8C_502/2017: Öffentliches Personalrecht; Aufhebung der fristlosen Kündigung und anschliessende ordentliche Kündigung mittels Verfügung (amtl. Publ.)

A. (Beschw­erde­führer) arbeit­ete seit Okto­ber 1993 bei der Kan­ton­spolizei Basel-Stadt, zulet­zt in der Chef­funk­tion. Auf­grund von Hin­weisen bezüglich unange­brachter Ver­hal­tensweisen gegenüber Mitar­bei­t­en­den führte die Kan­ton­spolizei eine interne Unter­suchung durch und löste später das Arbeitsver­hält­nis frist­los auf. Der gegen diesen Kündi­gungsentscheid erhobene Rekurs hiess die Per­son­al­rekurskom­mis­sion des Kan­tons Basel-Stadt (PRK) gut. In der Folge kündigte die Kan­ton­spolizei das Arbeitsver­hält­nis ordentlich. Die…

5A_514/2022: Nachweis der Rechtzeitigkeit des Rechtsvorschlags per E‑Mail (amtl. Publ.)

In diesem zur Publika­tion vorge­se­henen Entscheid 5A_514/2022 vom 28. März 2023 set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Frage auseinan­der, ob und wann der Rechtsvorschlag als erhoben gilt, wenn der Betriebene diesen per E‑Mail erhebt. Das Bun­des­gericht kam zum Schluss, dass ein Rechtsvorschlag per E‑Mail grund­sät­zlich for­mgültig ist. Der Betriebene muss jedoch nach­weisen, dass der per E‑Mail erhobene Rechtsvorschlag rechtzeit­ig beim…

5A_376/2024: Schranken des Ermessens bei der Festsetzung des Kostenvorschusses nach Art. 230 Abs. 2 SchKG (amtl. Publ.)

In diesem zur Publika­tion vorge­se­henen Entscheid 5A_376/2024 vom 6. Novem­ber 2024 set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Frage auseinan­der, wie der Kosten­vorschuss bei ein­er Ein­stel­lung des Konkurs­es man­gels Aktiv­en festzuset­zen ist (Art. 230 Abs. 2 SchKG). Das Bun­des­gericht kam zum Schluss, dass die Kosten der Ver­w­er­tung von Pfandge­gen­stän­den (Kosten für die Inven­tur, Ver­wal­tung und Ver­w­er­tung von Pfandge­gen­stän­den) vor­ab aus ihrem…

8C_289/2014: Bemessung von Familienzulagen nach der Anzahl Kinder im Haushalt (amtl. Publ.)

Ein Angestell­ter der SBB (Beschw­erde­führer) erhielt für seine Tochter aus zweit­er Ehe Fam­i­lien­zu­la­gen. Das erste Kind des Angestell­ten lebte nicht in seinem Haushalt. Die SBB set­zte den Anspruch ver­fü­gungsweise auf monatlich CHF 205 fest (pro Jahr CHF 2’460). Der Beschw­erde­führer ver­langte indessen CHF 320 pro Monat (pro Jahr CHF 3’840). Der Konz­ern­rechts­di­enst bestätigte die Ver­fü­gung. Das Bun­desver­wal­tungs­gericht wies die dage­gen erhobene…

4A_450/2012: Begriff des Pauschalreisevertrags; nicht beim Chartervertrag über eine Yacht (amtl. Publ.)

…Yacht C als Ersatz für die man­gel­hafte Yacht B selb­st zu tra­gen hat (vgl. Pau­RG 13). Das BGer unter­stellt diese Char­ter­verträge dem Pauschal­reisege­setz: Eine Pauschal­reise i.S.v. Pau­RG 1 set­zt eine Kom­bi­na­tion von (min­destens zwei dieser Leis­tun­gen) Beförderung, Unter­bringung oder anderen touris­tis­chen Dien­stleis­tun­gen — die nicht Neben­leis­tun­gen sein dür­fen — voraus und einen Ver­anstal­ter. der diese Dien­stleis­tun­gen zur Pauschal­reise kom­biniert (Pau­RG…

9C_752/2015: Verantwortlichkeit in der beruflichen Vorsorge; Risikofähigkeit der Vorsorgeeinrichtung (amtl. Publ.)

