5A_689/2018: Einstellung des Erbschaftskonkurses mangels Aktiven, Abtretung von Nachlassaktiven (Art. 230a SchKG; amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil hat­te sich das Bun­des­gericht mit der Frage zu befassen, wie der Begriff “zum Nach­lass gehörende Aktiv­en” in Art. 230a Abs. 1 SchKG zu ver­ste­hen sei. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Über eine aus­geschla­gene Erb­schaft war zunächst die konkur­samtliche Liq­ui­da­tion eröffnet (Art. 193 Abs. 2 SchKG) und danach die Ein­stel­lung des Konkursver­fahrens man­gels Aktiven…

Höchstbetrag des versicherten Verdienstes in der obligatorischen Unfallversicherung erhöht

Gemäss ein­er Medi­en­mit­teilung hat der Bun­desrat den Grenz­be­trag für den max­i­mal ver­sicherbaren Lohn in der oblig­a­torischen Unfal­lver­sicherung erhöht. Ab 1. Jan­u­ar 2016 gilt neu ein Höch­st­be­trag von CHF 148’200 (bish­er CHF 126’000). Mit der neuen Ober­gren­ze sollen rund 95 Prozent der ver­sicherten Per­so­n­en zum vollen Lohn ver­sichert sein. Der neue Höch­st­be­trag ist für die Unfal­lver­sicherung, die Arbeit­slosen­ver­sicherung, die Invali­den­ver­sicherung und…

5A_512/2010: Abgebot zur Abtretung nach SchKG 260 auch durch Publikation möglich (amtl. Publ.)

Im sum­marischen Konkursver­fahren iSv SchKG 231 kann das Ange­bot an die Gläu­biger betr. eine Abtre­tung nach SchKG 260 auf durch eine Pub­lika­tion erfol­gen. Wie das BGer fes­thält, muss das Ange­bot nicht zwin­gend auf dem Zirku­lar­weg erfol­gen:  “Il est exact que cer­tains auteurs recom­man­dent d’éviter la voie de la pub­li­ca­tion, qui ne con­stituerait pas une mesure de pub­lic­ité suff­isante quant à…

8C_832/2014: Liquidation der Gesellschaft nach Art. 731b OR löst Insolvenzentschädigung aus (amtl. Publ.)

A. kündigte ihr Arbeitsver­hält­nis frist­los, da sie von der B. GmbH trotz zweima­liger schriftlich­er Auf­forderung die Löhne für zwei Monate nicht erhal­ten hat­te. Die Organe der B. GmbH waren nicht mehr ordentlich bestellt. Nach­dem im Betrei­bungsver­fahren Zustel­lung­sprob­leme aufge­treten waren, gelangte A. ans Han­dels­gericht Zürich. Das Han­dels­gericht löste die B. GmbH auf und ord­nete deren Liq­ui­da­tion nach den Vorschriften über den…

EBK: Bericht zur Bankinsolvenz

Die EBK hat heute Dien­stag ihren Bericht zum seit dem 1. Juli 2004 gel­tenden Bank­in­sol­ven­zrecht veröf­fentlicht.  Die EBK berichtet darin über ihre Erfahrung mit 113 durch die EBK eröffneten Konkursver­fahren — die 3 bewil­ligte Effek­ten­händler und 110 Insti­tute mit ein­er unbe­wil­ligten Tätigkeit als Bank oder Effek­ten­händler betrafen — und for­muliert Anliegen mit Blick auf inter­na­tionale Bank­in­sol­ven­zen. Z.B. pos­tuliert die EBK,…

5A_740/2018: Beweismittel des Betreibenden im Rechtsöffnungsverfahren (frz.; amtl. publ. als BGE 145 III 160)

Im Entscheid 5A_740/2018 (amtl. publ. als BGE 145 III 160) stellte das Bun­des­gericht klar, dass der Betreibende den Nach­weis, dass zu seinen Gun­sten eine Schul­dan­erken­nung mit der Qual­ität eines pro­vi­sorischen Recht­söff­nungsti­tels beste­ht, in keinem anderen Beweis­mit­tel als der die Schul­dan­erken­nung enthal­te­nen Urkunde selb­st erbrin­gen kann. Das Bun­des­gericht erin­nert zunächst daran, dass das Recht­söff­nungsver­fahren nur mit Bezug auf die ent­las­ten­den Nach­weise des…

145 III 495: Ausdehnung der Pfandhaft auf Miet- und Pachtzinsforderungen; Wirkun-gen eines Verzichts darauf im Betreibungsbegehren (frz.)

Im vor­liegen­den Fall (BGE 145 III 495 = Urteil des BGer 5A_614/2019) unter­suchte das Bun­des­gericht, ob ein im Betrei­bungs­begehren geäussert­er Verzicht auf eine Miet- und Pachtzinssperre eine unwider­ru­fliche und endgültige Wirkung ent­fal­tet, und fol­glich einem späteren Begehren auf Aus­dehnung der Pfand­haft ent­ge­gen ste­ht. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die Gläu­bigerin B. leit­ete gegen den Schuld­ner A. eine Betrei­bung auf…

5A_895/2011: Zustellungsfiktion erst ab der Begründung eines Prozessrechtsverhältnisses (amtl. Publ.)

Das BGer hat erneut über die Zustell­fik­tion zu entschei­den (vgl. auch hier und hier). Nach ZPO 138 III a gilt die eingeschriebene Zustel­lung von Vor­ladun­gen, Ver­fü­gun­gen und Entschei­den als am 7. Tag nach dem erfol­glosen Zustel­lungsver­such zugestellt, wenn sie nicht abge­holt wird, aber nur, wenn  die Per­son mit ein­er Zustel­lung rech­nen muss.  Das BGer hat schon entsch­ieden, dass die Zustellungsfiktion…

5A_366/2019: zweiter Schriftenwechsel und Aktenschluss im summarischen Verfahren (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil äusserte sich das Bun­des­gericht zur Rechts­frage von grund­sät­zlich­er Bedeu­tung, bis wann im sum­marischen Ver­fahren unbeschränkt Noven vorge­bracht wer­den kön­nen, d.h. wann der Akten­schluss ein­tritt. Dem Urteil lag im Kern fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: In einem Ver­fahren betr­e­f­fend defin­i­tive Recht­söff­nung hat­te die Gläu­bigerin (Beschw­erdegeg­ner­in) gewisse Tat­sachen zum Nach­weis der Pas­sivle­git­i­ma­tion des Betriebe­nen bzw. des Rechtsöffnungsgesuchsgegners…

5A_745/2016: Aufhebung eines Arrests wegen Rechtsmissbrauchs (amtl. Publ., frz.)

Im vor­liegen­den, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, ob ein Arrest rechtsmiss­bräuch­lich war und ob das Betrei­bungsamt deswe­gen den Vol­lzug hätte ver­weigern müssen. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Das Beru­fungs­gericht des Kan­tons Waadt hat­te den Kan­ton Waadt dazu verurteilt, eine Entschädi­gung an A. wegen ungerecht­fer­tigter Haft auszuzahlen. Der Betrag wurde in der Folge an den…