4A_400/2017: Anfechtung des Anfangsmietzinses; Definition einer Altliegenschaft (amtl. Publ.)

…betra­chtet wer­den könne, wenn sie “vor mehreren Jahrzehn­ten” gebaut oder erwor­ben wurde. In jün­ger­er Zeit erachtete es das Bun­des­gericht als mit dem Bun­desrecht vere­in­bar, eine unter 30-jährige Liegen­schaft nicht als Altliegen­schaft zu behan­deln (E. 3.2, mit Hin­weisen). Gestützt auf diese Rechtsprechung hielt das Bun­des­gericht nun aus­drück­lich fest, dass eine Liegen­schaft als alt zu betra­cht­en sei, sofern sie min­destens 30 Jahre vor dem…

2C_994/2016: Begriff “öffentliche Beschaffung” im Sinne von BGG 83 lit. f (amtl. Publ.)

…unter ein­er “öffentlichen Beschaf­fung” zu ver­ste­hen ist. Immer­hin deute, so das Bun­des­gericht, das GPA auf ein eher weites Ver­ständ­nis des Begriffs “öffentliche Beschaf­fung” hin. Das Bun­des­gericht rief zunächst die Lehre und Rechtsprechung zu dieser Frage in Erin­nerung. Ins­beson­dere stellt nach der Rechtsprechung der blosse Umstand, dass der Staat einem Pri­vat­en erlaube, eine bes­timmte Tätigkeit auszuüben, keine öffentliche Beschaf­fung dar (z.B. BGE

4A_330/2013: Materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids ist auf die Frage beschränkt, ob der Schiedsspruch mit dem Ordre public vereinbar ist

Mit Entscheid 4A_330/2013 vom 17. Sep­tem­ber 2013 hat­te das Bun­des­gericht Gele­gen­heit, seine Rechtsprechung zur Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs zusam­men­z­u­fassen. Nach Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG muss das Schieds­gericht den Anspruch der Parteien auf rechtlich­es Gehör wahren. Dieser entspricht im Wesentlichen dem in Art. 29 Abs. 2 gewährleis­teten Ver­fas­sungsrecht. Die Rechtsprechung leit­et daraus ins­beson­dere das Recht der Parteien ab, sich über…

4A_283/2013 : Wirksamkeit der Kündigung der Miete betr. Nebensache; Bedeutung von OR 253a I und der Parteiinteressen

Ein­heitliche Mietver­hält­nisse betr­e­f­fen eine Haupt- und eine Neben­sache, die das gle­iche rechtliche Schick­sal teilen. Eine Kündi­gung der Neben­sache allein ist daher nicht zuläs­sig. Im vor­liegen­den Fall war fraglich, ob die Miete eines Restau­rants die Haupt- und jene eines Büro­raums die Neben­sache war, oder ob bei­de Mietver­hält­nisse je eigen­ständig waren; es ging dabei um die Gültigkeit der Kündi­gung des Büro­raums Or…

4A_262/2014: Herausgabe, Beweislast (amtl. Publ.)

…4.1). Das Bun­des­gericht rief zunächst seine Rechtsprechung zur Eigen­tumsver­mu­tung (Art. 930 ZGB) in Erin­nerung, wonach sich der Besitzer ein­er beweglichen Sache auch dem­jeni­gen gegenüber auf die Ver­mu­tung des Eigen­tums berufen kann, von dem er die Sache erhal­ten hat (E. 4.2). Sodann erin­nerte das Bun­des­gericht daran, dass diese Rechtsver­mu­tung aus dem Besitz ent­fällt, wenn der Besitz zwei­deutig ist. Dies ist namentlich…

A‑5988/2018: Bekanntgabe von Personendaten aus Verfahrensakten der Weko gegenüber Nicht-Verfahrensbeteiligten nach Abschluss einer Untersuchung

…es an ein­er geset­zlichen Grund­lage. Zudem seien die Ein­schränkun­gen unver­hält­nis­mäs­sig. Das Bun­desver­wal­tungs­gericht bestätigte die Ein­sichtsver­fü­gung der Weko vol­lum­fänglich und hielt zunächst fest, dass Art. 19 Abs. 1 lit. a DSG die Rechtsgrund­lage der hier stre­it­i­gen infor­ma­tionellen Amt­shil­fe sei (E. 4). Vor dem Hin­ter­grund von Art. 19 Abs. 4 DSG sei sodann zu prüfen, ob die Weko die Ver­wen­dung der bekanntzugebenden…

5D_112/2013: allgemeines Replikrecht; drei Tage zur Stellungnahme (hier) nicht ausreichend

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Urteil zum all­ge­meinen Rep­likrecht. In all­ge­mein­er Hin­sicht gilt nach der beste­hen­den Rechtsprechung Fol­gen­des: 2.2.3. Eine Partei, die eine Eingabe ohne Fris­tanset­zung erhält und dazu Stel­lung nehmen will, hat dies umge­hend zu tun oder zumin­d­est zu beantra­gen. Andern­falls wird angenom­men, sie habe auf eine weit­ere Eingabe verzichtet. Das Gericht hat dem­nach bei dieser Vorge­hensweise mit…

6B_1010/2021: Rückweisung als nicht wiedergutzumachender Nachteil (amtl. Publ.)

…in erster Lin­ie zur Ver­mei­dung eines Instanzen­ver­lusts, unumgänglich ist (E. 1.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bun­des­gerichts kann der von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG geforderte nicht wieder gutzu­machende (rechtliche) Nachteil nicht unbe­se­hen darin erkan­nt wer­den, dass im Zeit­punkt ein­er gegen den Endentscheid erhobe­nen Beschw­erde gemäss Art. 93 Abs. 3 BGG die Rechtsauf­fas­sung der Beru­fungsin­stanz in Erman­gelung eines aktuellen Rechtsschutz­in­ter­ess­es nicht mehr überprüfbar…

4A_407/2021: “execution only”-Vertrag; Geschäfte, die von einem Bankangestellten ohne Erlaubnis des Kunden ausgeführt wurden; Klage auf Erfüllung oder auf Haftung

…Rügen der Beschw­erde­führerin wies das Bun­des­gericht alle­samt als unbe­grün­det ab. Da die kan­tonalen Gerichte den Schaden gemäss Art. 42 Abs. 1 OR für jede Transak­tion genau berech­net hat­ten, war ins­beson­dere die Rüge der Ver­let­zung von Art. 42 Abs. 2 OR gegen­stand­s­los (E. 5.2.2). Mitver­schulden des Kun­den zu Unrecht verneint: Das Bun­des­gericht erin­nerte zunächst an seine Rechtsprechung, wonach das Mitver­schulden des…

zulässige Berücksichtigung von Merkmalen für Eignung und (amtl. Publ.)

…allerd­ings ver­fas­sungsrechtliche Min­destansprüche zu wahren. Das gilt namentlich für den Anspruch auf rechtlich­es Gehör mit dem Recht auf Aktenein­sicht und dem Recht, sich zu rechtser­he­blichen Sachver­haltsvor­brin­gen zu äussern, wenn darauf zum Nachteil der Bewer­berin abgestellt wer­den soll [Zusam­men­fas­sung der ein­schlägi­gen Rechtsprechung]. Im konkreten Fall waren Ref­eren­zen einge­holt wor­den und, nach dem Gesagten zuläs­siger­weise, als Eig­nungskri­teri­um und als Zuschlagskri­teri­um ver­wen­det worden.…