5A_473/2016: keine prov. Rechtsöffnung gestützt auf eine Abzahlungsvereinbarung über öffentlich-rechtliche Forderungen

Im vor­liegen­den Urteil bestätigte das Bun­des­gericht, dass für öffentlich-rechtliche Forderun­gen grund­sät­zlich keine pro­vi­sorische Recht­söff­nung erteilt wer­den kann. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zu Grunde: Die poli­tis­che Gemeinde U. hat­te die A. betrieben. Auf Rechtsvorschlag der A. ver­langte die Gemeinde pro­vi­sorische Recht­söff­nung gestützt auf eine Schul­dan­erken­nung / Abzahlungsvere­in­barung mit der Schuld­ner­in. Während das Bezirks­gericht pro­vi­sorische Recht­söff­nung erteilt hat­te, hob das Kantonsgericht…

4A_643/2014: Rechtsmittelverzicht (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht musste in diesem Entscheid unter anderem die Gültigkeit ein­er Gerichts­stand­sklausel eines Werkver­trags beurteilen, gemäss welch­er sämtliche Stre­it­igkeit­en abschliessend durch die zuständi­gen kan­tonalen Gerichte zu beurteilen waren. Das Bun­des­gericht ver­wies zunächst auf die noch unter dem alten Bun­des­ge­setz über die Organ­i­sa­tion der Bun­desrecht­spflege (OG) ergan­gene Recht­sprechung, in der Vere­in­barun­gen über den vorgängi­gen Rechtsmit­telverzicht geschützt wor­den waren, sofern es um…

4A_221/2015: Verrechnungseinrede im Prozess (amtl. Publ.)

…eracht­en sollte, die Einrede der Ver­rech­nung. Sowohl gemäss den Fest­stel­lun­gen der Vorin­stanz als auch gemäss den Angaben der Bestel­lerin han­delte es sich in bei­den Ver­fahren um dieselbe Forderung, mit welch­er die Ver­rech­nung­seinrede erhoben wurde. Die Vorin­stanz liess die Ver­rech­nung­seinrede nicht zu. Sie erwog zunächst, dass Art. 153 der SIA-Norm 118 bere­its eine Ver­rech­nungsabrede bein­halte, weshalb die Ver­rech­nung­seinrede der Bestel­lerin nicht zuzulassen…

4A_704/2011: Zustellungsfiktion nach Abholfrist von sieben Tagen, auch wenn sich der Postbote verrechnet hat; anwaltliche Überprüfungspflicht

Im vor­liegen­den Fall war dem Beschw­erde­führer ein Urteil des Kreis­gerichts St. Gallen am 18. Mai 2011 avisiert wor­den. Als Abhol­frist war der 26. Mai 2011 angegeben wor­den, also eine Abhol­frist von acht Tagen. Offen­bar hat­te sich der Post­bote ver­rech­net. Falls den­noch die jet­zt geset­zliche Frist von sieben Tagen (ZPO 138 III a; vgl. auch BGG 44 II) galt, so endete…

4A_692/2011: Rechtsmissbräuchlichkeit der Verjährungseinrede zwischen Konzerngesellschaften verneint; schweizerisches Recht nach IPRG 18

Gegen­stand des vor­liegen­den Urteils des BGer war ein Stre­it zwis­chen Gesellschaften des des Pelikan-Konz­erns (der bekan­nte Tin­ten­pa­tro­nen­her­steller, der in Malaysia börsenkotiert ist). In einem Patentver­let­zungsver­fahren mit ein­er Drittpartei waren zwei Pelikan-Gesellschaften, die im Rah­men des Verkaufs von Pelikan-Pro­duk­ten Sales- und Logis­tik­di­en­stleis­tun­gen erbracht­en, zur Rech­nungsle­gung verpflichtet wor­den. Dazu waren diese Dien­stleis­tungs­ge­sellschaften jedoch nur mit Infor­ma­tio­nen ein­er drit­ten Pelikan-Gesellschaft, der Liefer­an­tin, in…

