4A_218/2012: Entschädigung für ungerechtfertigte fristlose Entlassung nach OR 337c und OR 49; Schadenersatz für Prozesshandlungen

Die kan­tonalen Neuen­burg­er Gerichte hat­ten einem Arbeit­nehmer u.a. eine Entschädi­gung wegen ungerecht­fer­tigter frist­los­er Ent­las­sung von vollen sechs Monat­slöh­nen (von total CHF 52’000) nach OR 337c  zuge­sprochen, nach­dem er von sein­er Arbeit­ge­berin, ein­er Bank, wegen ungerecht­fer­tigter Vor­würfe ent­lassen und in ein lang­wieriges Strafver­fahren ver­wick­elt wor­den war. Eine weit­ere Entschädi­gung nach OR 49 wurde dage­gen abgelehnt. Das … weit­er­lesen

8C_45/2012: Revisonsgesuche vor kantonalen Instanzen bei vor BGer hängiger Beschwerde (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te in zwei Urteilen (9C_441/2011 und  8C_729/2008) fest­ge­hal­ten, kan­tonale Gerichte seien nicht verpflichtet, auf Revi­sion­s­ge­suche gegen Entschei­de einzutreten, die formell noch nicht in Recht­skraft erwach­sen sind. Im vor­liegen­den Urteil wider­ruft es diese Recht­sprechung: 6.4 Damit ist festzuhal­ten, dass eine Vorin­stanz des Bun­des­gerichts auf ein Revi­sion­s­ge­such nicht einzig mit der Begrün­dung nicht ein­treten darf, … weit­er­lesen

4A_118/2012: kein Anspruch auf vorsorgliche Beweisabnahme nur wegen abnehmendem Erinnerungsvermögen eines Zeugen

Ein Abspruch auf vor­sor­gliche Beweis­ab­nahme i.S.v. ZPO 158 set­zt voraus, dass der Gesuch­steller eine Gefährdung der Beweis­mit­tel oder ein schutzwürdi­ges Inter­esse glaub­haft macht (lit. b), falls nicht das Gesetz einen entsprechen­den Anspruch gewährt (lit. a). Im vor­liegen­den Fall war eine Beweis­mit­tel­ge­fährdung behauptet wor­den; ein Zeuge müsse vor­sor­glich befragt wer­den, weil sein Erin­nerungsver­mö­gen im Lauf der … weit­er­lesen

4A_139/2011: Anstellung einer Lehrperson: (hier) Arbeitsvertrag, nicht Auftrag

Das BGer beurteilt im vor­liegen­den Fall das Ver­tragsver­hält­nis zwis­che­nund ein­er Lehrper­son als Arbeits- und nicht als Auf­tragsver­trag, obwohl die Lehrper­son einen Teil ihrer Leis­tun­gen zu Hause erbrin­gen kon­nte (Vor­bere­itung der Lek­tio­nen, Kor­rek­tu­rar­beit­en usw.) und insofern kein­er Präsen­zpflicht unter­stand: L’ac­tiv­ité clas­sique d’un enseignant, même salarié, s’ac­com­plit en par­tie à domi­cile pour la pré­pa­ra­tion des cours et … weit­er­lesen

4A_98/2012: Schaden des Lizenzgebers infolge unberechtigter Änderung einer Software durch den Lizenznehmer

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Fall zu entschei­den, ob die Käuferin ein­er cus­­tom-made-Soft­­ware befugt war, die Soft­ware weit­eren Gesellschaften zur Ver­fü­gung zu stellen und diese Soft­ware (d.h. ihren Source Code) zu ändern. Die erste Frage war auf­grund ein­er Ver­tragsausle­gung zu beja­hen. Auch die zweite Frage ist primär eine Frage der ver­traglichen Gestal­tung (dazu vgl. hier). … weit­er­lesen

4A_173/2012: Kollektivgesellschaft; Vergütung des Gesellschafters und Bestimmung des Abfindungsanspruchs

Im Zusam­men­hang mit der Entschädi­gung von Mit­gliedern ein­er Kollek­tivge­sellschaft hält das BGer Fol­gen­des fest: Erbringt ein Gesellschafter ein­er Kollek­tivge­sellschaft Leis­tun­gen zugun­sten der Gesellschaft, ste­ht ihm dafür nur Lohn zu, wenn das beson­ders vere­in­bart wird. Andern­falls gilt die Leis­tung als Ein­lage, die durch den Anspruch auf Gewinn­beteili­gung (OR 559) abge­golten ist. Erhält der Gesellschafter Zahlun­gen, ist … weit­er­lesen

5A_288/2012: Arrestprosequierung, Zustellung des Zahlungsbefehls und Obliegenheiten des Arrestgläubigers (amtl. Publ.)

SchKG 279 I ver­langt vom Arrest­gläu­biger, spätestens zehn Tagen nach Zustel­lung der Arresturkunde Betrei­bung “einzuleit­en”, falls er das nicht schon vor der Arrest­be­wil­li­gung getan hat (Pros­e­quierung). Das BGer hält zunächst fest, dass “Ein­leitung” nicht die Zustel­lung des Zahlungs­be­fehls meint, son­dern die Stel­lung des Betrei­bungs­begehrens: 4.1 Mit “Ein­leit­en der Betrei­bung” im Sinn von Art. 279 Abs. … weit­er­lesen

2C_390/2012: “Automower” doch ein Menschenrecht? — Von der steuerlichen Abzugsfähigkeit eines Rasenmähers

Das BGer hat den Entscheid des Zürcher Ver­wal­tungs­gerichts, wonach der Rasen­mäher vom Typ “Auto­mow­er 230 ACX” u.a. als für ein Grund­stück von 1’000 Quadrat­metern über­mo­torisiert anzuse­hen sei und die entsprechen­den Ersatzan­schaf­fungskosten steuer­lich nicht abzugs­fähig, aufge­hoben. Gemäss Urteil des BGer trug das Ver­wal­tungs­gericht der gel­tenden, aus­drück­lich als “eher grosszügig” beze­ich­neten Zürcher Prax­is nicht Rech­nung. Danach sind … weit­er­lesen

2C_809/2011: Zürcher Regierungsrat muss Verordnung zur Umsetzung der UStR II anpassen

Die Verord­nung des Zürcher Regierungsrats zur Umset­zung der Unternehmenss­teuer­reform II muss geän­dert wer­den. In der Aus­gabe vom 9. August 2012 fasst die NZZ den Entscheid des BGer im Wesentlichen wie fol­gt zusam­men. § 1 der Verord­nung regelt die Besteuerung von stillen Reser­ven, die bei der defin­i­tiv­en Auf­gabe der selb­ständi­gen Tätigkeit nach dem 55. Alter­s­jahr oder … weit­er­lesen

2C_482/2011: Liegenschaftenertrag und interkant. Schlechterstellungsverbot — Kompetenz des Spezialsteuerdomizils weiter eingeschränkt (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führerin ist eine Genossen­schaft mit Sitz im Kan­ton Zürich. Mit­glied der beschw­erde­führen­den Genossen­schaft ist die Gesellschaft Y. mit Sitz im Kan­ton NE. Eben­falls im Kan­ton NE hat die Beschw­erde­führerin zwei Liegen­schaften, die an Y. ver­mi­etet wer­den. In der Steuer­pe­ri­ode 2004 hat die Beschw­erde­führerin in ZH einen Beteili­gungsabzug von 134% gel­tend machen kön­nen (Beteili­gungser­trag von … weit­er­lesen