5A_246/2017: Keine Berechtigung der virtuellen Erbin ein öffentliches Inventar zu verlangen (amtl. Publ.)

Strit­tig war vor Bun­des­gericht unter anderem die Frage, ob die voll­ständig über­gan­gene Pflicht­teilserbin die Befug­nis hat, ein Gesuch um Auf­nahme eines öffentlichen Inven­tars nach Art. 580 ff. ZGB zu stellen. Die Vorin­stanz verneinte dies. Das Bun­des­gericht bestätigte, dass die Beschw­erde­führerin, welche vom Erblass­er mit­tels Ehe- und Erbver­trag voll­ständig von der Erbschaft aus­geschlossen wor­den war, zur Erlan­gung der Erbenstel­lung die Ungültigkeits‑,…

2C_1054/2012: Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich (amtl. Publ.)

…und damit wirk­samen Wet­tbewerb zu gewährleis­ten (Art. 96 BV). Während sich Konkur­renten gegen staatliche Wet­tbe­werb­sverz­er­run­gen unter Anrufung des Grund­satzes der Gle­ich­be­hand­lung der Konkur­renten zur Wehr set­zen kön­nen (vgl. BGE 138 I 378 E. 6.1 S. 385; 136 I 1 E. 4.4 S. 16 f. mit Hin­weisen), gewährleis­tet das Kartellge­setz den wirk­samen Wet­tbewerb zwis­chen Mark­t­teil­nehmern. Das spiegelt sich im Regelungszweck der Kartellge­set­zge­bung wider, die…

4A_16/2008: Gaunerlohn ist nicht zurückzugeben (Praxisänderung zu Art. 66 OR)

…Grund­satz der gel­tungser­hal­tenden Reduk­tion soll die Nichtigkeit nur so weit reichen, als es der Schutzz­weck der ver­let­zten Norm ver­langt. “Die Nichtigkeit unzuläs­siger Wet­tbe­werb­sabre­den hat vornehm­lich die Nicht-Durch­set­zbarkeit wet­tbe­werb­swidriger Abre­den als solche zum Ziel und soll einen Ausstieg aus einem unzuläs­si­gen Kartel­lver­trag jed­erzeit ermöglichen (…); die Rück­ab­wick­lung bere­its erbrachter Leis­tun­gen wird damit aber nicht geregelt (…)” (E. 2.3). Bei Män­geln in…

5D_63/2014: Konkursamtliche Liquidation eines Nachlasses: Fehlt eine Forderung des Nachlasses in der Verteilungsliste und der Kosten- bzw. Schlussrechnung, so führt dies nicht zum Untergang dieser Forderung

Im Nach­lass von C.X. schlu­gen sämtliche geset­zlichen und einge­set­zten Erben das Erbe aus. Die Erbschaft wurde in der Folge konkur­samtlich liq­ui­diert. Der Erblass­er hat­te zu Lebzeit­en jedem sein­er drei Kinder Geld aus­geliehen. Die Söhne A und B bezahlten ihre Schulden zurück; die Forderung gegenüber Sohn D blieb ausste­hend und sie wurde auch vom Konkur­samt nicht einge­zo­gen. Aus der konkur­samtlichen Liquidation…

5A_881/2012: Rückforderungsklage gegen Willensvollstrecker; Feststellungsinteresse, notw. Streitgenossenschaft

…und nicht alle gemein­sam – geklagt hat­ten: Auch der von den Beschw­erde­führerin­nen eingeklagte Anspruch auf Rück­er­stat­tung des bezo­ge­nen Wil­lensvoll­streck­er­hono­rars ste­ht deshalb den Erben zur gesamten Hand zu. Denn als Nach­lass­pas­sivum hat das Hon­o­rar des Beschw­erdegeg­n­ers zwangsläu­fig die Berech­nung der Erbteile und den Vol­lzug der Erbteilung bee­in­flusst, die gültig auch nur zus­tande kom­men kon­nte, weil alle Erben die Hon­o­rar­forderung sein­erzeit anerkannt…