Die BVG-Sam­mel­s­tiftung G. zeich­nete sich dadurch aus, dass sie mit ein­er garantierten Verzin­sung der Altersguthaben von 5% bei drei­jähri­gen Verträ­gen warb. Der Zinssatz war um 25% höher als der vom Bun­desrat fest­gelegte Min­destzin­satz. Im Jan­u­ar 2001 über­nahm das Bun­de­samt für Sozialver­sicherun­gen (BSV) die Auf­sicht über die Sam­mel­s­tiftung. Das BSV errichtete im Novem­ber 2002 eine Bei­s­tand­schaft und ord­nete im April 2003…

5A_849/2020: Keine zeitliche Limitierung des ehelichen Unterhaltsbeitrags (amtl. Publ.)

…der ehe­lichen Unter­halts­beiträge die für den nachehe­lichen Unter­halt gel­tenden Kri­te­rien miteinzubeziehen (BGE 147 III 301 E. 6.2). Das Bun­des­gericht stellt in diesem neuen Urteil klar, dass es sich mit dieser Wen­dung einzig auf den sog. Vor­rang der Eigen­ver­sorgung bezieht. Nicht auf den ehe­lichen Unter­halt anzuwen­den ist hinge­gen der Grund­satz der zeitlichen Lim­i­tierung des nachehe­lichen Unter­halts. Das erscheint schlüs­sig und nachvollziehbar.…

4A_222/2016: Gerichtliche Zustellung an im Patentregister eingetragene Vertreter (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht verneinte in diesem Urteil, dass die als Vertreterin für ein Patent im Paten­treg­is­ter einge­tra­gene Paten­tan­walt­skan­zlei als Vertre­tung im Sinne von Art. 137 ZPO bzw. die dort angegebene Adresse als Zustel­lungs­dom­izil nach Art. 140 ZPO zu betra­cht­en ist. Hin­ter­grund bildete eine Klage auf Nichtigerk­lärung des schweiz­erischen Teils eines Europäis­chen Patents. Das Bun­despatent­gericht set­zte der (aus­ländis­chen) Beklagten Frist an, um die…

5A_428/2009: Einschränkung des Besitzes durch öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung (amtl. Publ.)

…der Sache beim Besitzess­chutzver­fahren wegen ein­er blossen Störung des Besitzes unberück­sichtigt bliebe. Den­noch spielt die materielle Recht­slage eine Rolle, namentlich zur “Abgren­zung des Besitzes” und damit der Voraus­set­zung der Besitzesstörung “durch ver­botene Eigen­macht” (ZGB 928 I), wie das BGer aus­führt. Ver­botene Eigen­macht liegt vor, wenn die Besitzesstörung wed­er durch den Besitzer noch das objek­tive Recht erlaubt ist. Im let­zteren Fall…

9C_147/2017: Invalidenleistungen aus der beruflichen Vorsorge; Unterbrechung des zeitlichen Konnexes (amtl. Publ.)

A. (Beschw­erde­führerin) war als Lager­mi­tar­bei­t­erin bei der B. AG tätig und bei deren BVG-Stiftung vor­sorgev­er­sichert. Wegen ein­er betrieblichen Umstruk­turierung wurde das Arbeitsver­hält­nis Ende Jan­u­ar 1997 aufgelöst. Am 2. Dezem­ber 1997 meldete sich A. bei der Invali­den­ver­sicherung zum Leis­tungs­bezug an. Die BVG-Stiftung anerkan­nte die Leis­tungspflicht. Im Rah­men eines Revi­sionsver­fahrens hob die IV-Stelle indessen ihre Invali­den­rente im Jahr 2007 auf. Die BVG-Stiftung…