4A_318/2015: Haftung für Rostschäden am verschifften Frachtgut wegen mangelhafter Verpackung? (amtl. Publ.)

Ein Zürcher Unternehmen sollte für einen langjähri­gen Geschäftspart­ner in Koblenz, der Tam­pon­maschi­nen her­stellt, fünf Spezialan­fer­ti­gun­gen für einen Kun­den in Aus­tralien seetüchtig ver­pack­en und ver­schif­f­en. Die speziellen Aus­fer­ti­gun­gen kamen mit erhe­blichen Ros­tschä­den beim Empfänger an. Der Her­steller machte gegen das Ver­pack­ung­sun­ternehmen bzw. dessen Ver­sicherung einen Schaden­er­satzanspruch in Höhe von 6.1 Mio. Franken wegen eines Sach­schadens auf­grund man­gel­hafter Ver­tragserfül­lung gel­tend. Der Anspruchsgegner…

4A_239/2007: konkludente Genehmigung vollmachtloser Stellvertretung

Fraglich war hier u.a., ob A., der einen öffentlich beurkun­de­ten Vorver­trag unterze­ich­nete, dazu ermächtigt war. Eine schriftliche Voll­macht lag nicht vor. Vor BGer war einzig strit­tig, ob die voll­macht­lose Vertre­tung genehmigt wor­den war. Das BGer verneinte die Frage. Zur stillschweigen­den Genehmi­gung führt das BGer fol­gen­des aus: “Stillschweigen kann dabei nur dann als Genehmi­gung aus­gelegt wer­den, wenn ein Wider­spruch möglich und zumutbar…

4A_249/2010: Beginn der Verjährungsfrist vertraglicher Schadenersatzansprüche (amtl. Publ.)

Das BGer bestätigt seine Recht­sprechung, wonach der Lauf der Ver­jährungs­frist für Schaden­er­satzansprüche aus ver­tragswidriger Kör­per­ver­let­zung (OR 127) mit dem pflichtwidri­gen Ver­hal­ten begin­nt, und nicht erst mit dem Ein­tritt des Schadens: “Durch das Abstellen auf den Zeit­punkt der Pflichtver­let­zung als Beginn der Ver­jährung wer­den ein­er­seits Wer­tungs­diskrepanzen zum ausserver­traglichen Haftpflichtrecht ver­mieden. Ander­er­seits erweist sich der ver­tragliche Schaden­er­satzanspruch als Folge des nicht ver­tragsgemässen…

4A_360/2012: Doppelvertretung; fehlende ausnahmsweise Gültigkeit

Der vor­liegende Entscheid des BGer bet­rifft die Abtre­tung ein­er Forderung zum Nom­i­nal­w­ert und die Umwand­lung des Kauf­preis­es für die Forderung in ein Dar­lehen der Zedentin an die Zes­sion­ar­in. Zur Sicherung des Dar­lehens über­gab die Zes­sion­ar­in der Zedentin einen Inhab­er­schuld­brief. Beim Zes­sions- und beim Dar­lehensver­trag han­del­ten diesel­ben zwei Per­so­n­en für bei­de Ver­tragsparteien. Im Betrei­bungsver­fahren nach Kündi­gung des Dar­lehens bestritt die Käuferin/Darlehensnehmerin…

4A_269/2017: Auftragsvertrag, Erfolgshonorar (amtl. Publ.)

