1C_428/2009: Konkordat über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit ist verfassungsmässig (amtl. Publ.)

BGG 82 b — ins­ge­samt gegen ver­fas­sungsmäs­sige Rechte ver­stosse und auch nicht nicht ver­fas­sungskon­form angewen­det wer­den könne. Das BGer weist die Beschw­erde ab. Zunächst haben die Ray­on­ver­bote, Meldeau­fla­gen und Polizeige­wahrsam keinen strafrechtlichen Charak­ter, son­dern polizeiliche Natur, so dass kan­tonale Legiferierung insoweit den Vor­rang des Bun­desrechts nicht ver­let­zt. Da mit diesen Mass­nah­men kein strafrechtlich­er Vor­wurf ver­bun­den ist, ist auch die Unschuldsver­mu­tung gewahrt.…

6B_83/2009: Strafzumessung, lex mitior, Entfernung von Strafregistereinträgen; gewerbsmässiger Betrug, Misswirtschaft und Widerhandlung gegen BankG

Mit Urteil vom 30. Juni 2009 (6B_83/2009) hob das Bun­des­gericht eine Entschei­dung des Kan­ton­s­gericht Schwyz auf, das den Beschw­erde­führer wegen gewerb­smäs­si­gen Betrugs, Mis­s­wirtschaft und Wider­hand­lung gegen Art. 46 Abs. 1 lit. f i.V.m. Abs. 2 BankG (Bankenge­setz) verurteilt hat. Das Kan­ton­s­gericht hat­te die Beru­fung abgelehnt und war der Auf­fas­sung, dass bei einem Ver­gle­ich zwis­chen dem alten und dem neuen Strafrecht

6B_1007/2010: Check- und Kreditkartenmissbrauch

…125 IV 260 E. 2). Erforder­lich ist zudem, dass der Schaden­sein­tritt mit der Mass­nahme hätte ver­hin­dert wer­den kön­nen. Ein allfäl­liges Unter­lassen der Bonität­sprü­fung ist daher strafrechtlich uner­he­blich, wenn es auch bei gehöriger Prü­fung zum Schaden gekom­men wäre, etwa weil der fehlende Zahlungswille des an sich zahlungs­fähi­gen Schuld­ners für den Karte­naussteller nicht erkennbar war (BGE 125 IV 260 E. 2; Urteil…

4C.3/2007: Schadenersatz für Steuerbussen? (amtl. Publ.)

…vom Grund­satz aus, dass Bussen als strafrechtliche Sank­tio­nen höch­st­per­sön­lich­er Natur sind: “All­ge­mein gilt, dass eine Busse den Gebüssten durch eine Ver­mö­gensver­min­derung bestrafen soll. Wie jede Strafe ist auch die Busse höch­st­per­sön­lich­er Natur, woraus fol­gt, dass eine ver­tragliche Vere­in­barung, welche einen Drit­ten verpflichtet, die Busse ganz oder teil­weise zu bezahlen, wider­rechtlich im Sinne von Art. 20 Abs. 1 OR ist (BGE 86…

6B_1437/2020: Mittäterschaft bei Vergewaltigung

…gemein­samen Entschluss voraus, der jedoch nicht aus­drück­lich bekun­det wer­den muss. Es genügt, wenn dieser kon­klu­dent zum Aus­druck kommt (E. 1.2.2). Ein Ver­brechen oder Verge­hen kann sodann auch durch pflichtwidriges Untätig­bleiben began­gen wer­den (Art. 11 Abs. 1 StGB). Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die Gefährdung oder Ver­let­zung eines strafrechtlich geschützten Rechtsguts nicht ver­hin­dert, obwohl er auf­grund ein­er Garan­ten­stel­lung dazu verpflichtet ist, namentlich…

6B_938/2020: Mehrfache Hinterziehung der Mehrwertsteuer (amtl. Publ.)

