9C_782/2011: keine Pflicht, den Vorbezug erst bei nachgewiesenem Eigentumserwerb auszuzahlen (amtl. Publ.)

Nach einem Vor­bezug aus dem Pen­sion­skas­sen­guthaben zum Erwerb von Wohneigen­tum scheit­erte der Kauf. Die Verkäuferin, die den Vor­bezug als Anzahlung erhal­ten hat­te, fiel in Konkurs; der Kaufin­ter­essent erhielt lediglich einen Konkursver­lustschein. Daraufhin klagte der Geschädigte gegen die Pen­sion­skasse auf Zahlung des Betrags des Vor­bezugs mit dem Argu­ment, die Pen­sion­skasse hätte den Vor­bezug erst bei nachgewiesen­em … weit­er­lesen

2C_269/2012: Strompreis: keine Zuständigkeit der Kantone für zusätzliche Vergütungskomponenten (amtl. Publ.)

Mit Urteil 2C_772/2008 hat­te das Bun­des­gericht fest­ge­hal­ten, EnG 7 alter Fas­sung habe keine abschliessende Regelung von Abnahme- und Vergü­tungspflicht­en enthal­ten. Die darüber hin­aus­ge­hende kan­tonale Regelung gemäss § 18 EnG/LU sei deshalb nicht bun­desrechtswidrig. Strit­tig war aber nun im vor­liegen­den Fall, ob die sei­ther in Kraft getretene Änderung des Bun­desrechts für die Abnahme- und Vergü­tungspflicht eine abschliessende … weit­er­lesen

1B_563/2012: Überwachung von Telefonanschlüssen Dritter (amtl. Publ.)

Das BGer erlaubt die Überwachung von Tele­fo­nan­schlüssen Drit­ter ent­ge­gen dem OGer ZH auch dann, wenn hin­re­ichende Anhalt­spunk­te beste­hen, dass der Beschuldigte auf diese Anschlüsse anruft (vgl. die Berichter­stat­tung bei strafprozess.ch und beim Tages-Anzeiger). Die dafür rel­e­vante Norm, StPO 270 b Ziff. 1, ermöglicht nach dem Wort­laut die Überwachung von Drittper­so­n­en (an sich nur dann), wenn die … weit­er­lesen

4A_160/2012: Herabsetzung einer Konventionalstrafe von CHF 690’000 auf CHF 170’000 (amtl. Publ.)

In einem Prax­isüber­nah­mev­er­trag hat­ten die Parteien eine Zahlung in zwei Rat­en vere­in­bart, wobei die Zahlung unter der Bedin­gung ste­he, dass sich bei­de Parteien ver­tragskon­form und “getreu” ver­hal­ten. Der Übernehmer der Prax­is hat­te in der Folge gel­tend gemacht, Patien­ten­dat­en seien nicht richtig übergeben wor­den; der Ver­trag sei also ver­let­zt, weshalb die zweite Rate von CHF 340’000 … weit­er­lesen

4A_356/2012: Austritt aus der Genossenschaft: Konventionalstrafe nichtig (amtl. Publ.)

Nach OR 842 ste­ht jedem Genossen­schafter ein Recht auf  Aus­tritt zu, solange die Auflö­sung der Genossen­schaft nicht beschlossen ist. Der aus­tre­tende Genossen­schafter kann in den Statuten allerd­ings für den Fall, dass die Genossen­schaft durch den Aus­tritt erhe­blich geschädigt oder ihr  Fortbe­stand gefährdet wird, zur Zahlung ein­er angemesse­nen Aus­lö­sungssumme verpflichtet wer­den (Abs. 2). Das Aus­trittsrecht kann nach der Recht­sprechung eingeschränkt wer­den … weit­er­lesen

4A_288/2012: keine Rechenschaftsablage im Massnahmeverfahren; Kognition (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall, der eine Rechen­schaftsablage nach OR 400 I betraf, hat­te das BGer zunächst seine Kog­ni­tion bei der Anfech­tung vor­sor­glich­er Mass­nah­men iSv ZPO 261 ff. zu bes­tim­men. Nach BGG 98 kann das BGer im Beschw­erde­v­er­fahren gegen Entschei­de über vor­sor­gliche Mass­nah­men nur Ver­let­zun­gen ver­fas­sungsmäs­siger Rechte berück­sichti­gen. Es liegt zunächst auf der Hand, dass Mass­nah­meentschei­de nach … weit­er­lesen

2C_565/2011: Bindungswirkung ESTV Ruling im Bereich kant. Steuer; Darlehen an Nahestende und privater Schuldzinsenabzug (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führer waren (offen­bar) im Kan­ton Freiburg steuerpflichtig. Sie gehörten zu den Teil­habern ein­er aus­tralis­chen Lim­it­ed Part­ner­ship (“LP”), als deren unbeschränkt haf­ten­der Gen­er­al Part­ner eine dor­tige Bank fungierte. Diese war im Gegen­satz zu den Schweiz­er Inve­storen einzig befugt, Anlageentschei­de für die (gemäss aus­tralis­chem Recht über keine eigene Rechtsper­sön­lichkeit ver­fü­gende) Lim­it­ed Part­ner­ship zu tre­f­fen. Die getätigten Anla­gen erfol­gten … weit­er­lesen

4A_217/2012: “Rechtsmittel” iSv ZPO 405; Befangenheit eines als RA gegen eine Prozesspartei tätigen Handelsrichters (amtl. Publ.)

Nach ZPO 405 gilt für Rechtsmit­tel über­gangsrechtlich das Recht, das  bei Eröff­nung des Entschei­des in Kraft ist. Die Vorin­stanz des BGer, das HGer ZH, entsch­ied, “Rechtsmit­tel” seien die im 9. Titel der ZPO (ZPO 308 ff.) erfassten Rechts­be­helfe. Im vor­liegen­den Fall war daher auf den Aufhe­bungsantrag iSv ZPO 51 I (Amt­shand­lun­gen, an denen eine zum … weit­er­lesen

4A_273/2012: “klare Fälle” iSv ZPO 257: Einwendungen der Gegenseite müssen nicht glaubhaft, sondern substantiiert und schlüssig sein (amtl. Publ.)

Nach ZPO 257 gewährt das Gericht Rechtss­chutz im sum­marischen Ver­fahren “in klaren Fällen”, d.h. wenn der Sachver­halt liq­uide und die Recht­slage klar ist. Der Sachver­halt muss also ohne zeitliche Verzögerung und ohne beson­deren Aufwand nachgewiesen wer­den kön­nen, in der Regel durch Urkun­den, und zwar mit dem Regel­be­weis­mass des Voll­be­weis­es. Fraglich ist dage­gen, was die Gegen­partei … weit­er­lesen

4A_278/2012: Herabsetzung einer überhöhten Maklerprovision (verneint für 3% auf einen VP von CHF 3.8 Mio.) (amtl. Publ.)

Nach OR 417 kann eine über­höhte Pro­vi­sion für den Nach­weis ein­er Abschlussgele­gen­heit oder die Ver­mit­tlung eines Arbeitsver­trages oder Grund­stück­kaufes (auf Antrag des Schuld­ners) angemessen her­ab­set­zen. In früheren Urteilen hat das BGer fol­gende Pro­vi­sio­nen geschützt: 3% auf einen Verkauf­spreis von CHF 1.7 Mio. (4C.121/2005 E. 4.2.2) CHF 492’000 = 3% (aber an der Gren­ze; 4C.362/1999 E. 4c) … weit­er­lesen