2C_204/2015: Eine lediglich hinsichtlich Schrifttyp, Schriftgrösse, Zeilenabstand und Seitenrändern veränderte Beschwerdeschrift genügt den Anforderungen an eine gerichtlich angeordnete Nachbesserung nicht

…Gallen (VRP, sGS 951.1), welch­er dem Gericht­spräsi­dent die Möglichkeit gibt, weitschweifige oder Sitte und Anstand ver­let­zende Eingaben zurück­zuweisen und Nicht­be­hand­lung anzu­dro­hen, wenn die Män­gel nicht innert der geset­zlichen Frist behoben wer­den: Über­mäs­sige Weitschweifigkeit wird angenom­men bei lan­gat­mi­gen Aus­führun­gen und Wieder­hol­un­gen über einzelne Tat- oder Rechts­fra­gen, ohne dass dies auf­grund der tat­säch­lichen Ver­hält­nisse zur Wahrung der Ansprüche erforder­lich ist […]. Die Darlegung…

1C_418/2015: Wer Grundstück wissentlich und gegen Entgelt für potenziell umweltgefährdende Nutzung zur Verfügung stellt, ist Verhaltensstörer / Erbenhaftung abgelehnt (amtl. Publ.)

…Gewässer­schutzge­setz die geset­zlichen Grund­la­gen für die Über­wälzung von Kosten im Zusam­men­hang mit behördlichen Ersatzvor­nah­men enthal­ten habe, sofern die von den Ablagerun­gen aus­ge­hende Umwelt­ge­fährdung die Gewäss­er betraf. Vor diesem Hin­ter­grund sei zu prüfen, ob die Beschw­erde­führer die Belas­tung und die damit zusam­men­hän­gende Sanierungs- und Kos­ten­tra­gungspflicht zum Zeit­punkt des Erb­gangs hät­ten vorausse­hen kön­nen: Die Bewil­li­gungs­be­hörde war 1969 der Auf­fas­sung, dass von der…

4A_183/2020: Anfechtung Anfangsmietzins, Orts- und Quartierüblichkeit, Beweislast (amtl. Publ.)

Gegen­stand dieses neuesten Leit­entschei­ds war eine Miet­zin­ser­höhung um knapp 44% anlässlich eines Mieter­wech­sels, welche die Ver­mi­eterin mit “Anpas­sung an die orts- und quartierüblichen Ver­hält­nisse” begrün­dete. Die Zürcher Gerichte beurteil­ten diese Miet­zin­ser­höhung als miss­bräuch­lich. Das Bun­des­gericht hob dieses Urteil auf und wies die Sache zur Neubeurteilung zurück. Das Bun­des­gericht erin­nerte zunächst daran, dass die Kon­trolle des Anfangsmi­et­zins­es nur mith­il­fe der absoluten…

5A_355/2016: Vereinbarkeit eines ägyptischen Erbscheins mit dem schweizerischen Ordre public (amtl. Publ.; frz.)

…deutsche Staats­bürg­erin christlichen Glaubens, über­lebt, welche er im Jahr 1980 nach den Recht von Ägypten und der Scharia geheiratet hat­te. Neben sein­er Ehe­frau hin­ter­liess der Erblass­er Brüder und Schwest­ern. Der Nach­lass bestand aus Immo­bilien in Frankre­ich und Ägypten sowie aus Ver­mö­genswerten bei Banken in Frankre­ich, Deutsch­land und der Schweiz. Ein ägyp­tis­ches Gericht stellte im Mai 2007 einen sog. “acte d’hoirie”…

5A_645/2010: Legitimation zur Vormundschaftsbeschwerde (amtl. Publ.)

…eige­nen Inter­essen gel­tend macht (E. 3.5): 3.5 […] recht­fer­tigt es sich aber, die Legit­i­ma­tion auf Per­so­n­en einzuschränken, welche den Schutzbedürfti­gen gut ken­nen und die sich damit in berechtigter Weise für dessen Wohl ver­ant­wortlich fühlen dür­fen und beson­ders geeignet erscheinen, seine Bedürfnisse und Wün­sche auszu­drück­en. Nur sie ver­fol­gen denn auch in der Regel den Gang der vor­mund­schaftlichen Hand­lun­gen näher und geraten…

5A_221/2011: Internationale Zuständigkeit für Anordnung einer Schuldneranweisung (amtl. Publ.)

