6B_176/2009: Veruntreuung; Vorsatz, Subsumtions- und Sachverhaltsirrtum

…Vor­satzde­lik­ts man­gels Vor­satzes freis­prechen müsste, weil auch die erste Instanz nicht gewusst habe, dass unter den gegebe­nen Umstän­den das Tatbe­standsmerk­mal erfüllt ist. Die irrtüm­liche Auf­fas­sung des Beschuldigten, dass unter den gegebe­nen konkreten Umstän­den ein bes­timmtes strafrechtlich­es Merk­mal eines Tatbe­stands nicht erfüllt sei, ist grund­sät­zlich ein unbeachtlich­er Sub­sum­tion­sir­rtum. Der Vor­satz kann auch nicht mit dem Argu­ment verneint wer­den, der Beschw­erdegeg­n­er habe…

8C_110/2013: Fristlose Kündigung wegen finanzieller Verfehlungen eines Realschullehrers geschützt

…Der Realschullehrer stellte die ihm ange­lasteten Vorgänge nicht in Abrede. Er machte jedoch gel­tend, auf  entsprechende Auf­forderung seit­ens der Schule habe er keine weit­eren Reisen mehr über den SBB-Kun­den­zu­gang gebucht. Er habe nicht in Schädi­gungsab­sicht gehan­delt und ihm könne auch kein strafrechtlich geah­n­detes Ver­schulden ange­lastet wer­den. Der Schule sei überdies kein finanzieller Schaden erwach­sen (E. 7.1.4). Dass die Vorin­stanz diese…

4A_400/2016: Zeitlicher Kündigungsschutz; Beginn der Schwangerschaft (amtl. Publ.)

…bere­its mit der Befruch­tung der Eizelle begin­nt (E. 2.1.2 und 2.3.1). Das Bun­des­gericht stellte klar, dass der arbeit­srechtliche Beginn ein­er Schwanger­schaft nicht der­selbe Zeit­punkt ist, wie er für das Strafrecht gilt. Im Anwen­dungs­bere­ich von Art. 118 ff. StGB gilt die Ein­nis­tung der befruchteten Eizelle in die Gebär­mut­ter als Beginn der Schwanger­schaft. Die Meth­o­d­en zur Ver­hü­tung ein­er Schwanger­schaft sollen gemäss Bundesgericht…

4A_481/2007: “Adressbuch Maffia” hier nicht unlauter

…ist dort verze­ich­net. Die kan­tonalen Instanzen wiesen die Klage ab. Das BGer bestätigt das Urteil der Vorin­stanz. Die auf der Web­site ver­wen­de­ten Begriffe wie “Adress­buch-Schwindel”, “Adress­buch Betrüger”, “Adress­buch Maf­fia”, “Unter­schriften­er­schle­ich­er”, “Bauern­fänger” und “Trick­be­trüger” seien im Gesamtzusam­men­hang zu betra­cht­en; die Aus­drücke seien nicht isoliert und nur nach ihrer strafrechtlichen Bedeu­tung zu ver­ste­hen. Das Bild des Durch­schnittsle­sers, auf das die Vorin­stanz abgestellt hatte,…

2C_383/2020: Einvernahme ehemaliger Organe in Kartellsanktionsverfahren als Zeugen (amtl. Publ.)

…teil­weise andere Stoss­rich­tung ver­folge als bei natür­lichen Per­so­n­en. Von einem Strafver­fahren betrof­fene natür­liche Per­so­n­en wür­den durch eine (straf­be­wehrte) Pflicht zur wahrheits­gemässen Aus­sage in das Dilem­ma ger­at­en, sich entwed­er selb­st ein­er Unrecht­stat zu bezichti­gen oder aber Zwangsmit­teln aus­ge­set­zt zu wer­den. Dies sei bei juris­tis­chen Per­so­n­en nicht der Fall. Solange den für das Unternehmen han­del­nden Orga­nen nicht auch per­sön­lich eine (strafrechtliche oder…

5A_496/2014: Persönlichkeitsrechte der Angehörigen bei Berichterstattung über Verstorbene (Verletzung verneint)

…Ver­stor­be­nen geführt. Das BGer weist die Klage wie bere­its die Vorin­stanzen ab. Die Klage kon­nte sich zunächjst nur auf den Andenken­schutz der Klägerin­nen stützen, nicht auf Per­sön­lichkeit­srechte der Ver­stor­be­nen, denn anders als im Strafrecht endet die Per­sön­lichkeit im Zivil­recht sofort mit dem Tod, auch soweit das Recht am eige­nen Bild betrof­fen ist: […] Unter strafrechtlichen Gesicht­spunk­ten ist es zwar richtig, dass…

2C_655/2009: Entzug des Notariatspatents wg. strafbarer Handlung im Privatbereich

Einem Notari­ats­be­wer­ber wurde nach ein­er strafrechtlichen Verurteilung (wegen Gewalt und Dro­hung gegen Behör­den und Beam­te­und Ver­let­zung von Verkehrsregeln; bei ein­er Polizeikon­trolle wegen Fahrens ohne Sicher­heits­gurt und am Handy war er mit einem Reifen gegen den Fuss des Polizis­ten gefahren) durch die Ver­wal­tungskom­mis­sion des­OGer ZH das Wahlfähigkeit­szeug­nis als Notar (§ 8 des zürcherischen Notari­ats­ge­set­zes) dauer­haft wegen Fehlens der Ver­trauenswürdigkeit ent­zo­gen. Das…

2C_739/2015 (amtl. Publ.): Berufsverbot i.S.v. Art. 33 FINMAG: prozessuale Fragen, Rechtsnatur

…und E. 3.3). Das Bun­des­gericht set­zte sich detail­liert mit der Recht­snatur des Berufsver­bots auseinan­der und kam zum Schluss, ungeachtet der repres­siv­en Ele­mente, welche das Berufsver­bot auch enthalte, sei diese Sank­tion als admin­is­tra­tiv und nicht strafrechtlich zu qual­i­fizieren. Kon­se­quenz:  “Gilt das Ver­fahren auf Erlass eines Berufsver­bots im Sinne von Art. 33 FINMAG nicht als eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art.…

2C_704/2021: Staatshaftung aufgrund rechtswidriger Haftbedingungen (amt. Publ., FR)

…rechtswidri­gen Haftbe­din­gun­gen eine öffentlich-rechtliche Angele­gen­heit ist, obschon das kan­tonale Recht für die Gel­tend­machung allfäl­liger Ansprüche gegen den Staat ein Ver­fahren vor den Zivil­gericht­en vor­sieht. In diesem Zusam­men­hang ist die II. öffentlich-rechtliche Abteilung zuständig (Art. 30 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 33 BGerR). In Absprache mit der strafrechtlichen Abteilung muss die alte Prax­is, wonach die strafrechtliche Abteilung für…

Publikationen zur “Steueraffäre”

In der aktuellen Aus­gabe der Zeitschrift für Inter­na­tionale Strafrechtsdog­matik (ZIS) find­et sich ein lesen­wert­er Beitrag über “Die Straf­barkeit des Erwerbs von ´geklaut­en´ Steuer­dat­en und ihre Beweisver­w­er­tung” von Herib­ert Osten­dorf. Der Autor geht darin nicht nur ver­tieft auf das deutsche Straf- und Straf­prozess­recht ein (S. 302, 303 ff.), son­dern äussert sich auch zur Straf­barkeit der Datenkopier­er bzw. ‑anbi­eter nach schweiz­erischem Strafrecht