4A_395/2021: negative Feststellungswiderklage bei Teilklage; Feststellungsinteresse; Bestätigung der Rechtsprechung

…durch Widerk­lage den Nichtbe­stand des (gesamten) behaupteten Anspruchs oder des Schuld­ver­hält­niss­es samt ander­er sich daraus ergeben­der Ansprüche fest­stellen zu lassen. Dass die neg­a­tive Fest­stel­lungswiderk­lage in ein­er solchen Kon­stel­la­tion nur zuläs­sig wäre, wenn die beklagte Partei in ihrer wirtschaftlichen Bewe­gungs­frei­heit beein­trächtigt wäre (wie von der Klägerin behauptet und von einem Teil der Lehre pos­tuliert), tre­ffe nicht zu. Diese Ansicht überse­he, dass…

5A_585/2008 (amtl. Publ.): Eherechtliche Schuldneranweisung gilt als vorsorgliche Massnahme / Fristablauf

In einem am 13. Novem­ber 2008 pub­lizierten Entscheid (5A_585/2008 vom 21. Okto­ber 2008) hat das Bun­des­gericht entsch­ieden, dass es sich bei der eherechtlichen Schuld­ner­an­weisung (Art. 177 ZGB) um eine vor­sor­gliche Mass­nahme i.S.v. Art. 98 BGG sowie Art. 46 Abs. 2 BGG han­delt (E. 1.1). Dementsprechend hat­te der Beschw­erde­führer die Beschw­erde­frist (Art. 100 Abs. 1 BGG: 30 Tage) bere­its ver­passt (kein…

4A_692/2015: Werkvertrag, Prozesskosten (amtl. Publ.)

Das Han­dels­gericht Zürich hiess eine Klage von Stock­w­erkeigen­tümern gegen die Totalun­ternehmerin auf Bevorschus­sung von Nachbesserungskosten für die Behe­bung ver­schieden­er Män­gel an den Liegen­schaften sowie auf Zus­prechung von Schaden­er­satz für Man­gelfolgeschä­den teil­weise gut. Obwohl es fest­stellte, dass die Kläger nur zu rund 12% obsiegten, wich es in Anwen­dung von § 64 Abs. 3 ZPO/ZH vom Grund­satz der ver­hält­nis­mäs­si­gen Aufteilung ab und auferlegte…

4A_19/2020: Aktienrechtliche Verantwortlichkeit; Löschung der Gesellschaft im Handelsregister; Auswirkungen auf die Abtretungsgläubiger nach Art. 260 SchKG (amtl. Publ.)

In diesem Urteil präzisierte bzw. kor­rigierte das Bun­des­gericht seine frühere Recht­sprechung mit Bezug auf die Forderungsab­tre­tung nach Art. 260 SchKG. Es hielt fest, dass nach erfol­gter Abtre­tung die Löschung der Gesellschaft keinen Ein­fluss auf die Aktivle­git­i­ma­tion der Abtre­tungs­gläu­biger habe und — ent­ge­gen sein­er im Urteil 4A_384/2016 vertrete­nen Auf­fas­sung — keine Wiedere­in­tra­gung notwendig sei, damit die im eige­nen Namen kla­gen­den Gläubiger…

5A_360/2012: internationale Zuständigkeit für Widerspruchsklagen (revLugÜ 22/5)

Das BGer schützt im vor­liegen­den Fall ein Urteil des OGer ZG als nicht willkür­lich, das eine Wider­spruch­sklage i.S.v. SchKG 108  als Klage voll­streck­ungsrechtlich­er Natur beurteilt hat­te, für die nach LugÜ 1988 Art. 16 Ziff. 5 (revLugÜ 22 Ziff. 5) ohne Rück­sicht auf den Wohn­sitz des Beklagten die auss­chliessliche Zuständigkeit des Staates vor­be­hal­ten sei, in welchem die Zwangsvoll­streck­ung durchge­führt werde.  Das BGer…