4A_229/2010: Weisungsrecht im Agenturvertrag nur “in engen Grenzen” (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall war strit­tig, ob aus Sicht des Auf­tragge­bers unzure­ichende Verkaufs­be­mühun­gen des Agen­ten einen wichti­gen Grund für die Kündi­gung eines Agen­turver­trags (OR 418r II iVm OR 337 II) darstellen. Damit verknüpft war die vom BGer bish­er unbeant­wortete Frage, ob der Auf­tragge­ber dem Agen­ten gegenüber ein Weisungsrecht besitzt. Das BGer hat­te diese Frage lediglich im … weit­er­lesen

4A_144/2010: keine Revision aufgrund neuer Diagnose-Methode im Pechstein-Verfahren (amtl. Publ.)

Das BGer hat dem Ver­fahren i.S. Pech­stein ein weit­eres Kapi­tel hinzuge­fügt. Clau­dia Pech­stein wurde wegen eines ungewöhn­liche Retiku­lozyten-Werts im Juli 2009 für zwei Jahre ges­per­rt und machte eine Erbkrankheit gel­tend. Im fol­gen­den Ver­fahren vor dem TAS beantragte Pech­stein nach Abschluss der Experten-Hear­ings die Wieder­eröff­nung des Ver­fahrens — ein Gutachter habe seine Mei­n­ung vor den Hear­ings … weit­er­lesen

4A_187/2010: Erwähnung von Krankheit im Arbeitszeugnis; hier bejaht (amtl. Publ.)

Das BGer fasst die Regeln zur Erwäh­nung von Krankheit­en in Arbeit­szeug­nis­sen zusam­men: Erwäh­nung zwin­gend, falls sie einen erhe­blichen Ein­fluss auf Leis­tung oder Ver­hal­ten des Arbeit­nehmers hat­te; falls sie die Eig­nung zur Erfül­lung der bish­eri­gen Auf­gaben in Frage stellte und damit einen sach­lichen Grund zur Auflö­sung des Arbeitsver­hält­niss­es bildete; Erwäh­nung unzuläs­sig, falls sie geheilt ist und … weit­er­lesen

5A_36/2010: Provisorische Rechtsöffnung fällt unter LugÜ 16 Ziff. 5 (amtl. Publ.)

In ein­er Betrei­bung gegen eine schweiz­erische AG stellte die deutsche Gläu­bigerin das Gesuch um pro­vi­sorische Recht­söff­nung (“provR”). Strit­tig war vor BGer lediglich die inter­na­tionale Zuständigkeit der schweiz­erischen Gerichte. Zwar fie­len die Gerichtsstände nach LugÜ 2 und nach LugÜ 16 Ziff. 5 hier zusam­men, doch beruhte die Forderung auf ein­er Vere­in­barung mit abwe­ichen­der Gerichts­standsvere­in­barung. Das BGer … weit­er­lesen

4A_302/2010: BGer bestätigt Schutzunfähigkeit von “Madonna (fig.)” als Marke wg. Sittenwidrigkeit (amtl. Publ.)

Madon­na (fig.) Das BGer hat das Urteil des BVer­wGer bestätigt, das dem Zeichen “Madon­na (fig.)” den Marken­schutz wegen Sit­ten­widrigkeit iSv MSchG 2 d ver­sagt hat (vgl. dazu unseren früheren Beitrag). Aus Sicht der katholis­chen Chris­ten beze­ich­net der Aus­druck “Madon­na” die Mut­ter­gottes. Eine Kom­merzial­isierung dieser Beze­ich­nung wäre geeignet, die religiösen Gefüh­le der katholis­chen Chris­ten zu verletzen.DIese … weit­er­lesen

1C_322/2010: Öffentlichkeitsprinzip auch betr. Einstellungsverfügungen nach StGB 53; schutzwürdiges Interesse bejaht (amtl. Publ.)

