5A_576/2009: (Keine) wichtigen Gründe für eine Namensänderung (amtl. Publ.)

Auf­grund ein­er Namen­sän­derung iSv ZGB 30 trug die Tochter eines Ehep­aars mit Nach­na­men “R.” for­t­an den Fam­i­li­en­na­men “Y.” und, nach ein­er Heirat mit X., den Allianz­na­men “X.-Y.” Später stellte sie das Gesuch, ihren Fam­i­li­en­na­men von “X.-Y.” auf “R.-X.” ändern zu dür­fen. Das Gesuch wurde abgewiesen. Gegen das Urteil des OGer ZH gelangte X.-Y. ans BGer, das die Beschw­erde abweist. Das…

2C_380/2009: Anforderungen an eine Zugangsbeschwerde nach RTVG 97 II b (amtl. Publ.)

Das BGer hat eine Beschw­erde des VgT, han­del­nd durch Erwin Kessler, gegen einen Entscheid der UBI gutheis­sen und die Sache zu neuer Entschei­dung zurück­gewiesen (vgl. zu einem früheren Urteil i.S. VgT unseren früheren Beitrag). Die UBI war auf eine Beschw­erde gegen die ange­bliche Boykottprax­is zu Las­ten des VgT zu Unrecht nicht einge­treten. Sie musste die Beschw­erde zwar nicht als Programmbeschwerde…

5A_82/2012: Persönlichkeitsverletzung durch Rassismusvorwurf (amtl. Publ.)

Der Text der Medi­en­mit­teilung des Bun­des­gerichts zu diesem Urteil: Per­sön­lichkeitsver­let­zung durch Ras­sis­musvor­wurf Wer sich ohne weit­ere Wer­tung gegen die Ver­bre­itung des Islam in der Schweiz äussert, ist kein Ras­sist. Das Bun­des­gericht urteilt daher, dass ein Poli­tik­er, der wegen ein­er Äusserung dieses Inhalts des “ver­balen Ras­sis­mus” bezichtigt wurde, in sein­er zivil­rechtlich geschützten Per­sön­lichkeit wider­rechtlich ver­let­zt wor­den ist. An der Kundge­bung für die Volksinitiative…

6B_693/2008: Bandenmässiger Diebstahl (zur amtl. Publ. vorgesehen)

In sein­er Entschei­dung vom 28. Mai 2009 (6B_693/2008) hat sich das BGer erneut mit dem Begriff der „Bande“ im Sinne von Art. 139 Ziff. 3 StGB auseinan­derge­set­zt. Es knüpft darin an seine bish­erige Recht­sprechung (vgl. nur BGE 124 IV 86 E. 2b) an und bejaht – anders als ein Großteil der Lehre, die eine Kom­plizen­schaft von min­destens drei Per­so­n­en verlangt…

2C_219/2015: Notarieller Urkunde kommt keine Beweiskraft zu in Bezug auf Frage der nicht-ausländischen Beherrschung einer Aktiengesellschaft

Im Entscheid vom 20. Novem­ber 2015 hat­te das BGer zu beurteilen, ob eine Aktienge­sellschaft für den Erwerb ein­er Stock­w­erkeigen­tum­sein­heit eine Bewil­li­gung nach dem BewG (Bun­des­ge­setz über den Erwerb von Grund­stück­en durch Per­so­n­en im Aus­land, SR 211.412.41) benötigt. Die X. AG erwarb eine Stock­w­erkeigen­tum­sein­heit für Fr. 685’000.– und liess dem Bezirk­srat U. eine notarielle Urkunde zukom­men, worin ein Notar des Kantons…

4A_415/2014: Prozessfähigkeit einer Aktiengesellschaft (nicht wieder gutzumachender Nachteil) (amtl. Publ.)

