8C_693/2016: Zulässigkeit eines eigenen Lohnsystems für Lehrpersonen (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil vom 4. Juli 2017 beschäftigte sich das BGer mit der Beschw­erde ein­er Pri­mar­lehrerin aus dem Kan­ton Aar­gau, welche vor­bringt, dass ihre lohn­mäs­sige Ein­rei­hung geschlechts­diskri­m­inierend sei. Bere­its im Jahr 2015 qual­i­fizierte das BGer auf Beschw­erde der­sel­ben Pri­mar­lehrerin hin den Beruf als Lehrper­son Primarstufe/Einschulungsklasse als frauen­spez­i­fisch, erk­lärte die Über­prü­fung hin­sichtlich ein­er indi­rek­ten Diskri­m­inierung als zuläs­sig und…

2C_335/2013: Für die Patentierung als Notar durch die Notariatskommission Graubünden ist kein Wohnsitz in einer Gemeinde des Kantons erforderlich

…dieser an das BGer, welch­es seine Anliegen gutheisst. Das BGer legt zunächst dar, dass die Kan­tone grund­sät­zlich drei For­men der Organ­i­sa­tion des Notari­ats vorsähen: Beim in Zürich und Schaffhausen prak­tizierten Amt­sno­tari­at wer­den die öffentlichen Urkun­den auss­chliesslich von staatlich angestell­ten Urkundsper­so­n­en erstellt […]. Das freiberu­flich organ­isierte lateinis­che Notari­at sieht dage­gen vor, dass öffentliche Beurkun­dun­gen durch selb­ständig erwerb­stätige Notare vorgenom­men wer­den (Kan­tone Aargau,…

5A_658/2014: Carl Hirschmann — Persönlichkeitsverletzungen durch Medien; Bestimmtheit des Rechtsbehrens; “Mitwirkung” durch Verlinkung?;

Nach Medi­en­bericht­en über Carl Hirschmann, in denen Hirschmann diverse Charak­ter­män­gel und Ver­hal­tensweisen vorge­wor­fen wur­den, klagte dieser vor dem Han­dels­gericht Zürich gegen Tame­dia, 20 Minuten und Espace Media u.a. auf Fest­stel­lung der Wider­rechtlichkeit bes­timmter Aus­sagen, auf Schaden­er­satz und auf Genug­tu­ung. Das HGer ZH hat­te die Klage teil­weise gut­ge­heis­sen und wenige Artikel als per­sön­lichkeitsver­let­zend beurteilt. Das BGer hat­te in seinem (stel­len­weise eher…

8C_804/2013: Die Verweigerung der Entgegennahme einer Verfügung hat gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben als erfolgte Zustellung zu gelten

Im Entscheid 8C_804/2014 beschäftigt sich das BGer mit den Modal­itäten der Zustel­lung ein­er Kündi­gungsver­fü­gung. A. (Beschw­erde­führerin) war Angestellte des Eid­genös­sis­chen Departe­ments für Vertei­di­gung, Bevölkerungss­chutz und Sport (VBS, Beschw­erdegeg­n­er). Nach krankheits­be­d­ingten Arbeit­sun­fähigkeit­en und nach mehreren erfol­glosen Bemühun­gen um eine andere Beschäf­ti­gung seit­ens des Arbeit­ge­bers zeigte dieser die Auflö­sung des Arbeitsver­hält­niss­es an, informierte A. via ihren Rechtsvertreter und gewährte ihr das rechtliche…

1C_78/2015: Das Baugesuch für ein Wohnhaus in einer Gemeinde mit einem Zweitwohnungsanteil von mehr als 20 % muss die Namen der zukünftigen Erstbewohner nicht enthalten

…das Bauge­such sei abzuweisen. Das BGer weist die Beschw­erde ab. In einem ersten Schritt prüft das BGer, ob das Bau­vorhaben mit Art. 75b BV und der Verord­nung über die Zweit­woh­nun­gen (ZwV, SR 702) kom­pat­i­bel ist: Art. 75b Abs. 1 BV beschränkt den Anteil der Zweit­woh­nun­gen am Gesamtbe­stand der Wohnein­heit­en und der für Wohnzwecke genutzten Brut­to­geschoss­fläche ein­er Gemeinde auf höch­stens 20 Prozent. Daraus…

