5A_62/2014: Erbteilung: Anrechnung der Weiternutzung einer Werkstatt durch den Erblasser in der auf den Sohn übertragenen Liegenschaft

Im vor­liegen­den Entscheid hat­te sich das Bun­des­gericht mit der Frage zu befassen, wie die Weit­er­nutzung ein­er Werk­statt in der vom Erblass­er auf den Sohn X über­tra­ge­nen Liegen­schaft im Rah­men der Erbteilung zu berück­sichti­gen ist. Der Erblass­er A schloss mit seinem Sohn X einen “Kaufver­trag mit Erbvor­bezug” über ein Grund­stück ab. Der Kauf­preis wurde getil­gt durch Anrech­nung eines Erbvor­bezuges mit Ausgleichungspflicht…

5A_423/2011: Anerkennungsübereinkommen CH/It; Einwand der Rechtshängigkeit: Kernpunkttheorie (amtl. Publ.)

…nach der in Ital­ien vor­frageweise zu beurteilen­den Vere­in­barung, son­dern nach dem Rechts­begehren, das auf die Erbberech­ti­gung und ‑teilung zielte (das BGer begrün­det diese Auf­fas­sung nicht). Nach Art. 2 Ziff. 6 des Abkom­mens ist die Zuständigkeit “in Erbschaftsstre­it­igkeit­en zwis­chen den Erben eines Ange­höri­gen des Lan­des, in dem die Entschei­dung gefällt wurde” begrün­det, was hier zutr­e­f­fend war. Doch selb­st wenn die Zuständigkeit…

2C_219/2015: Notarieller Urkunde kommt keine Beweiskraft zu in Bezug auf Frage der nicht-ausländischen Beherrschung einer Aktiengesellschaft

Im Entscheid vom 20. Novem­ber 2015 hat­te das BGer zu beurteilen, ob eine Aktienge­sellschaft für den Erwerb ein­er Stock­w­erkeigen­tum­sein­heit eine Bewil­li­gung nach dem BewG (Bun­des­ge­setz über den Erwerb von Grund­stück­en durch Per­so­n­en im Aus­land, SR 211.412.41) benötigt. Die X. AG erwarb eine Stock­w­erkeigen­tum­sein­heit für Fr. 685’000.– und liess dem Bezirk­srat U. eine notarielle Urkunde zukom­men, worin ein Notar des Kantons…

Revision des internationalen Erbrechts der Schweiz (6. Kapitel des IPRG)

…2 rev-IPRG unter­ste­ht die Frage des Eigen­tums (der «Berech­ti­gung») dieser Amt­sträger am Nach­lass dem Eröff­nungsstatut. Die Rechte und Pflicht­en (Auf­gaben, Befug­nisse, Sorgfalt­spflicht­en, Entschädi­gungsansprüche etc.) unter­ste­hen demge­genüber dem Erbstatut. Somit kann z.B. bei Gel­tung des Erbrechts eines Com­mon-law Staats in einem schweiz­erischen Erbschaftsver­fahren ein im Tes­ta­ment beze­ich­neter execu­tor betr­e­f­fend die Ver­fü­gungs­fähigkeit über den Nach­lass grund­sät­zlich wie ein Wil­lensvoll­streck­er nach ZGB behandelt…

1C_418/2015: Wer Grundstück wissentlich und gegen Entgelt für potenziell umweltgefährdende Nutzung zur Verfügung stellt, ist Verhaltensstörer / Erbenhaftung abgelehnt (amtl. Publ.)

