5A_489/2012: Persönlichkeitsverletzungen durch Medien (Zusammenfassung der Rechtslage und Beispiele)

Das BGer fasst im vor­liegen­den Urteil zunächst das Vorge­hen bei Per­sön­lichkeitsver­let­zun­gen durch die Medi­en zusam­men: Die Presse — wozu auch Leser­briefe zählen, unab­hängig davon ob der Leser­briefver­fass­er oder das pub­lizierende Organ ins Recht gefasst wer­den […] — kann auf zwei Arten in die Per­sön­lichkeit ein­greifen, näm­lich ein­er­seits durch die Mit­teilung von Tat­sachen und ander­er­seits durch deren Würdi­gung (BGE 126 III

4A_389/2020: Berechnung des Regressanspruches beim Versorgungsschaden (amtl. publ.)

Im zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 4A_389/2020 und 4A_415/2020 vom 18. Mai 2021 befasst sich das Bun­des­gericht u.a. mit der Frage der Berech­nung der Regress­forderun­gen im Zusam­men­hang mit einem Ver­sorgungss­chaden (Kap­i­tal­isierung auf den Todestag oder auf den Urteil­stag?). Das Bun­des­gericht bestätigte dabei seine in BGE 84 II 292 ver­ankerte Recht­sprechung, gemäss welch­er der Schaden beim Ver­sorgungss­chaden abstrakt auf den Todestag berechnet…

Forschung am Menschen: Botschaft zur Verfassungsgrundlage

Nach der Botschaft soll … der Bund eine umfassende Zuständigkeit zur Regelung der Forschung am Men­schen erhal­ten. Damit wird bezweckt, Würde und Per­sön­lichkeit des Men­schen in der Forschung zu schützen, dies unter Berück­sich­ti­gung der Forschungs­frei­heit und der Bedeu­tung der Forschung für Gesund­heit und Gesellschaft. Auf­grund der Vernehm­las­sungsergeb­nisse wurde der Entwurf des neuen Art. 118a revBV wie fol­gt geän­dert: “Art. 118a Forschung…

1B_238/2011: Akteneinsichtsrecht der Auskunftsperson im Strafverfahren (amtl. Publ.)

…Staat­san­walt ver­weigerte dies, während das Wal­lis­er Kan­ton­s­gericht ein Aktenein­sicht­srecht bejahte. Der Staat­san­walt zog den Entscheid weit­er an das Bun­des­gericht.  Beim ange­focht­e­nen Entscheid han­delte es sich um einen Zwis­ch­enentscheid. Das Bun­des­gericht unter­suchte daher zunächst die Frage, inwiefern das Ver­weigern der Aktenein­sicht einen nicht wiedergutzu­machen­den Nachteil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG darstelle. Das Bun­des­gericht ver­wies u.a. auf den zur…

2C_916/2014, 2C_917/2014: Bussen mit Strafcharakter auch für juristische Personen nicht abzugsfähig; Gewinnabschöpfung dagegen schon (amtl. Publ.)

…sowie dem erwäh­n­ten bun­desrätlichen Bericht an. Mit ein­er Sank­tion dieser Art sei im Umfang der Gewinnab­schöp­fung kein Strafzweck ver­bun­den, son­dern bloss die Kor­rek­tur eines rechtswidri­gen Zus­tandes. Die Beweis­last für den Gewinnab­schöp­fungs-Charak­ter ein­er Sank­tion hat die betrof­fene Gesellschaft zu tra­gen.  Präjudizwirkung für das U.S. Pro­gramm?  Dieser Entscheid dürfte die steuer­liche Behand­lung von „Penal­ties“ gegen Banken der Kat­e­gorie 2 unter dem U.S.…

8C_693/2016: Zulässigkeit eines eigenen Lohnsystems für Lehrpersonen (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil vom 4. Juli 2017 beschäftigte sich das BGer mit der Beschw­erde ein­er Pri­mar­lehrerin aus dem Kan­ton Aar­gau, welche vor­bringt, dass ihre lohn­mäs­sige Ein­rei­hung geschlechts­diskri­m­inierend sei. Bere­its im Jahr 2015 qual­i­fizierte das BGer auf Beschw­erde der­sel­ben Pri­mar­lehrerin hin den Beruf als Lehrper­son Primarstufe/Einschulungsklasse als frauen­spez­i­fisch, erk­lärte die Über­prü­fung hin­sichtlich ein­er indi­rek­ten Diskri­m­inierung als zuläs­sig und…

1C_285/2009: Logistep-Urteil: IP-Adressen sind u.U. Personendaten; Sammlung in P2P-Netzwerken ungerechtfertigt (amtl. Publ.)

Die Begrün­dung des im Ergeb­nis bere­its bekan­nten Logis­tep-Urteils des BGer vom 8. Sep­tem­ber 2010 ist seit heute ver­füg­bar (vgl. auch unseren früheren Beitrag). Das BGer hält fest, dass IP-Adressen Per­so­n­endat­en sind, dass sie dem DSG unter­fall­en, dass die Samm­lung von IP-Adressen durch pri­vate Unternehmen in P2P-Net­zw­erken die Grund­sätze der Erkennbarkeit und Zweck­bindung und damit — man­gels eines Recht­fer­ti­gungs­grun­des — das…

Presserat: Beschwerdefrist auf 3 Monate verkürzt

Der Presser­at hat die Frist zur Ein­re­ichung ein­er Beschw­erde durch eine Änderung seines Geschäft­sre­gle­ments von sechs auf drei Monate seit Pub­lika­tion des bean­stande­ten Medi­en­berichts verkürzt (Art. 10 Abs. 1). Die neue Frist gilt seit dem 1. Jan­u­ar 2017 (s. Mit­teilung des Presser­ats). Das Presser­at­sprä­sid­i­um hat zudem beschlossen, ab 2017 jew­eils zu kom­mu­nizieren, welche Medi­en es ver­säumt haben, über Rügen des…

Stellungnahme des Presserats Nr. 43/2010: Veröffentlichung von im Internet zugänglich gemachten Informationen

Der Presser­at hat­te zur Frage Stel­lung zu nehmen, ob Medi­en eine Infor­ma­tion (z.B. ein Bild) weit­er­ver­bre­it­en dür­fen, sobald diese öffentlich zugänglich gemacht wurde. Nach Anhörung u.a. des Anwalt Manuel Bianchi del­la Por­ta entsch­ied der Presser­at, dass das öffentliche Inter­esse gegenüber dem Anspruch auf Schutz der Pri­vat­sphäre abzuwä­gen ist und eine der Voraus­set­zun­gen iden­ti­fizieren­der Berichter­stat­tung vor­liegen muss. Dabei gilt die “Erk­lärung…

4A_625/2012: Anschein der Befangenheit bei verfälschter Wiedergabe von Aussagen eines Richters

Wird der Aus­stand eines Richters ver­langt, weil der Richter durch in der Presse kol­portierte Aus­sagen als befan­gen erscheine, so ist zunächst zu fra­gen, ob die Wieder­gabe der Aus­sagen in der Presse kor­rekt sind. Ist die Berichter­stat­tung der Presse ver­fälscht, ist dem Richter die ver­fälschte Darstel­lung den­noch zuzurech­nen, sofern er darauf verzichtet hat, den Artikel gegen­zule­sen; in diesem Fall hat er…