2C_121/2015: Ein Kopftuchverbot für eine öffentliche Schule ist unverhältnismässig und stellt damit einen Eingriff in die Glaubens- und Gewissensfreiheit dar, welcher nicht gerechtfertigt werden kann (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Entscheid vom 11. Dezem­ber 2015 äusserte sich das BGer zur Frage, ob Autonomie der Schul­ge­meinde für den Erlass und die Anwen­dung ein­er Regelung beste­ht, die das Tra­gen von Kopf­be­deck­un­gen jeglich­er Art während des Unter­richts unter­sagt. Am ersten Schul­t­ag nach den Som­mer­fe­rien erschien ein im Jahr 2001 geborenes Mäd­chen in Begleitung ihrer Mut­ter in der Schule St. Margrethen…

6B_1007/2010: Check- und Kreditkartenmissbrauch

…Karte ergrif­f­en haben (objek­tive Straf­barkeits­be­din­gung, vgl. BGE 125 IV 260): 1.5.1 Der Karte­naussteller muss vor der Ausstel­lung der Kred­itkarte namentlich prüfen, ob der Antrag­steller zahlungs­fähig ist (BGE 125 IV 260 E. 4b) und die erforder­lichen Mass­nah­men ergreifen, um Miss­bräuchen beim Ein­satz der Karte ent­ge­gen­zuwirken. Als zumut­bar gel­ten nach der Recht­sprechung Schutzvorkehren, die branchenüblich, tech­nisch möglich und wirtschaftlich trag­bar sind (BGE

1C_312/2017: Konkretisierung der Rechtsprechung zur Verbandsbeschwerde (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Entscheid vom 12. Feb­ru­ar 2018 äusserte sich das BGer zum Ver­bands­beschw­erderecht der Umwelt- und Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen. Im Jahr 2015 erfuhr die Stiftung WWF Schweiz (im Fol­gen­den: WWF), dass das Bun­de­samt für Land­wirtschaft (im Fol­gen­den: BLW) Über­prü­fungsver­fahren zu ver­schiede­nen Pflanzen­schutzmit­teln, unter anderem mit dem Wirk­stoff Quin­oclamine, durch­führte. In der Folge gelangte der WWF an das BLW mit den…

1C_358/2017: Befriedigende Gesamtwirkung nach § 238 PBG ZH / Äquivalenzprinzip im Abgaberecht (amt. Publ.)

Im zur amtlichen Publika­tion vorge­se­henen Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2018 set­zte sich das BGer unter anderem mit der Frage auseinan­der, ob ein Baupro­jekt mit dem soge­nan­nten “Ästhetik-Para­grafen” des Pla­nungs- und Bauge­set­zes des Kan­tons Zürich (PBG; Ord­nungsnum­mer 700.1) vere­in­bart wer­den kann. Die A. AG ist Eigen­tümerin der bei­den Bau­grund­stücke KTN 11414 und 12337 in Meilen. Nördlich der bei­den Bau­grund­stücke befind­et sich…

4A_206/2014: Verletzung der Pistensicherungspflicht; kein Selbstverschulden des Kindes durch Verhalten der Eltern

…ein­er Kol­li­sion zu führen. Das BGer bestätigt sodann,  dass ein Erset­zen der Eisen­stan­gen durch Kun­st­stoff­s­tan­gen zumut­bar gewe­sen wäre, selb­st wenn davon hun­derte von Pis­ten­markierun­gen betrf Kun­sstoff­s­tan­gen betrof­fen wäre. Wie das KGer VS bejaht das BGer deshalb eine Ver­let­zung der Verkehrssicherungspflicht. Offen bliebt jedoch die Beurteilung des Selb­stver­schuldens. Das KGer VS sah ein Selb­stver­schulden, weil die Klägerin ihre Fahrweise nicht ihrem Können…