2C_916/2014, 2C_917/2014: Bussen mit Strafcharakter auch für juristische Personen nicht abzugsfähig; Gewinnabschöpfung dagegen schon (amtl. Publ.)

…ver­weist sodann auf einen Entscheid aus dem Jahr 2004, welch­er aus­ländis­che Steuer­bussen und aus­ländis­che Straf­s­teuern („Penal­ties“) gegen eine juris­tis­che Per­son als geschäftsmäs­sig nicht begrün­dete Steuer­busse qual­i­fizierte (E.3). Das Bun­des­gericht erin­nert daran, dass in Bezug auf selb­ständi­ge natür­liche Per­so­n­en seit sein­er Recht­sprechung aus dem Jahr 1940 „sämtliche mit einem Strafver­fahren zusam­men­hän­gen­den Bussen und Kosten“ nicht mehr als geschäftsmäs­sig begrün­det gel­ten (BGE

5A_66/2013: Auslegung ungemessener Dienstbarkeiten; Berücksichtigung öffentlich-rechtlicher Vorschriften; hier Anspruch auf ein Strassenbankett (amtl. Publ.)

…Dien­st­barkeit war umschrieben “das unbeschränk­te Fuss- und Fahrwe­grecht auf dem im Grund­buch­plan eingeze­ich­neten Fahrweg”. “Unbeschränkt” heisst nach der beste­hen­den Recht­sprechung des BGer soviel wie “nicht auf bes­timmte einzelne Zwecke beschränkt”, “nicht mit ein­er beson­deren Leis­tungspflicht ver­bun­den”. Damit haben die Parteien kein gemessenes, son­dern ein “ungemessenes” Wegrecht vere­in­bart, dessen Inhalt und Umfang sich nach den Bedürfnis­sen des berechtigten Grund­stücks richt­en (BGE

1B_232/2011: Untersuchungshaft und Haftentlassung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht gibt der Schwyz­er Ober­staat­san­waltschaft mit dem für die amtliche Samm­lung bes­timmten Urteil (1B_232/2011) vom 12. Juli 2011 recht, die gegen eine Haf­tent­las­sung vorge­gan­gen ist. Die Beschw­erde­führerin hat­te beim Kan­ton­s­gericht eine erste Beschw­erde ein­gere­icht, auf welche nicht einge­treten wurde, weil die ange­focht­ene Entschei­dung des Zwangs­mass­nah­men­gerichts noch nicht begrün­det war. Gegen den begrün­de­ten Entscheid hat sie daraufhin beim Zwangs­mass­nah­men­gericht eine…

4A_106/2009: UWG 2–8 lois d’application immédiate, wenn der Bund klagt (amtl. Publ.)

…c. Diesen Kon­flikt löste das BGer hier — für einen Fall, in dem von der Schweiz aus For­mu­la­rof­fer­ten für schein­bar kosten­lose Ein­träge in ein­er CD-ROM ins Aus­land ver­schickt wur­den -, indem es nach aus­führlich­er Begrün­dung UWG 2–8 als lois d’application immé­di­ate iSv IPRG 18 erachtet, “wenn der Bund gestützt auf Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG im öffentlichen Interesse…

2C_94/2018: Haftung für Schäden am Fahrzeug während Prüfungsfahrten (amtl. Publ.)

…Manöver bere­its vor dem Auss­chwenken hätte abbrechen müssen. Unter den gegebe­nen Umstän­den könne dem Experten keine Pflichtwidrigkeit ange­lastet wer­den (zum Ganzen E. 3.1). Das Bun­des­gericht fand in der Beweiswürdi­gung der Vorin­stanz keine Willkür (E. 3.6.2). Die A. GmbH machte weit­er gel­tend, die amtliche Tätigkeit eines Prü­fung­sex­perten lasse sich regelmäs­sig gar nicht über­prüfen, da an den Fahrten keine neu­trale Drittper­son teilnehme.…

4A_479/2018: Parteientschädigung für die Anschlussberufung bei Rückzug der Berufung (amtl. Publ.)

Die Beru­fungs­beklagte erhob in einem Beru­fungsver­fahren Anschluss­beru­fung. Die Beru­fungsklägerin zog in der Folge ihre Beru­fung zurück. Das Oberg­ericht des Kan­tons Zürich schrieb daraufhin das Ver­fahren ab und verpflichtete die Beru­fungsklägerin, der Beru­fungs­beklagten für das Beru­fungsver­fahren eine gekürzte Parteientschädi­gung zu bezahlen. Den Aufwand der Beru­fungs­beklagten für die Anschluss­beru­fung entschädigte das Oberg­ericht nicht zusät­zlich. Es begrün­dete dies damit, dass die Beru­fungs­beklagte nach…

4A_463/2014: Prozessentschädigung für das Schlichtungsverfahren (in casu in Mietsachen; amtl. Publ.)

Hin­ter­grund des Stre­its war eine (zunächst ordentliche und anschliessend ausseror­dentliche) Kündi­gung eines Mietver­trags über Lager­räume. Vor Bun­des­gericht strit­tig war unter anderem, ob die Vorin­stanz gegen Art. 113 Abs. 1 ZPO ver­stossen hat­te, indem sie die Ver­mi­eterin verpflichtet hat­te, auch für das Schlich­tungsver­fahren eine Prozessentschädi­gung zu entricht­en. Zunächst wies das Bun­des­gericht auf die Botschaft zur ZPO hin, in welch­er einzig festgehalten…

1B_471/2011 und 1B_473/2011: Grundsatz der Verfahrenseinheit und Vereinigung von Strafverfahren (amtl. Publ.)

In dem für die amtliche Samm­lung bes­timmten Urteil vom 24. Novem­ber 2011 (vere­inigte Ver­fahren 1B_471/2011 und 1B_473/2011) beschäftigt sich das Bun­des­gericht mit der Bestel­lung eines ausseror­dentlichen Staat­san­waltes im Zusam­men­hang mit dem Grund­satz der Ver­fahren­sein­heit und der Vere­ini­gung von Strafver­fahren. Zum Sachver­halt: Nach einem Stre­it unter Eheleuten stürmte die Son­dere­in­heit „Argus“ der Kan­ton­spolizei Aar­gau die ehe­liche Woh­nung, wobei eine Elek­troschock­pis­tole („Taser“)…

2C_979/2018: reformatorischer Entscheid durch die kantonale Beschwerdeinstanz im öffentlichen Beschaffungsrecht (amtl. Publ.)

…Zuschlagsempfän­gerin und die beschw­erde­führen­den Anbi­eter beschränkt sei. Vielmehr komme der Aufhe­bung des Zuschlags ungeteilte Wirkung zu und wirke damit gegenüber sämtlichen am Ver­gabev­er­fahren beteiligten Anbi­etern (BGE 141 II 14). Hin­ter­grund dieses Ver­fahrens war die Auss­chrei­bung eines Dien­stleis­tungsauf­trags im offe­nen Ver­fahren, in welchem die drittplatzierte Anbi­eterin (B. AG) eine Beschw­erde gegen den Zuschlagsentscheid erhoben hat­te. Das Kan­ton­s­gericht Basel-Land­schaft hob die Zuschlagsverfügung…