­to auf welchem sich EUR 5’278’670.79…

5A_89/2015: Art. 163 und 167 StGB keine Schutznormen; Zuständigkeit für SchKG-Anfechtungsklagen (amtl. Publ.)

…das Bun­des­gericht zu beurteilen, ob die Straftatbestände des betrügerischen Konkurs­es (Art. 163 StGB) und der Gläu­biger­bevorzu­gung (Art. 167 StGB) als Schutznor­men zur Begrün­dung der Wider­rechtlichkeit nach Art. 41 Abs. 1 OR herange­zo­gen wer­den kön­nen (E. 3.1). Das Bun­des­gericht schützte die Recht­sauf­fas­sung des Han­dels­gerichts Aar­gau. Eine Ver­let­zung von Art. 163 und 167 StGB begrün­det danach keine Wider­rechtlichkeit im Sinne von Art.…

4A_239/2010: Restriktive Auslegung von Art. 46 LugÜ (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te sich im Entscheid 4A_239/2010  zur Anwen­dung von Art. 38 LugÜ (Art. 46 revLugÜ, Sistierung) auszus­prechen. Der auf Ital­ienisch ver­fasste Entscheid ist zur Pub­lika­tion in der amtlichen Samm­lung vorge­se­hen. Dem Entscheid lag verkürzt fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Ein ital­ienis­ches Gericht hat­te eine im Tessin ansäs­sige Schuld­ner­in zur Zahlung eines Geld­be­trages an die ital­ienis­che Gläu­bigerin verpflichtet. Die Gläu­bigerin war an…

4A_267/: Willkürliche Festlegung der Parteientschädigung (Kt. LU)

Das ange­focht­ene Urteil des OGer LU ist “äusserst knapp” gefasst und in Teilen (Prozesskosten) willkür­lich. Das stellt das BGer auf eine Beschw­erde fest, die “in weitschweifiger und unüber­sichtlich­er Weise zahlre­iche Rügen durcheinan­der mis­cht”. Das BGer übt zunächst Kri­tik am Urteilsstil des OGer LU: “Das ange­focht­ene Urteil des Oberg­erichts ist äusserst knapp gefasst. Es enthält namentlich keine eigene Darstel­lung des Sachver­halts, der…