…die beschuldigte Per­son im Aus­land befind­et (E. 3.4). Vor­liegend war die Ver­jährung gewahrt wor­den, indem die Stra­fun­ter­suchung rechtzeit­ig innert der Frist von sieben Jahren ein­geleit­et (Art. 105 Abs. 1 lit. c MWSTG) und das Ver­fahren danach innert fünf Jahren mit­tels Strafver­fü­gung im Sinne von Art. 70 VStrR erledigt wor­den war (Art. 105 Abs. 2 und 4 MWSTG; E. 3.3). Im Ver­wal­tungsstrafrecht

6B_80/2011: Herausgabe von eingezogenen Vermögenswerten; Dritterwerber oder Direktbegünstigter

…zur Tathand­lung vom Täter oder einem Direk­t­begün­stigten erwirbt, also an der Anlas­stat nicht in strafrechtlich rel­e­van­ter Weise beteiligt ist und an dem der Einziehung unter­liegen­den Ver­mö­genswert nach der straf­baren Hand­lung ein dinglich­es oder allen­falls oblig­a­torisches Recht erwirbt. Als Direk­t­begün­stigter ist hinge­gen der­jenige anzuse­hen, welchem die Werte unmit­tel­bar durch die Straftat zugekom­men sind, der mit andern Worten Direk­t­begün­stigter ist (vgl. auch…

Steuerstrafrecht | DBG- und StHG-Anpassungen an das StGB: In Kraft ab 1. Januar 2017

Kür­zlich hat der Bun­desrat das Inkraft­treten der Anpas­sun­gen am Bun­des­ge­setz über die direk­te Bun­dess­teuer (DBG) und am Steuer­har­mon­isierungs­ge­setz (StHG) an die All­ge­meinen Bes­tim­mungen des Strafge­set­zbuch­es (StGB) auf den 1. Jan­u­ar 2017 fest­gelegt. Nation­al- und Stän­der­at hat­ten das entsprechende Gesetz am 26. Sep­tem­ber 2014 ver­ab­schiedet. Der bish­erige Wort­laut divers­er steuer­strafrechtlich­er Bes­tim­mungen im DBG und im StHG (betr. Ver­fol­gungsver­jährung, Voll­streck­ungsver­jährung und Vergehenssanktionen)…

Botschaft zum Steuerstrafrecht in Auftrag gegeben

Der Bun­desrat hat das Ergeb­nis der Vernehmas­sung zum Bun­des­ge­setz über eine Vere­in­heitlichung des Steuer­strafrechts zur Ken­nt­nis genom­men. Aus der Medi­en­mit­teilung: Die Aufhe­bung der dop­pel­ten Bestra­fung, ein­heitliche Ver­fahrens­bes­tim­mungen und erweit­erte Unter­suchungsmit­tel in Steuer­strafver­fahren: Damit will der Bun­desrat beste­hende Schwächen des Steuer­strafrechts beheben. Er hat heute den Ergeb­nis­bericht zur Vernehm­las­sungsvor­lage zur Ken­nt­nis genom­men und das Eid­genös­sis­che Finanzde­parte­ment beauf­tragt, bis Ende 2015 eine…

1C_396/2015: Die Auferlegung einer Busse unter solidarischer Haftung ist im Verwaltungsstrafrecht unzulässig

…natür­liche Per­so­n­en seien deshalb je einzeln zu büssen, sagt das BGer Fol­gen­des: Eine Busse soll den Gebüssten durch eine Ver­mö­gens­min­derung bestrafen. Wie jede andere Strafe ist die Busse höch­st­per­sön­lich­er Natur. Dies gilt sowohl für Bussen des Kern­strafrechts als auch für jene des Ver­wal­tungsstrafrechts. Die Höch­st­per­sön­lichkeit schliesst die Über­trag­barkeit und damit ins­beson­dere auch die Vererblichkeit aus […]. Die Busse ist mithin nicht mit…