4A_658/2012: Sachliche Zuständigkeit, unlauterer Wettbewerb

…Fest­stel­lung, dass bes­timmte Äusserun­gen des Beklagten unlauter sind und eine wider­rechtliche Ver­let­zung ihrer wet­tbe­werb­srechtlichen Stel­lung darstellen. Vor dem Bezirks­gericht Zürich stell­ten sie Unter­las­sungs- und Pub­lika­tions­begehren wegen Ver­let­zung ihrer Per­sön­lichkeit­srechte. Das Han­dels­gericht des Kan­tons Zürich verneinte seine sach­liche Zuständigkeit, da anson­sten der­selbe Sachver­halt bezüglich der zum Teil gle­ichen Begehren ein­mal vom Bezirks­gericht (betr­e­f­fend Per­sön­lichkeit­srecht) und ein­mal vom Han­dels­gericht (betr­e­f­fend Lauterkeit­srecht) zu…

5A_843/2011: Vorschusspflicht für die Konkurseröffnung über eine ausgeschlagene oder überschuldete Erbschaft

SchKG 194 I (Ver­fahren der Konkurs­eröff­nung ohne vorgängige Betrei­bung) ver­weist auf SchKG 169 (Haf­tung für die Konkurskosten). Diese Ver­weisung ist klar, und sie umfasst, wie das BGer im vor­liegen­den Urteil fes­thält, namentlich auch den Fall der Konkurs­eröff­nung nach SchKG 193 (eine aus­geschla­gene oder über­schuldete Erbschaft). Andern­falls hätte der Geset­zge­ber die Nicht­gel­tung von SchKG 169 aus­drück­lich normiert, wie es in bei…

4A_285/2007: Anspruch auf Bezeichnung des Begünstigten nicht erblich (amtl. Publ.)

…der damals zu beurteilen­den Kon­stel­la­tion nicht ver­gle­ich­bar. Wie das BGer fern­er fes­thält, erlis­cht das Recht, einen neuen Begün­stigten zu bes­tim­men, mit dem Tod des Ver­sicherungsnehmers, ist also nicht pas­siv erblich: “En con­sid­éra­tion de ces élé­ments et du car­ac­tère stricte­ment per­son­nel que la jurispru­dence a recon­nu dès 1915 au droit de révo­ca­tion régi par l’art. 77 al. 1 LCA, il faut…

4A_554/2013: Verjährung von Genugtuungsansprüchen der Erben von Asbestopfer (amt. Publ.)

A. wohnte von 1961 bis 1972 mit seinen Eltern in einem Miet­shaus der Eter­nit (Schweiz) AG in unmit­tel­bar­er Nähe des Eter­nit-Fab­rikgelän­des, wo faser­för­mige Asbest-Min­er­alien für die Pro­duk­tion von Eter­nit (Asbest-Zement) ver­wen­det wur­den. Im Jahr 2004 wurde bei A. ein malignes Pleu­rame­sothe­liom (Brust­fel­lkrebs) diag­nos­tiziert, das am 30. Okto­ber 2006 zum Tod führte. Nach seinem Tod reicht­en seine Erben beim Kan­ton­s­gericht Glarus…

5A_594/2009: Anfechtung einer Erbausschlagung wegen Irrtums iSv OR 23 ff.

Zwei Töchter des Erblassers focht­en ihre Auss­chla­gung des in sein­er Höhe kaum bes­timm­baren Erbes nach der Ent­deck­ung neuer Nach­lass­werte (ein Schul­dan­erken­nt­nis eines Drit­ten) wegen Grund­la­genir­rtums an. Das BGer anerken­nt die — in der Lehre ein­hel­lig vertretene — Möglichkeit ein­er Anfech­tung nach OR 23 f. Da die Erbauss­chla­gung eine ein­seit­ige Wil­lenserk­lärung ist, beurteilt sich die Wesentlichkeit des Grund­la­genir­rtums allein aus der…

