5A_354/2012: “Tierquäler”, “Misshandlungen von Versuchstieren” und “Massenverbrechen an (Versuchs-)Tieren”: “provokant”, aber nicht ehrverletzend

…Durch­schnittsleser kann daher Übertrei­bun­gen und Polemik als solche erken­nen. Selb­st wenn jemand Kessler/den VgT nicht schon kan­nte, ergibt sich deren Ein­stel­lung deut­lich aus der Web­site des VgT und dem fraglichen Artikel. Es ist dem Durch­schnittsleser erkennbar, dass Vasella/Novartis stel­lvertre­tend für die gesamte Indus­trie ste­hen sollen. Vor diesem Hin­ter­grund sind aus Sicht des BGer daher fol­gende Aus­drücke nicht per­sön­lichkeitsver­let­zend: “Tierquäler” und

1C_365/2011 und 1C_371/2011: Zuständigkeit für Entsiegelungsentscheide bei internationaler Rechtshilfe (amtl. Publ.)

…an; gemäss Art. 1 VStrR gilt für die Ver­fol­gung und Beurteilung von Wider­hand­lun­gen durch eine Ver­wal­tungs­be­hörde des Bun­des das VStR. Und Art. 25 Abs. 1 VStrR bes­timmt, dass die Beschw­erdekam­mer des Bun­desstrafgerichts über die ihr nach diesem Gesetz zugewiese­nen Beschw­er­den und Anstände urteilt. Das für die Ober­zolldirek­tion in Straf­sachen mass­gebende Ver­fahren­srecht ist dem­nach das VStrR, wonach grund­sät­zlich das Bun­desstrafgericht zuständig…

5A_481/2007: Rechtsöffnung; Einheit von Grundpfandforderung und Grundpfandrecht bei Schuldbriefen (amtl. Publ.)

Wird als Sicher­heit für eine Grund­forderung ein Schuld­brief übereignet, wird der Empfänger des Schuld­briefs Gläu­biger der Grundp­fand­forderung und des Grundp­fan­drechts und Eigen­tümer des Grundp­fandti­tels. Der Empfänger ist gle­ichzeit­ig Gläu­biger der par­al­lel beste­hen­den Forderung aus dem Grund­ver­hält­nis und der Grundp­fand­forderung und kann als Recht­söff­nungsti­tel den gegengeze­ich­neten Dar­lehensver­trag (Grund­forderung) vor­legen oder für die Grundp­fand­forderung und das Grundp­fan­drecht die Betrei­bung auf Grundp­fand­ver­w­er­tung anheben.…

Digitalisierung im Betreibungswesen und Schutz vor ungerechtfertigten Betreibungen: Medienmitteilungen des Bundesrates

…Entschei­de grund­sät­zlich elek­tro­n­isch aus­gestellt wer­den. Ins­beson­dere dann, wenn die betrof­fene Per­son ihre Eingaben elek­tro­n­isch ein­gere­icht hat und nicht aus­drück­lich die Ausstel­lung von Papierurkun­den ver­langt. Auf­grund entsprechen­der Anliegen aus der Vernehm­las­sung schlägt der Bun­desrat zudem vor, dass mit dem Ein­ver­ständ­nis des Schuld­ners kün­ftig auch Zahlungs­be­fehle elek­tro­n­isch zugestellt wer­den kön­nen, sofern eine erste Zustel­lung gescheit­ert ist. Online-Ver­steigerung geset­zlich regeln Die Ver­steigerung von beweglichen…

5A_754/2011 (amtl. Publ.): Für die Anerkennung und Vollstreckung eines in englischer Sprache verfassten Schiedsspruchs ist dessen vollständige Übersetzung nicht zwingend erforderlich

…2 NYÜ zum sel­ben Schluss:  5.4.3 Der Zweck des NYÜ ist es, die Anerken­nung und Voll­streck­ung aus­ländis­ch­er Schiedssprüche zu erle­ichtern, weshalb das Übereinkom­men voll­streck­ungs­fre­undlich auszule­gen ist. Die Gerichte haben einen prag­ma­tis­chen, flex­i­blen und nicht for­mal­is­tis­chen Ansatz anzuwen­den (…). 5.4.4 Die For­mer­fordernisse gemäss Art. IV NYÜ sind nach bun­des­gerichtlich­er Recht­sprechung nicht streng zu hand­haben und eine zu for­mal­is­tis­che Anwen­dung dieser Bestimmung…