Nach der Ein­stel­lung des Strafver­fahrens gegen den ehe­ma­li­gen Armeechef Roland Nef im Okto­ber 2007 ver­langten ver­schiedene Medi­en Ein­sicht in die Ein­stel­lungsver­fü­gung. Die Staat­san­waltschaft hat­te das Ersuchen gut­ge­heis­sen, die Ober­staat­san­waltschaft ZH dage­gen auf Rekurs von Nef abgewiesen. Das Ver­wGer ZH hiess die Beschw­erde der Medi­en gut. Das BGer weist die Beschw­erde dage­gen ab. In BGE 134 I … weit­er­lesen

4A_210/2010: Längere strafrechtliche Verjährungsfrist (OR 60 II) bei Einstellung des Strafverfahrens bzw. Unterlassen eines Strafantrags; Reichweite der Verjährungseinrede (amtl. Publ.)

Im Rah­men eines Ver­fahrens betr. eine Ver­ant­wortlichkeit­sklage fasst das BGer die Wirkung eines Strafver­fahrens auf OR 60 II (län­gere strafrechtliche Ver­jährungs­frist für den Zivi­lanspruch) zusam­men: Die Anwen­dung von OR 60 II ist auch durch eine recht­skräftige strafrechtliche Ver­fahren­se­in­stel­lung nur dann aus­geschlossen, wenn diese Ein­stel­lung darauf beruht, dass ein (objek­tives oder sub­jek­tives) Tatbe­standsmerk­mal nicht erfüllt ist. Andern­falls bleibt … weit­er­lesen

5a_313/2010: Verrechnung mit einer bestrittenen Gegenforderung wirkt trotz OR 120 II erst bei gerichtlicher Bestätigung der Gegenforderung; solche Verrechnung daher keine taugliche Einwendung gegen def. Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Beruht eine Forderung auf einem voll­streck­baren Urteil ein­er Behörde des Bun­des oder des Kan­tons, in dem die Betrei­bung ein­geleit­et ist, wird die defin­i­tive Recht­söff­nung nach SchKG 81 I erteilt, wenn  der Betriebene nicht durch Urkun­den beweist, dass die Schuld seit Erlass des Urteils getil­gt oder ges­tun­det wor­den ist, oder die Ver­jährung anruft. Als Tilgung kommt nach der … weit­er­lesen

4a_293/2010: Doppelrelevante Tatsachen müssen im Eintretensstadium nur ausnahmsweise als wahrscheinlich erscheinen (amtl. Publ.)

Die Klägerin (Margheri­ta Agnel­li de Pahlen) klagte in Genf gegen eine Gen­fer Bank und eine lux­em­bur­gis­che Bank mit Zweignieder­las­sung in Genf auf Rechen­schaftsablage über Bankbeziehun­gen mit ihrem ver­stor­be­nen Vater, Gian­ni Agnel­li. Die lux­em­bur­gis­che Bank machte die Unzuständigkeit des angerufe­nen Gerichts ratione loci gel­tend. Die Gen­fer Gerichte bejaht­en die Zuständigkeit nach LugÜ 5 Ziff. 5. Das BGer … weit­er­lesen

5A_287/2009: Paulianische Klage auf Wertersatz reicht für Fristwahrung iSv SchKG 292 Ziff. 2 auch betr. Realersatz (amtl. Publ.)

Die Klägerin hat­te in ein­er Absichtspau­liana (SchKG 288) im Jan­u­ar 2007 den Verkauf zweier Grund­stücke ange­focht­en und die Zahlung von rund CHF 420’000 ver­langt. Später, im Dezem­ber 2007, hat­te sie ihr Klage­begehren dahinge­hend geän­dert, es sei festzustellen, dass die betr­e­f­fend­en Grund­stücke zur Ver­w­er­tung herange­zo­gen wer­den kön­nen und der Konkurs­masse zurück­zugeben seien; allen­falls sei Erwer­berin der … weit­er­lesen