Deutsche Erbrechtsreform in Kraft am 1. Januar 2010

…eine glei­t­ende Auss­chlussfrist für den Pflicht­teilsergänzungsanspruch (d.h. Frist, inner­halb welch­er Schenkun­gen des Erblassers anfecht­bar sind; neuerd­ings find­et eine Schenkung für die Berech­nung des Ergänzungsanspruchs gradu­ell immer weniger Berück­sich­ti­gung, je länger sie zurück­liegt) und eine bessere Hon­orierung von Pflegeleis­tun­gen beim Erbaus­gle­ich.  Zudem wer­den die Verkürzungs­fris­ten bei fam­i­lien- und erbrechtlichen Ansprüchen verkürzt.  Weit­ere Infor­ma­tio­nen sind zB hier und hier (Geset­ze­sen­twurf) zu finden.…

9C_782/2011: keine Pflicht, den Vorbezug erst bei nachgewiesenem Eigentumserwerb auszuzahlen (amtl. Publ.)

Nach einem Vor­bezug aus dem Pen­sion­skas­sen­guthaben zum Erwerb von Wohneigen­tum scheit­erte der Kauf. Die Verkäuferin, die den Vor­bezug als Anzahlung erhal­ten hat­te, fiel in Konkurs; der Kaufin­ter­essent erhielt lediglich einen Konkursver­lustschein. Daraufhin klagte der Geschädigte gegen die Pen­sion­skasse auf Zahlung des Betrags des Vor­bezugs mit dem Argu­ment, die Pen­sion­skasse hätte den Vor­bezug erst bei nachgewiesen­em Eigen­tum­serwerb mit­tels Grund­buchein­trags an die…

Vernehmlassungsergebnis betreffend die Erleichterung der erbrechtlichen Unternehmensnachfolge

Der Bun­desrat hat an der gestri­gen Sitzung das Ergeb­nis der Vernehm­las­sung betr­e­f­fend die Erle­ichterung der erbrechtlichen Unternehmen­snach­folge zur Ken­nt­nis genom­men. Voren­twurf Erläutern­der Bericht zum Voren­twurf zur Änderung des Schweiz­erischen Zivilge­set­zbuchs (Unternehmen­snach­folge) Bericht über das Ergeb­nis des Vernehm­las­sungsver­fahrens Das Eid­genös­sis­che Jus­tiz- und Polizei­de­parte­ment (EJPD) wird nun gestützt auf das Ergeb­nis der Vernehm­las­sung bis Anfang 2021 die Botschaft ausarbeiten. …

2C_78/2009: Meldepflicht nach BEHG 20 I durch indirekten Erwerb (amtl. Publ.)

BEHG 20 I begrün­det eine börsen­rechtliche Meldepflicht, wenn durch Erwerb oder Veräusserung von Aktien (oder Erwerbs- oder Veräusserungsrecht­en bezüglich Aktien) ein­er an der SIX wenig­stens teil­weise kotierten Gesellschaft mit Sitz in der Schweiz bes­timmte Stim­man­teile erre­icht, über- oder unter­schrit­ten wer­den, auf direk­te oder indi­rek­te Weise oder in Absprache mit Drit­ten. Das BGer legt diese Bes­tim­mung so aus, dass es nicht auf das…

5A_883/2010 + 5A_887/2010: (Nicht) anfechtbarer Entscheid; Erbteilung

…die Recht­sprechung fest­ge­hal­ten, dass es zwei aufeinan­der­fol­gende Prozesse, von denen notwendi­ger­weise erst der zweite die Erbteilung her­beizuführen ver­mag, grund­sät­zlich zu ver­mei­den gilt. Eine von der Erbteilungsklage getren­nte Behand­lung lässt sich recht­fer­ti­gen, wenn sich die Parteien in einem Erbteilungsver­trag über die übri­gen Stre­it­punk­te geeinigt haben oder nach dem Urteil über die Aus­gle­ichungspflicht mit hoher Wahrschein­lichkeit zu eini­gen ver­mö­gen (vgl. BGE 123…