2C_1008/2012: Täuschungsverbot i.S.v. EMKG 6; Anwendung lauterkeits- und markenrechtlicher Grundsätze

Die Beze­ich­nung ““Bilder­rah­men, sil­ber, Alu­mini­um, reflexfreies Glas” für Bilder­rah­men aus Alu­mini­um ist nicht irreführend. So beze­ich­nete Bilder­rah­men dür­fen, ent­ge­gen ein­er Ver­fü­gung der Eid­genös­sis­chen Zol­lver­wal­tung nach EMKG 20, in die Schweiz einge­führt wer­den. Namentlich ver­stösst diese Beze­ich­nung nicht gegen das Täuschungsver­bot von EMKG 6. Das BGer hält dabei zunächst fest, dass lauterkeits- und marken­rechtliche Gesicht­spunk­te bei … weit­er­lesen

4A_575/2012: Ausbildungskredite sind keine Konsumentenverträge i.S.v. KKG 3 (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Fall zu beurteilen, ob das KKG auf einen Aus­bil­dungskred­it der Thur­gauer Kan­ton­al­bank zugun­sten eines Stu­den­ten der Rechtswis­senschaften anwend­bar war. Es war unbe­strit­ten, dass eine Kred­it­fähigkeit­sprü­fung i.S.v. KKG 28 nicht erfol­gt war, was nach KKG 32 für die Kred­it­ge­bern den Ver­lust des von ihr gewährten Dar­lehens führen kann. Fraglich war konkret, … weit­er­lesen

4A_625/2012: Anschein der Befangenheit bei verfälschter Wiedergabe von Aussagen eines Richters

Wird der Aus­stand eines Richters ver­langt, weil der Richter durch in der Presse kol­portierte Aus­sagen als befan­gen erscheine, so ist zunächst zu fra­gen, ob die Wieder­gabe der Aus­sagen in der Presse kor­rekt sind. Ist die Berichter­stat­tung der Presse ver­fälscht, ist dem Richter die ver­fälschte Darstel­lung den­noch zuzurech­nen, sofern er darauf verzichtet hat, den Artikel gegen­zule­sen; … weit­er­lesen

4A_520/2012: Rechtsprechung zur Qualifizierung von Bonuszahlungen präzisiert (amtl. Publ.)

In einem Leit­entscheid (BGer. 4A_520/2012 vom 26. Feb­ru­ar 2013) hat das Bun­des­gericht seine in BGE 129 III 276 entwick­elte Recht­sprechung präzisiert, wonach der akzes­sorische Charak­ter ein­er Grat­i­fika­tion dann kaum mehr gewahrt ist, wenn die Son­dervergü­tung regelmäs­sig einen höheren Betrag erre­icht als der Lohn. Die Vorin­stanz hat­te erwogen, der aufgeschobene Aktien­bonus im Betrag von CHF 1’292’256 sei … weit­er­lesen

4A_322/2012: Schutzwürdiges Interesse für medizinisches Gutachten als Gegenstand einer vorsorglichen Beweisführung bejaht

Gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO nimmt das Gericht jed­erzeit Beweis ab, wenn die gesuch­stel­lende Partei eine Gefährdung der Beweis­mit­tel oder ein schutzwürdi­ges Inter­esse glaub­haft macht. Das Bun­des­gericht bejahte im konkreten Fall ein schutzwürdi­ges Inter­esse für ein medi­zinis­ches Gutacht­en nach einem Strassen­verkehrsun­fall. Der Beschw­erde­führer hat­te gel­tend gemacht, das medi­zinis­che Gutacht­en sei in einem … weit­er­lesen

4A_496/2012: Begriff der materiellen Rechtskraft und des identischen Streitgegenstandes (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te Gele­gen­heit, sich in einem Fall aus­führlich zur materiellen Recht­skraft und zum Begriff des iden­tis­chen Stre­it­ge­gen­standes zu äussern (BGer. 4A_496/2012 vom 25. Feb­ru­ar 2013): 3.1 Materielle Recht­skraft bedeutet Mass­ge­blichkeit eines formell recht­skräfti­gen Urteils in jedem späteren Ver­fahren unter densel­ben Parteien. Sie hat eine pos­i­tive und eine neg­a­tive Wirkung (statt aller SIMON ZINGG, in: Bern­er … weit­er­lesen

4A_702/2012: Verjährung von Forderungen aus der privaten Erwerbsausfallversicherung (amtl. Publ.)

In der pri­vat­en Erwerb­saus­fal­lver­sicherung ist für den Beginn der Ver­jährung der Zeit­punkt mass­gebend, in dem der Erwerb­saus­fall objek­tiv ein­tritt. Nicht entschei­dend ist hinge­gen, wann der Erwerb­saus­fall konkret durch den Ver­sicherungsnehmer nachgewiesen wird (E. 1.3.4). Für jeden Rente­nanspruch läuft eine sep­a­rate Ver­jährungs­frist von zwei Jahren (E. 2.5). Der Beschw­erde­führer (Jahrgang 1955) war seit 1983 selb­st­ständig erwerb­stätig. … weit­er­lesen

4A_538/2012: Anwendungsbereich von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG

Im Entscheid 4A_538/2012 vom 17. Jan­u­ar 2013 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob das Argu­ment, die Schied­sanzeige sei von ein­er nicht vertre­tungs­berechtigten Per­son ein­gere­icht wor­den, unter den Beschw­erde­grund von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG fall­en würde. Die Beschw­erde­führerin erhob Beschw­erde gegen den Schiedsspruch eines ICC Schieds­gerichts mit dem Argu­ment, die Schied­sanzeige sei … weit­er­lesen

9C_500/2012: keine Legitimation der Destinatäre zur Anfechtung des Genehmigungsentscheids bei Teilliquidation (amtl. Publ.)

Im Fall der Teilliq­ui­da­tion ein­er Vor­sorgeein­rich­tung müssen nach BVG 53b II die regle­men­tarischen Vorschriften über die Voraus­set­zun­gen und das Ver­fahren zur Teilliq­ui­da­tion von der Auf­sichts­be­hörde genehmigt wer­den. Im Rah­men des Genehmi­gungsver­fahrens [sieht ] das Gesetz […] für die Des­ti­natäre bei der Erstel­lung und rechts­be­grün­den­den Genehmi­gung des Teilliq­ui­da­tion­sre­gle­ments, welch­es Ver­fahren zwin­gend und in sich abgeschlossen ist, … weit­er­lesen

2C_620/2012: Ursprünglich VSt-belastete Einkünfte unterliegen der Nachsteuer zum Bruttobetrag

Im Entscheid war die Frage zu beant­worten, ob im Nach­s­teuerver­fahren bei ursprünglich ver­rech­nungss­teuer­be­lasteten Einkün­ften vom Brut­­to- oder Net­to­be­trag auszuge­hen sei. Der Steuerpflichtige hat­te ver­rech­nungss­teuer­be­lastete Einkün­fte nicht deklar­i­ert, und er ver­lor den Rück­er­stat­tungsanspruch. Im Nach­s­teuerver­fahren ver­langte er, dass lediglich der Net­to­be­trag (d.h. 65%) in die Bemes­sungs­grund­lage einzuschliessen sei. Während geset­zlich aus­drück­lich vorge­se­hen ist, dass nicht rück­forder­bare aus­ländis­che … weit­er­lesen