4A_328/2011: Passivlegitimation der Muttergesellschaft aufgrund Sphärenvermischung bejaht (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall war nicht klar, welche von zwei Gesellschaften haft­bar war, weil die Gesellschaften (Mut­ter und Tochter) von aussen kaum zu unter­schei­den waren. Weil bei­de den gle­ichen Sitz hat­ten, einen ähn­lichen Zweck, diesel­ben Vertreter und ähn­liche Fir­men (“Y.A. ___ Société Anonyme” vs. “Y.A. _____ Inter­na­tion­al SA”), bestand eine Ver­mis­chung der Sphären bei­der Gesellschaften. Das … weit­er­lesen

4A_96/2011: Prüfung der Angemessenheit der Entschädigung nach FusG 105 I / FusG 105 III vor BGer nicht anwendbar (amtl. Publ.)

Nach FusG 105 I kann ein Gesellschafter unter bes­timmten Umstän­den klageweise ver­lan­gen, dass das Gericht eine angemessene Aus­gle­ich­szahlung fest­set­zt, wenn bei ein­er Fusion, ein­er Spal­tung oder ein­er Umwand­lung die Anteils- oder Mit­glied­schaft­srechte nicht angemessen gewahrt wur­den oder die Abfind­ung nicht angemessen war. Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Urteil aus­führlich zur Prü­fung der Angemessen­heit: “Bei … weit­er­lesen

4A_301/2011: Aktivlegitimation der paritätischen Berufskommission für Konventionalstrafe nach LNV 2006 offengelassen (amtl. Publ.)

Das BGer hat in einem Urteil zum Lan­des­man­telver­trag für das Bauhaupt­gewerbe (LMV 2006; im Urteil als LMV 2005 beze­ich­net) die Frage let­ztlich offen­ge­lassen, ob es zuläs­sig ist, den Anspruch auf die Kon­ven­tion­al­strafe an die par­itätis­che Beruf­skom­mis­sion abzutreten oder ihr zumin­d­est das Recht einzuräu­men, diesen im Rah­men ein­er Prozess­stand­schaft im eige­nen Namen gerichtlich durchzuset­zen. Strit­tig war … weit­er­lesen

2C_747/2010: Kantone mit monistischem System der Grundstückgewinnbesteuerung sind innerkantonal nicht verpflichtet, Geschäftsverluste anzurechnen

Gemäss Bun­des­gericht müssen Kan­tone mit monis­tis­ch­er Grund­stück­gewinnbesteuerung im innerkan­tonalen Ver­hält­nis (Sitz und verkauftes Grund­stück inner­halb des sel­ben Kan­tons) Geschäftsver­luste nicht anrech­nen. Das gilt, obwohl eine entsprechende kan­ton­al­rechtliche Regelung grund­sät­zlich das Gebot der Rechts­gle­ich­heit ver­let­zt und damit ver­fas­sungswidrig ist. X. AG mit Sitz in Zürich verkaufte im Novem­ber 2006 eine Liegen­schaft im Kt. ZH mit Gewinn. … weit­er­lesen

2C_45/2011: Übertragung der Verfügungskompetenz auf verwaltungsexterne Träger öffentlicher Aufgaben — Berufsbildungsfonds (amtl. Publ.)

Das BGer äussert sich zur Über­tra­gung ein­er Ver­fü­gungs­ge­walt auf externe Träger öffentlich­er Auf­gaben. Die Betrau­ung ein­er exter­nen Organ­i­sa­tion mit öffentlichen Auf­gaben schliesst eine Ver­fü­gungskom­pe­tenz nur dann ein (dann aber auch impliz­it), wenn dies für die Erfül­lung der über­tra­ge­nen Auf­gabe unab­d­ing­bar ist. Wenn die Über­tra­gung der Ver­fü­gungskom­pe­tenz zweifel­haft ist, so ist eine geson­derte und aus­drück­liche Über­tra­gung … weit­er­lesen

6B_1090/2010: Bildung einer Gesamtstrafe und Verbot unbedingter kurzer Freiheitsstrafen (amtl. Publ.)

Wann ist die Bil­dung ein­er Gesamt­strafe recht­ens (vgl. Art. 89 StGB), und wie wirkt sich eine Gesamt­strafe auf das Ver­bot unbe­d­ingter kurz­er Frei­heitsstrafen aus (vgl. Art. 41 StGB)? Diese Fra­gen sind Gegen­stand des für die amtliche Samm­lung vorge­se­henen Urteils 6B_1090/2010 vom 14. Juli 2011. Das Bun­des­gericht bestätigt die Entschei­dung der Vorin­stanz und weist die dage­gen … weit­er­lesen

2C_480/2010: Rechtsschutzinteresse an verbindlicher Festsetzung des aufgeschobenen Grundstücksgewinn bei Ersatzbeschaffung durch Private (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te die Frage zu entschei­den, ob im Zeit­punkt der Ersatzbeschaf­fung bere­its ein Rechtss­chutz­in­ter­esse an der Bes­tim­mung des aufgeschobe­nen Grund­stück­gewinns beste­ht. X verkaufte eine selb­st­genutzte Liegen­schaft und rein­vestierte den Erlös in ein neues Grund­stück in der sel­ben Gemeinde, das er auch wieder selb­st nutzte.  Das Bun­des­gericht rief zunächst in Erin­nerung,  dass die Kan­tone bei … weit­er­lesen

5D_88/2011: Anforderungen an die Abklärung der Zustellung einer Sendung

Das BGer hat­te eine Ver­fas­sungs­beschw­erde gegen ein Urteil des OGer OW zu beurteilen und fasste in diesem Zusam­men­hang die Regeln zur Zustel­lung von Sendun­gen (konkret ein­er Kosten­vorschussver­fü­gung des Kan­ton­s­gericht­spräsi­den­ten) wie fol­gt zusam­men:  Als zugestellt gilt eine Sendung, wenn sie in den Macht­bere­ich des Empfängers gelangt ist (BGE 122 III 316 E. 4b S. 320 mit … weit­er­lesen

4A_374/2011: “Überraschende” Rechtsanwendung durch ein Schiedsgericht: auch im Binnenbereich nur zurückhaltende Überprüfung durch das BGer

Ein Schied­surteil kann auf­grund ein­er Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs ange­focht­en wer­den, wenn das Schieds­gericht seinem Entscheid einen Rechts­grund zugrun­dezule­gen beab­sichtigt, auf den sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit dessen Erhe­blichkeit sie vernün­ftiger­weise nicht rech­nen mussten. Das BGer aufer­legt sich bei der Frage, ob die Recht­san­wen­dung als über­raschend in diesem Sinne zu qual­i­fizieren … weit­er­lesen

4A_39/2011: Klarstellungen des BGer zur Markenübertragung

Das BGer schützt in einem umfan­gre­ichen Entscheid ein Urteil des OGer SO weit­ge­hend, das in ein­er Stre­it­igkeit zwis­chen dem US-amerikanis­chen Getränke­hersteller Go Fast Sports & Bev­er­age Co. und europäis­chen bzw. schweiz­erischen Dis­trib­u­toren ergan­gen war (inter­es­sant sind die sehr aus­führlichen Rechts­begehren der Parteien). Die Her­stel­lerin hat­te gegen die (zum Zeit­punkt der Klage ex-)Distributoren u.a. auf Unter­las­sung … weit­er­lesen