Die Erstin­stanz entsch­ied in ihrer Beweisver­fü­gung, dass von den von ein­er Aktienge­sellschaft ange­bote­nen Per­so­n­en eine, welche über Kollek­tivze­ich­nungs­berech­ti­gung ver­fügte, als Partei ein­ver­nom­men wer­den sollte. Die übri­gen ange­bote­nen Per­so­n­en qual­i­fizierte sie — ent­ge­gen den ander­slau­t­en­den Aus­führun­gen in der Instruk­tionsver­hand­lung — als Zeu­gen. An ein­er darauf­fol­gen­den Ver­hand­lung erschien der Anwalt in Begleitung mit ein­er gemäss dieser Beweisver­fü­gung als Zeu­gen einzu­vernehmenden Per­son, woraufhin…

A‑5540/2013: Problematik der Eröffnung von EStV-Schlussverfügungen bei Gruppenanfragen (DBA-USA 96 / Bundesverwaltungsgericht)

…In dieser Mit­teilung vom 2. Juli 2013 hat­te die EStV über das Amt­shil­fege­such (Grup­penan­frage) des IRS nach DBA USA 96 informiert und alle mut­masslich betrof­fe­nen Per­so­n­en zur Beze­ich­nung eines Zustel­lungs­bevollmächtigten innert 20 Tagen aufge­fordert — unter Andro­hung der Zustel­lung der Schlussver­fü­gung an einen von der EStV einge­set­zten, in der Pub­lika­tion genan­nten Zustel­lungs­bevollmächtigten. Die Beschw­erde­führer bean­stande­ten u.a., dass die EStV-Mit­teilung nur…

4D_2/2013: Nicht im Handelsregister eingetragene Handlungsbevollmächtigte können zur Prozessführung ermächtigt werden, ohne unter das prozessrechtliche Anwaltsmonopol zu fallen

Das Oberg­ericht des Kan­tons Bern trat auf eine Beschw­erde ein­er Aktienge­sellschaft nicht ein, weil die Beschw­erde von zwei angestell­ten Juris­ten unter­schrieben wor­den war, die gemäss Han­del­sreg­is­ter nicht zeich­nungs­berechtigt waren. Das Oberg­ericht Bern ging von ein­er beruf­s­mäs­si­gen Vertre­tung im Sinne von Art. 68 Abs. 2 lit. a ZPO aus, die Anwältin­nen und Anwäl­ten vor­be­hal­ten ist, welche gemäss Anwalts­ge­setz berechtigt sind, Parteien…

6B_129/2017: (Un-)Verwertbarkeit von Beweisen bei wiederholten Einvernahmen oder späteren Konfrontationseinvernahmen nach vorherigen Einvernahmen ohne Teilnahme des Beschuldigten (amtl. Publ.)

…und die Gerichte anwe­send zu sein und ein­ver­nomme­nen Per­so­n­en Fra­gen zu stellen (Art. 147 Abs. 1 StPO). Eine Ver­let­zung dieser Rechte führt bei Ein­ver­nah­men im sel­ben Ver­fahren zu einem Beweisver­w­er­tungsver­bot gegenüber der Partei, die an der Beweis­er­he­bung nicht anwe­send war (Art. 147 Abs. 4 StPO). In unter­schiedlichen Ver­fahren kommt den Beschuldigten hinge­gen im jew­eils anderen Ver­fahren keine Parteis­tel­lung zu. Es besteht…

4A_36/2008: Fristversäumnis wegen mangelnder Kanzleiorganisation

Ein Anwalt ein­er Kan­zlei von ca. 20 Anwäl­ten hat­te am let­zten Tag der Frist eine Appel­la­tion­serk­lärung ans OGer SO unterze­ich­net. Ein Prak­tikant liess die Rechtss­chrift zusam­men mit ander­er Post in der Kan­zlei liegen, was erst am fol­gen­den Mor­gen, nach Fristablauf, ent­deckt wurde. Das OGer SO ver­weigerte eine Frist­wieder­her­stel­lung; das BGer bestätigt diesen Entscheid. Nach der ZPO SO kann eine Frist…