5A_391/2012: Verkauf eines landw. Gewerbes an den vorkaufsberechtigten Sohn: keine Schenkungs‑, aber u.U. Überschuldungspauliana

Die Schenkungspau­liana i.S.v. SchKG 286 set­zt u.a. voraus, dass zwis­chen der Leis­tung und der Gegen­leis­tung ein Missver­hält­nis beste­ht. Dies traf im vor­liegen­den Fall ent­ge­gen dem ersten Anschein nicht zu. Konkret ging es um den direk­ten Verkauf eines land­wirtschaftlichen Gewerbes durch einen Vater, gegen den Ver­lustscheine bestanden, an seinen Sohn zu einem erhe­blich unter dem Verkehr­swert liegen­den … weit­er­lesen

5A_83/2012: Haftung für Arrestschaden; Widerrechtlichkeit (amtl. Publ.)

Nach SchKG 273 haftet der Gläu­biger dem Schuld­ner und Drit­ten für den aus einem ungerecht­fer­tigten Arrest erwach­senden Schaden. Dabei ist nach herrschen­der Auf­fas­sung der Arrestein­spracheentscheid für den Zivil­richter bindend. Das BGer bestätigt im vor­liegen­den Urteil diese Ansicht: Die Beschw­erde­führerin wen­det sich gegen die Auf­fas­sung des Oberg­erichts, welch­es die Wider­rechtlichkeit des Arrestes mit der Begrün­dung bejaht … weit­er­lesen

5A_817/2012: Aufhebung der Konkurseröffnung bei Zahlungsfähigkeit; Glaubhaftmachung

Im Konkursver­fahren kann die Rechtsmit­telin­stanz die Konkurs­eröff­nung aufheben, wenn der Schuld­ner seine Zahlungs­fähigkeit glaub­haft macht und durch Urkun­den beweist, dass die Schuld inzwis­chen getil­gt ist, der Betrag zuhan­den des Gläu­bigers hin­ter­legt ist oder dass der Gläu­biger auf die Durch­führung des Konkurs­es verzichtet (SchKG 174 II). Im vor­liegen­den Fall hat das OGer ZH fest­gestellt, dass ein … weit­er­lesen

Bundesrat: Vernehmlassungsverfahren zur Teilrevision des Zollgesetzes

Am Fre­itag ging eine Teil­re­vi­sion des Zollge­set­zes in die Vernehm­las­sung, mit der einzelne Bere­iche des Geset­zes opti­miert wer­den sollen. Aus wirtschaftlich­er Sicht ist ins­beson­dere die vorge­se­hene Anpas­sung der Bes­tim­mungen über die offe­nen Zol­l­lager und die Zoll­freilager von Bedeu­tung. Zol­l­lager soll es auch weit­er­hin geben. Kün­ftig soll es aber nicht mehr möglich sein, inländis­che Waren zur … weit­er­lesen

5A_678/2012: Freihandverkauf im summarischen Verfahren; “bedeutender Wert”

Im sum­marischen Konkursver­fahren find­en Gläu­bigerver­samm­lun­gen nur aus­nahm­sweise statt. Die Ver­w­er­tung erfol­gt nach den Regeln von SchKG 256 II-IV. SchKG 256 I (Frei­hand­verkauf nur mit einem entsprechen­den Beschluss der Gläu­biger) ist hier nicht anwend­bar. Trotz­dem muss die Konkursver­wal­tung auch bei einem Frei­hand­verkauf im sum­marischen Ver­fahren bei Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den “von bedeu­ten­dem Wert” und bei Grund­stück­en den Gläu­bigern die … weit­er­lesen

4A_50/2012: Wirkungen von ausländischen Insolvenzvorschriften auf internationale Schiedsverfahren (amtl. Publ.)

Im Entscheid 4A_50/2012 vom 16. Okto­ber 2012 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob eine por­tugiesis­che Partei ihre Fähigkeit ver­loren habe, Partei eines Schiedsver­fahrens zu sein, weil ein Insol­ven­zver­fahren über sie eröffnet wor­den sei. Die Beschw­erde­führerin rügte, das Schieds­gericht habe seine Zuständigkeit zu Unrecht bejaht. Infolge des über sie eröffneten Insol­ven­zver­fahrens in Por­tu­gal sei die Beschw­erde­führerin … weit­er­lesen

5A_84/2012: verbindliche Schätzung der Konkursdividende durch Konkursamt; symbolischer Streitwert (amtl. Publ.)

Das OGer ZH hat­te in den Stre­itwert in ein­er Kol­loka­tion­sklage gegen einen Mit­gläu­biger auf Reduk­tion dessen Forderung auf den­jeni­gen Betrag fest­ge­set­zt, der unter Ein­rech­nung der Konkurs­div­i­dende  auf die Reduk­tion ent­fiel, und einen entsprechen­den Kosten­vorschuss ver­langt. Dabei hat­te es fest­ge­hal­ten, dass die von der Konkursver­wal­tung geschätzte Konkurs­div­i­dende von 0% für den Kol­loka­tion­srichter nicht verbindlich sei, und die … weit­er­lesen

5A_217/2012: Umstände, wann ein Urteil über ausstehende Unterhaltsleistungen ein definitiver Rechtsöffnungstitel ist (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Ver­fahren zu entschei­den, unter welchen Umstän­den ein im Eheschutzver­fahren ergan­gener Entscheid über Unter­halts­beiträge einen defin­i­tiv­en Recht­söff­nungsti­tel darstellt. Dabei erin­nert das BGer zunächst daran, dass ein Entscheid — namentlich ein im Eheschutzver­fahren ergan­gener Entscheid über Unter­halt­sleis­tun­gen — res­o­lu­tiv bed­ingt voll­streck­bar sein kann (vgl. 5P.82/2002 und ATF 137 III 614). Im vor­liegen­den Fall stellte sich vor allem … weit­er­lesen

5A_365/2012: im Arrestverfahren zugelassene Beweismittel (amtl. Publ.)

Ein Arrestver­fahren hat­te zu Arrest­be­fehlen für eine durch einen Eigen­wech­sel (“bil­let à ordre”) aus­gewiesene Forderung geführt. Im Ver­fahren hat­te die Schuld­ner­in die Echtheit des Wech­sels bestrit­ten und ver­langt, ihr sei die Möglichkeit zu geben, ein (Partei-)Gutachten beizubrin­gen. Der zuständi­ge Richter in Sion hat­te abgelehnt. Zwar hätte dies das Ver­fahren nicht verzögert, aber ein Parteigutacht­en hätte … weit­er­lesen

5A_219/2012: provisorischer Pfändungsanschluss des Arrestgläubigers

Das BGer hält fest, dass der pro­vi­sorische Pfän­dungsan­schluss des Arrest­gläu­bigers bei Pfän­dung der ver­ar­restierten Ver­mö­genswerte (SchKG 281) nicht dadurch aus­geschlossen ist, dass sich die bei­den Betrei­bun­gen nicht gegen den gle­ichen Schuld­ner richt­en. Der pro­vi­sorische Pfän­dungsan­schluss set­zt lediglich die Pfän­dung von ver­ar­restiertem Gut voraus. Die Frage, in welche von zwei Betrei­bun­gen gegen ver­schiedene Schuld­ner das gepfän­dete … weit­er­lesen