Homepage zum internationalen Erbrecht

Auf der Home­page “Inter­na­tionales Erbrecht” des Vere­ins “Erben Inter­na­tion­al e.V.”, einem Zusam­men­schluss von spezial­isierten Juris­ten aus Wis­senschaft und Prax­is, find­en sich Infor­ma­tio­nen zum inter­na­tionalen Erbrecht. Dem Leser wird ein Überblick über das IPR des Erbrechts (fast) aller Staat­en geboten. Der Vere­in will – laut Selb­stauskun­ft – auf diese Weise die wis­senschaftliche Aufar­beitung des inter­na­tionalen Erbrechts, die Infor­ma­tion der Öffentlichkeit und…

5A_794/2011: Absetzung eines Willensvollstreckers wegen Weigerung, erblasserischen Anordnungen zu vollstrecken

…seine Rechen­schafts- und Infor­ma­tion­spflicht ver­nach­läs­sigt der Wil­lensvoll­streck­er mit dem Erblass­er selb­st der­art ver­bun­den ist, dass er die behördliche Ermit­tlung der Erben behin­dert und die Erbberech­ti­gung der mut­masslichen Alleinerbin bestre­it­et,  der Wil­lensvoll­streck­er einen erblasserischen Willen voll­streckt, der offenkundig in form­richtiger let­ztwilliger Ver­fü­gung nicht enthal­ten ist, und dass er vor diesem Hin­ter­grund im Aus­land gele­gene Ver­mö­genswerte nicht in das Nach­lass­in­ven­tar aufn­immt und seine…

Bundesrat verabschiedet Botschaft zur Revision des Erbrechts

Der Bun­desrat hat an der Sitzung vom 29. August 2018 die Botschaft zur Revi­sion des Erbrechts ver­ab­schiedet. Der Geset­ze­sen­twurf, auf den sich diese Botschaft bezieht, bildet den ersten Teil ein­er umfassenden Revi­sion, mit der das Erbrecht an die Entwick­lung der Gesellschaft angepasst wer­den soll. Mit der Revi­sion soll der par­la­men­tarische Auf­trag erfüllt wer­den, das Erbrecht flex­i­bler zu gestal­ten und es…

BVGer: Bestätigung der Sanktion gegen die Swisscom im Rahmen einer Ausschreibung der Post

…eines Pro­jek­tes im Wet­tbewerb ste­hen wür­den und dass es einen Wet­tbewerb um den Markt, nicht aber einen Wet­tbewerb im Markt gebe. Zudem wür­den Auss­chrei­bun­gen meist in grösseren Abstän­den stat­tfind­en und die aus­geschriebe­nen Pro­jek­te seien häu­fig von einem erhe­blichen Umfang, so dass ein Zuschlag für ein einzelnes Unternehmen eine grosse Bedeu­tung habe. Die Unternehmen hät­ten damit einen grossen Anreiz, kom­pet­i­tive Angebote…

B‑420/2008: Verfügung der Weko iS Strassenbeläge Tessin bestätigt (Submissionskartell; KG 5 III a und c) (amtl Publ)

…Absprache beteiligt, und ein Mark­tein­tritt neuer Anbi­eter fand nicht statt und schien offen­bar nicht wahrschein­lich.  Auch aus­re­ichen­der Innen­wet­tbewerb fehlte. Die Preis­ab­sprache betraf den entschei­den­den Wet­tbe­werb­s­fak­tor, den Preis. Im Gegen­satz zB zum Buch­pre­is­fall war ein Wet­tbewerb über andere Para­me­ter (zB Qual­ität) nahezu aus­geschlossen, weil die Sub­mis­sions­be­din­gun­gen diese Para­me­ter fes­tlegten und dem Wet­tbewerb damit ent­zo­gen. Dass neben der Absprache ein Rest­wet­tbewerb von…