Revision des Sanierungsrechts in Kraft per 1. Januar 2014

Der Bun­desrat hat let­zte Woche die Teil­re­vi­sion des Bun­des­ge­set­zes über Schuld­be­trei­bung und Konkurs (SchKG) auf den 1. Jan­u­ar 2014 in Kraft geset­zt. Mit den  neuen Bes­tim­mungen soll die Sanierung von Unternehmen erle­ichtert wer­den, ins­beson­dere durch fol­gende Mass­nah­men (vgl. Medi­en­mit­teilung): Die Nach­lassstun­dung wird kün­ftig nicht mehr zwin­gend in einem Nach­lassver­trag oder Konkurs enden. Sie kann ver­mehrt auch zu reinen Stun­dungszweck­en bewilligt…

5D_141/2014: Kein Anspruch auf Gerichtsverhandlung bei definitiver Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den, öffentlich berate­nen Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, ob bei der defin­i­tiv­en Recht­söff­nung ein Anspruch auf Durch­führung ein­er Gerichtsver­hand­lung beste­ht. Das Bun­des­gericht kam zum Schluss, dass auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK keinen solchen Anspruch gewähre. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Der Kan­ton Zürich betrieb A. auf Rück­er­stat­tung eines Stu­di­en­dar­lehens. Er stützte sich dabei auf eine Rückerstattungsverfügung…

5A_39/2009: Vermutung des Eigentums aus dem Besitz (amtl. Publ.)

Das BGer bestätigt ein Urteil, wonach aus dem Besitz nur dann die Ver­mu­tung des Eigen­tums fol­gt,  wenn der Besitz so beschaf­fen ist, dass sich daraus vor­läu­fig, d.h. vor­be­hältlich der Wider­legung durch andere Tat­sachen, wirk­lich auf ein entsprechen­des Recht schliessen lässt. Vom Besitzer kann fern­er ver­langt wer­den, dass er über die Umstände seines Recht­ser­werbs Auskun­ft gibt.  Im vor­liegend beurteil­ten Fall war es der…

5a_313/2010: Verrechnung mit einer bestrittenen Gegenforderung wirkt trotz OR 120 II erst bei gerichtlicher Bestätigung der Gegenforderung; solche Verrechnung daher keine taugliche Einwendung gegen def. Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Beruht eine Forderung auf einem voll­streck­baren Urteil ein­er Behörde des Bun­des oder des Kan­tons, in dem die Betrei­bung ein­geleit­et ist, wird die defin­i­tive Recht­söff­nung nach SchKG 81 I erteilt, wenn  der Betriebene nicht durch Urkun­den beweist, dass die Schuld seit Erlass des Urteils getil­gt oder ges­tun­det wor­den ist, oder die Ver­jährung anruft. Als Tilgung kommt nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung auch die Verrechnung…

5A_288/2012: Arrestprosequierung, Zustellung des Zahlungsbefehls und Obliegenheiten des Arrestgläubigers (amtl. Publ.)

SchKG 279 I ver­langt vom Arrest­gläu­biger, spätestens zehn Tagen nach Zustel­lung der Arresturkunde Betrei­bung “einzuleit­en”, falls er das nicht schon vor der Arrest­be­wil­li­gung getan hat (Pros­e­quierung). Das BGer hält zunächst fest, dass “Ein­leitung” nicht die Zustel­lung des Zahlungs­be­fehls meint, son­dern die Stel­lung des Betrei­bungs­begehrens: 4.1 Mit “Ein­leit­en der Betrei­bung” im Sinn von Art. 279 Abs. 1 SchKG ist gemeint, dass…

5A_709/2018: Ausländerarrest, Geldwäscherei und genügender Bezug zur Schweiz (amtl. Publ., IT)

In diesem zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 5A_709/2018 vom 11. Juli 2022 set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Frage auseinan­der, ob der Bezug zur Schweiz nach Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG als genü­gend zu qual­i­fizieren ist, wenn die gel­tend gemachte Forderung im Recht der unler­laubten Hand­lun­gen fusst und der delik­tis­che Betrag aus ein­er Verun­treu­ung auf ein Bankkon­to in der…

5A_29/2014: Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte (und nicht des Handelsgerichts) für eine Widerspruchsklage nach Art. 108 SchKG (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, ob das Han­dels­gericht für die Beurteilung ein­er Wider­spruch­sklage nach Art. 108 SchKG sach­lich zuständig ist. Die Beschw­erde­führerin hat­te Betrei­bung gegen die A. Ltd. ein­geleit­et und das Betrei­bungsamt hat­te in der Folge Ver­mö­genswerte im Schätzungswert von rund Fr. 22 Mio. gepfän­det. Die Beschw­erdegeg­ner­in hat­te als Drit­tansprecherin Pfan­drechte an den gepfän­de­ten Ver­mö­genswerten gel­tend gemacht.…

5A_530/2008: Vollstreckbarerklärung von ausländischen vorsorglichen Massnahmen (Art. 31 LugÜ), Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör

In einem gestern veröf­fentlicht­en, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid (5A_530/2008 vom 22. Okto­ber 2009) befasste sich das Bun­des­gericht mit der Voll­streck­bar­erk­lärung von aus­ländis­chen vor­sor­glichen Mass­nah­men (Art. 31 LugÜ). Das Bun­des­gericht hielt zunächst mit Blick auf die zuläs­si­gen Beschw­erde­gründe fest, dass es sich (in Analo­gie zur Recht­söff­nung, siehe BGE 133 III 399) recht­fer­tige, gegen das selb­ständi­ge Exe­quatur die Beschw­erde­gründe nicht einzuschränken…

2C_468/2011 und 2C_469/2011: Sicherstellung Staatssteuer; geldwerte Leistung

Der Beschw­erde­führer war Alleinak­tionär und VR-Präsi­dent der Z. AG in Liq­ui­da­tion. Nach Auf­fas­sung des Steuer­amts SO schuldete der Beschw­erde­führer sub­stantielle Steuer­be­träge für die Jahre 2005 bis 2009. Die Steuer­forderun­gen waren haupt­säch­lich darauf zurück­zuführen, dass das Steuer­amt in einem Dar­lehensver­hält­nis zwis­chen der Z. AG und dem Beschw­erde­führer eine geld­w­erte Leis­tung erblick­te. Ver­schiedene recht­skräftig ver­an­lagte Steuer­ansprüche blieben unbezahlt und wur­den in Betreibung…

5A_473/2016: keine prov. Rechtsöffnung gestützt auf eine Abzahlungsvereinbarung über öffentlich-rechtliche Forderungen

Im vor­liegen­den Urteil bestätigte das Bun­des­gericht, dass für öffentlich-rechtliche Forderun­gen grund­sät­zlich keine pro­vi­sorische Recht­söff­nung erteilt wer­den kann. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zu Grunde: Die poli­tis­che Gemeinde U. hat­te die A. betrieben. Auf Rechtsvorschlag der A. ver­langte die Gemeinde pro­vi­sorische Recht­söff­nung gestützt auf eine Schul­dan­erken­nung / Abzahlungsvere­in­barung mit der Schuld­ner­in. Während das Bezirks­gericht pro­vi­sorische Recht­söff­nung erteilt hat­te, hob das Kantonsgericht…