…den Auf­fas­sun­gen der Vorin­stanz und des BAFU sowie Mei­n­un­gen in der Dok­trin […] als Ver­hal­tensverur­sach­er zu qual­i­fizieren. Mit dem zur Ver­fü­gung stellen seines Grund­stücks hat A.A. eine unmit­tel­bar zurechen­bare Ver­hal­tensur­sache für die Umwelt­ge­fährdung geset­zt (E. 3.4.). Die Beschw­erde­führer bestre­it­en sodann, dass vor­liegend die Voraus­set­zun­gen für eine Erbenhaf­tung erfüllt seien. Das BGer sagt dazu, dass im Jahr 1981 (Zeit­punkt des Erbfalls) das…

4A_47/2009: Bereicherung, Verrechnung, Zession und Erbteilung

…was in Erfül­lung ein­er (irrtüm­lich für rechtsverbindlich gehal­te­nen) sit­tlichen Pflicht gegeben wurde. Im vor­liegen­den Fall bestand aber keine sit­tliche Pflicht zur Über­nahme der Pflegekosten. Dage­gen lehnte das BGer eine Ver­rech­nung der Rück­forderung mit der Dar­lehenss­chuld ab. Die Ver­rech­nung ist zwar zuläs­sig von Forderun­gen eines Drit­ten gegenüber dem Erblass­er mit Forderun­gen eines Erben gegen den Drit­ten. Hier wur­den die Pflegekosten allerdings…

BVGer bestätigt Busse von CHF 156 Mio. gegen BMW wegen Verhinderung von Parallelimporten

BMW “Abre­den getrof­fen [habe], welche den Verkauf von Pro­duk­ten in die Schweiz und somit den Schweiz­er Markt betr­e­f­fen”. Im Kern des Entschei­des stand allerd­ings die Frage nach der Erhe­blichkeit der Wet­tbe­werb­sabrede — mithin die Frage, ob bei Vor­liegen ein­er qual­i­ta­tiv erhe­blichen Wet­tbe­werb­sabrede auf die Prü­fung quan­ti­ta­tiv­er Kri­te­rien verzichtet wer­den kann. Das Bun­desver­wal­tungs­gericht hielt hierzu zwar zunächst fest, dass die Erhe­blichkeit grundsätzlich…

Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Teilrevision des Kartellgesetzes

…da sie keine Wet­tbe­werb­s­beschränkung bezwecke oder bewirke, son­dern die Koop­er­a­tion im Gegen­teil den Wet­tbewerb fördere, indem sie Unternehmen (insb. KMU) über­haupt erst ermögliche, für ein bes­timmtes Pro­jekt zu offerieren und dieses durchzuführen. Kartell­rechtlich unzuläs­sig seien demge­genüber Sub­mis­sion­s­ab­sprachen, welche den Wet­tbewerb immer erhe­blich beein­trächti­gen wür­den, da sie stets mit einem hohen Mark­tan­teil der Beteiligten am jew­eili­gen rel­e­van­ten Markt ein­herge­hen wür­den (und…

BR: Botschaft zur Teilrevision des Kartellgesetzes verabschiedet

…durch den Zusam­men­schluss eine mark­t­be­herrschende Stel­lung begrün­det oder ver­stärkt wird, durch die der wirk­same Wet­tbewerb beseit­igt wird (Art. 10 Abs. 2 lit. a KG), zum Sig­nif­i­cant Imped­i­ment to Effec­tive Com­pe­ti­tion-Test (SIEC-Test) und damit eine Anpas­sung an den inter­na­tionalen Prüf­s­tan­dard vor. Nach diesem SIEC-Test kann die Weko inter­ve­nieren, wenn der Zusam­men­schluss den Wet­tbewerb sig­nifikant behin­dert, ins­beson­dere indem er eine mark­t­be­herrschende Stellung…

BR: Revision der Lex Koller

…ver­fol­gen und allen­falls notwendi­ge Änderun­gen des Geset­zes prüfen werde. Erste Abklärun­gen haben nun ergeben, dass das Gesetz Lück­en enthält  Diese Lück­en zeigen sich ins­beson­dere im Zusam­men­hang mit dem Erwerb von Betrieb­sstät­te­grund­stück­en. Es soll daher geprüft wer­den, ob der Erwerb von Gewerbe-Immo­bilien sowie die Umnutzung solch­er Grund­stücke zu Wohnzweck­en wieder der Bewil­li­gungspflicht unter­stellt wer­den sollen. Allerd­ings soll dabei den Kan­to­nen eine…