…einen Drit­ten ist, son­dern eine priv­i­legierte Zwangsvoll­streck­ungs­mass­nahme sui gener­is darstellt, die an die Stelle ein­er defin­i­tiv­en Recht­söff­nung mit nach­fol­gen­der Pfän­dung tritt und in unmit­tel­barem Zusam­men­hang mit dem Zivil­recht ste­ht, weshalb die Beschw­erde in Zivil­sachen gemäss Art. 72 Abs. 2 lit. b BGG grund­sät­zlich zuläs­sig ist (E. 1.2 und E. 4.1–4.2 m.w.H.). Zudem kann die richter­liche Anweisung auch nicht als vorsorgliche…

Weko: Stromeinkäufe sind öffentlich auszuschreiben

Die Weko pub­liziert ihre Empfehlung vom 22. März 2021 zum Stromeinkauf durch Kan­tone und Gemein­den. Darin hält sie fest, dass Stromeinkäufe seit dem 1. Jan­u­ar 2021 unter das in Kraft getretene rev­i­dierte öffentliche Beschaf­fungsrecht fall­en wür­den und dementsprechend öffentlich auszuschreiben seien. Nicht the­ma­tisiert hat die Weko in der Empfehlung hinge­gen die Bere­iche der Strompro­duk­tion und des Net­z­be­triebs. Hin­ter­grund der Empfehlung…

5A_813/2014: Delegationsbefugnis des Erbenvertreters bejaht

…Begehren, dem Erben­vertreter sei unter Strafan­dro­hung zu unter­sagen, die betr­e­f­fende Fir­ma als Hil­f­sper­son beizuziehen und er sei zu ermah­nen, seine auss­chliesslichen Befug­nisse per­sön­lich auszuüben, recht­skon­forme Zustel­lun­gen an den Erben vorzunehmen und sein­er Offen­le­gungs- und Infor­ma­tion­spflicht nachzukom­men. Das Bun­des­gericht hielt vor­ab fest, dass der Erben­vertreter, ähn­lich wie der Wil­lensvoll­streck­er und der Erb­schaftsver­wal­ter, ein pri­va­trechtlich­es und nicht ein staatlich­es Amt bek­lei­det. Im Rah­men seines…

4A_467/2007: Unlauterer Imagetransfer von “IWC” zu “WMC

Die Richemont Inter­na­tion­al SA klagte als Inhab­erin der Marken “IWC” gegen die WMC Logo Con­cept GmbH, die Uhren mit der Beze­ich­nung “WMC” anbi­etet (Web­site), vor dem OGer SH gestützt auf UWG und teil­weise erfol­gre­ich auf Unter­las­sung. Bei­de Parteien gelangten ans BGer, das die Beschw­erde der Richemont guthiess und jene der WMC Logo abwies. Unbe­strit­ten blieb, dass die Akro­nyme “IWCund

Vernehmlassung zur Änderung des BÜPF

Der Bun­desrat hat gestern eine Total­re­vi­sion des Bun­des­ge­set­zes betr­e­f­fend die Überwachung des Post- und Fer­n­melde­v­erkehrs (BÜPF) in die Vernehm­las­sung geschickt. Mit der Änderung des BÜPF und ein­er entsprechen­den Anspas­sung der Schweiz­erischen Straf­prozes­sor­d­nung (StPO) soll sichergestellt wer­den, dass mut­massliche Straftäter auch bei Ver­wen­dung neuer Kom­mu­nika­tion­stech­nolo­gien aus­re­ichend überwacht wer­den kön­nen. Die Geset­ze sollen daher an die tech­nis­che Entwick­lung angepasst wer­den und ausdrücklich…