5A_882/2012: Fristverlängerung iSv SchKG 33 II von einem Tag

Das BGer hält im vor­liegen­den Entscheid fest, dass das Ermessen i.S.v. SchKG 33 II nicht ver­let­zt wird, wenn ein­er im Deutsch­land wohn­haften Per­son eine Fristver­längerung von einem Tag (für die Erhe­bung ein­er SchKG-Beschw­erde) gewährt wird: Wenn die Vorin­stanz die am 13. Dezem­ber 2011 der Schweiz­erischen Post übergebene Beschw­erde als rechtzeit­ig erachtet hat, wird dem Beschw­erdegeg­n­er … weit­er­lesen

5A_376/2012: Eingabe bei der sachlich oder funktionell unzuständigen Instanz; überspitzer Formalismus bejaht

Das BGer hält im vor­liegen­den Entscheid fest, dass eine Behörde, die zuwartet, bis sich ein verbesser­lich­er Fehler nicht mehr heilen lässt, und danach die Partei die Fol­gen dieses Fehlers tra­gen lässt, über­spitzt for­mal­is­tisch han­delt. Konkret hat­te das  Bezirks­gericht Hor­gen einen nicht vertrete­nen Beschw­erde­führer nach Erhalt eines Rechtsmit­tels nicht darauf aufmerk­sam gemacht, dass die Beschw­erde bei der … weit­er­lesen

5A_568/2012: Novenrecht im LugÜ-Exequaturverfahren

Das BGer hält fest, dass ZPO 326 (Noven­recht im Beschw­erde­v­er­fahren) im Exe­quaturver­fahren für LugÜ-Urteile nicht anwend­bar ist: […] Zumal das erstin­stan­zliche Ver­fahren ein­seit­ig ist und die Gegen­partei erst im Rechtsmit­telver­fahren ihren Stand­punkt einzubrin­gen ver­mag, kann Art. 326 ZPO im Exe­quatur-Ver­­fahren nicht zum Tra­gen kom­men, son­dern müssen Noven im Rechtsmit­telver­fahren gemäss Art. 43 LugÜ i.V.m. Art. 327a ZPOweit­er­lesen

2C 337/2012: Hoheit für Besteuerung des aufgeschobenen Grundstückgewinns liegt beim Zuzugskanton

Im Entscheid ging es ein­er­seits um die zwei­jährige Frist bei der Ersatzbeschaf­fung von Wohneigen­tum und ander­seits um die Steuer­ho­heit bei der Erhe­bung der ursprünglich aufgeschobe­nen Steuer. Der Beschw­erde­führer verkaufte am 3. Jan­u­ar 2001 die selb­st­genutzte Wohn­liegen­schaft im Kan­ton NW. Ein Jahr zuvor, am 7. Jan­u­ar 2000, hat­te der Beschw­erde­führer Stock­w­erkeigen­tum im Kan­ton LU erwor­ben, worin … weit­er­lesen

5A_355/2012: auch nicht-LugÜ-Urteile (inkl. Schiedsentscheide) sind def. Rechtsöffnungstitel; jeweils kein eigenes Exequaturverfahren erforderlich (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Grund­satzentscheid war die dop­pelte Frage strit­tig, ob erstens ein aus­ländis­ch­er Schied­sentscheid einen defin­i­tiv­en Recht­söff­nungsti­tel (hier: als Arrest­grund von SchKG 271 Abs. 1 Ziff. 6) darstellt, und zweit­ens ob zuvor ein eigenes, kon­tradik­torisches Exe­quaturver­fahren durch­laufen wer­den muss:  Il s’ag­it de déter­min­er s’il est arbi­traire, au sens de l’art. 9 Cst., de retenir que le juge du … weit­er­lesen

4A_512/2012: Fragen betr. Kapitalerhöhung

Das BGer stellt im vor­liegen­den Entscheid zunächst vor­frageweise und in Bestä­ti­gung von BGE 67 I 111 fest, dass bei ein­er Kap­i­taler­höhung auch der Nen­nwert der beste­hen­den Titel bei gle­ich­bleiben­der Anzahl Aktien erhöht wer­den kann (was natür­lich voraus­set­zt, dass bei ein­er solchen AK-Erhöhung nur beste­hende Aktionäre zeich­nen). Ausser­dem kann bei ein­er Gesellschaft mit voll-liberierten Aktien eine … weit­er­lesen

4A_492/2012: Kein Grundlagenirrtum wegen Fehlens einer vorausgesetzten Eigenschaft bei gültiger Freizeichnungsklausel

Ein Grund­la­genir­rtum ist aus­geschlossen, wenn die Käuferin ein­er Liegen­schaft im Kaufver­trag gültig erkärt, sich bei den Behör­den über die zuläs­sige Nutzung des Grund­stücks erkundigt zu haben und sich später her­ausstellt, dass das Gebäude nicht dauernd bewohnt wer­den darf. Zu diesem Schluss kommt das Bun­des­gericht im Urteil 4A_492/2012 vom 22. Novem­ber 2012.  Sachver­halt: Die Käuferin ein­er Liegen­schaft … weit­er­lesen

5C_270/2012: Unterscheidung zwischen unverheirateten und verheirateten Personen bei der Wohnsitzbestimmung

Im Urteil 2C_270/2012 vom 2. Dezem­ber 2012 bestätigt das Bun­des­gericht seine Recht­sprechung 2012 zur Bes­tim­mung des Wohn­sitzes (Art. 23 ff. ZGB). Danach set­zt sich der Wohn­sitzbe­griff aus einem objek­tiv­en, äusseren Ele­ment (Aufen­thalt) und einem sub­jek­tiv­en, inneren Ele­ment (Absicht daueren­den Verbleibens) zusam­men. Im Rah­men ein­er Abwä­gung von Indizien sind sämtliche Familien‑, Berufs- und Leben­sum­stände zu berück­sichti­gen … weit­er­lesen

4A_508/2012: Ethical Coffee Co./Nespresso: Anfechtbarkeit eines Rückweisungs-Massnahmeentscheids; Glaubhaftigkeit des Markenbestands aufgrund Registereintrag (amtl. Publ.)

Das BGer bestätigt im vor­liegen­den Entscheid das vor­sor­gliche Verkaufsver­bot zulas­ten von Eth­i­cal Cof­fee Com­pa­ny (ECC) für deren Nespres­­so-kom­­pat­i­blen Kaf­feekapseln in der Schweiz. Im Spät­som­mer 2011 hat­te ECC begonnen, Nespres­­so-kom­­pat­i­ble Kaf­feekapseln in Media-Markt- und Sat­urn-Geschäften in der Schweiz zu vertreiben. Das KGer VD hat­te darauf im Sep­tem­ber 2011 ein super­pro­vi­sorisches Verkaufsver­bot gegen ECC aus­ge­sprochen. Im Juni … weit­er­lesen

4A_360/2012: Doppelvertretung; fehlende ausnahmsweise Gültigkeit

Der vor­liegende Entscheid des BGer bet­rifft die Abtre­tung ein­er Forderung zum Nom­i­nal­w­ert und die Umwand­lung des Kauf­preis­es für die Forderung in ein Dar­lehen der Zedentin an die Zes­sion­ar­in. Zur Sicherung des Dar­lehens über­gab die Zes­sion­ar­in der Zedentin einen Inhab­er­schuld­brief. Beim Zes­­sions- und beim Dar­lehensver­trag han­del­ten diesel­ben zwei Per­so­n­en für bei­de Ver­tragsparteien. Im Betrei­bungsver­fahren nach Kündi­gung … weit­er­lesen