Diesem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: A und die B. AG (han­del­nd durch A) unterze­ich­neten am 4. Mai 2008 ein schriftlich­es Ange­bot “Man­datsvere­in­barung Pro­jekt D.” der C. AG, das diese als “exklusive[r] M&A Berater im Zusam­men­hang mit dem Verkauf der B. AG” unter­bre­it­et hat­te. Die C. AG verpflichtete sich, A und die B. AG zu berat­en und zu unter­stützen, wobei…

4A_141/2011: BGer zementiert zwingende Natur von OR 404 I

…Prax­is ausse­hen müsste (Urteil 4A_437/2008 […]). Diese Erwä­gun­gen tre­f­fen nach wie vor zu. Das Bun­des­gericht hat die Frage nach der Recht­snatur von Art. 404 Abs. 1 OR beant­wortet und ein Bedürf­nis zur Über­prü­fung der klaren und kon­stan­ten Recht­sprechung zur zwin­gen­den Natur von Art. 404 OR beste­ht auch dann nicht, wenn diese von kan­tonalen Gericht­en im Einzelfall nicht befol­gt wer­den sollte. […].”…

4A_52/2017: Ausweisung des Mieters (amtl. Publ.)

…Während die Forderun­gen auf Zahlung der ausste­hen­den Miet­zinse Nach­lass­forderun­gen i.S.v. Art. 297 Abs. 5 SchKG darstellen wür­den, tre­ffe dies auf den Anspruch der Ver­mi­eter auf Rück­gabe der Miet­sache nicht zu. Darüber hin­aus sei dieser Anspruch unteil­bar, weshalb auch kein Teil­verzicht im Nach­lassver­trag gemäss Art. 314 Abs. 1 SchKG möglich sei (E. 6). Auch das Argu­ment der Mieter, wonach die Räu­mung des Geschäft­slokals die Genehmi­gung eines Nach­lassver­trags

4A_428/2014: Verantwortlichkeit von Verwaltungsräten nach Art. 41 OR, direkter Schaden, Kauselzusammenhang (amtl. Publ.)

Hin­ter­grund dieses Urteils bildete die Klage eines Arbeit­nehmers gegen die Ver­wal­tungsräte sein­er ehe­ma­li­gen Arbeit­ge­berin. Die Gesellschaft hat­te die Ver­sicherung­sprämien für die Kollek­tiv-Kranken­taggeld­ver­sicherung nicht geleis­tet, mit der Folge, dass sich der Ver­sicher­er weigerte, die Kranken­taggelder für den Arbeit­nehmer auszuzahlen. Neben den Ver­wal­tungsräten fasste der Arbeit­nehmer auch seine ehe­ma­lige Arbeit­ge­berin ins Recht. Den mit­tels Ver­gle­ich mit Let­zteren ver­sproch­enen Betrag erhielt der Arbeitnehmer…

4A_321/2012: Share Deal; Zusicherung und Garantie; “Kenntnis” des Mangels schon bei “Kennenmüssen”

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Entscheid (lei­der nur knapp) zur Unter­schei­dung zwis­chen Zusicherung und selb­ständi­ger Garantie im Kaufrecht (hier: Unternehmen­skauf). Diese Unter­schei­dung ist bedeut­sam, weil die Zusicherung zum Gewährleis­tungsrecht gehört und Ver­let­zun­gen deshalb nur bei Ein­hal­tung der Prüf- und Rügeobliegen­heit­en zur Haf­tung führen, während die selb­ständi­ge Garantie nach OR 97 ff. beurteilt wird, so dass keine Prüf- und Rügeobliegenheiten…

4A_364/2013: Vermögensverwaltung, mangelnde Aufklärung und Beratung, Beweis durch zu riskante Strategie; Schaden, hypothetisches Vergleichsportfolio; Honorar

Dem vor­liegen­den Urteil des BGer liegt ein Erb­fall zugrunde, bei dem die Nichte der Erblasserin, eine aus­ge­bildete Kranken­schwest­er und früh­pen­sion­ierte Flight Atten­dant, als Alleinerbin eines Ver­mö­gens von rund CHF 3.5 Mio. vor Steuern einge­set­zt wor­den war. Sie zog dann auf Anrat­en des Anwalts der Erblasserin eine Per­son als exter­nen Ver­mö­gensver­wal­ter ein. Der Anwalt und der Ver­mö­gensver­wal­ter investierten sodann prak­tisch das…