6B_30/2010: Unschuldsvermutung und Prozessentschädigung

Das Bun­des­gericht äussert sich im Urteil vom 1. Juni 2010 (6B_30/2010) zur Unschuldsver­mu­tung und zur Prozesskoste­nentschädi­gung. Der wegen Verun­treu­ung gemäss gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB verurteilte Beschw­erde­führer hat­te die Entschei­dung der Vorin­stanz unter anderem gerügt mit der Begrün­dung, sie ver­let­ze nicht nur die Unschuldsver­mu­tung als Beweis­las­tregel und das Aus­sagev­er­weigerungsrecht, son­dern set­ze auch die zu vergü­ten­den Stun­den und

1C_631/2017: Sanierung des Wasserkraftwerks Hammer / wohlerworbene Rechte und Fischgängigkeit (amtl. Publ.)

…unter dem Blick­winkel der Eigen­tums­garantie und des Ver­trauenss­chutzes, nicht recht­fer­ti­gen. (E. 6.3.) Son­der­nutzungskonzes­sio­nen ohne zeitliche Begren­zung sind — so das BGer — ver­fas­sungswidrig. Sie seien nachträglich zu befris­ten und kön­nten unter Gewährung ein­er angemesse­nen Über­gangs­frist entschädi­gungs­los aufgelöst wer­den. Wenn der Berechtigte die Wasser­nutzung weit­er­führen wolle, benötige er hier­für eine Konzes­sion nach heutigem Recht und nach gel­tenden Konzes­sions­be­din­gun­gen und müsse alle…

2C_276/2009: Unerlaubte Entgegennahme von Publikumseinlagen sowie unbewilligte Tätigkeit als Bank und Emissionshaus/Liquidation (Gruppenbegriff)

…erfüllen, im Resul­tat gemein­sam aber den­noch eine bewil­li­gungspflichtige Tätigkeit ausüben (Erw. 4.3.1, vgl. auch Entscheid 2C_749/2008 E. 3.2, bestätigt im Urteil 2C_74/2009 vom 22. Juni 2009 E. 2.2.2 und E. 3). Der Schutz des Mark­tes und Anleger (vgl. Art. 5 FINMAG) recht­fer­tige trotz for­maljuris­tis­ch­er Tren­nung der Struk­turen finanz­mark­trechtlich eine ein­heitliche (wirtschaftliche) Betra­ch­tungsweise, falls zwis­chen den einzel­nen Per­so­n­en und/oder Gesellschaften enge wirtschaftliche…

Vernehmlassung zur Deklarationsverordnung und Verordnung über die technischen Vorschriften betreffend die Mengenangaben

…2 Der Bun­desrat kann in beson­deren Fällen Aus­nah­men von der Men­ge­nangabepflicht vorse­hen, namentlich wenn son­st die Abwick­lung des Geschäftes in unzu­mut­bar­er Weise erschw­ert würde. 3 Er regelt Inhalt und Form der Men­ge­nangabe. 4 Er kann Vorschriften über die Füll­menge und die Ver­pack­ung erlassen. Gestützt auf diese Grund­lage sollen wohl eben­falls per 1.1.2013 eine Verord­nung über die Men­ge­nangabe im Offen­verkauf und auf…

4A_255/2019: Arztberichte, Gutachten und antizipierte Beweiswürdigung (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bejaht)

…Das Bun­des­gericht rief zunächst die all­ge­meinen Grund­sätze im Zusam­men­hang mit dem Anspruch auf rechtlich­es Gehör und dem Bewe­is­führungsanspruch (als Teil­ge­halt des Anspruchs auf rechtlich­es Gehör) in Erin­nerung (E. 6.3.1 und 6.3.2). Vor­liegend hielt das Bun­des­gericht fest, dass die Vorin­stanz den Anspruch auf rechtlich­es Gehör der Ver­sicherung ver­let­zt habe, da diese in ihrer Klageant­wort sub­sidiär die Ein­hol­ung eines Gerichtsgutacht­en beantragt hat­te und