2C_619/2007: (erneut) querulatorische Beschwerde eines Arztes (BGG 108 I c)

In Sachen Dr. Mar­tin Kras­ka hat das BGer, wie es im vor­liegen­den Entscheid erken­nen lässt, defin­i­tiv genug. 1983 wurde Dr. Kras­ka die Prax­is­be­wil­li­gung (dh. Bewil­li­gung zur Ausübung der selb­ständi­gen ärztlichen Tätigkeit) wegen wech­sel­nder Aufen­thalt­sorte ent­zo­gen. Ein späteres Gesuch um erneute Erteilung der Bewil­li­gung wurde zurück­ge­zo­gen, nach­dem die Gesund­heits­di­rek­tion Zweifel an sein­er Ver­trauenswürdigkeit geäussert hat­te; es bestand der Ver­dacht des unbe­wil­ligten selbständig…

5A_584/2010: Befangenheit bei Vorbefassung

Vor dem Bun­des­gericht wurde die Ver­let­zung von Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK gerügt, weil in einem sachen­rechtlichen Rechtsstre­it (Ausübung des Vorkauf­s­rechts mit Ein­tra­gung von Eigen­tum) zwis­chen dem Richter, der über vor­sor­gliche Mass­nah­men entsch­ied, und dem in der Haupt­sache entschei­den­den Richter eine Per­son­alu­nion bestanden hat­te. Das Bun­des­gericht weist die Beschw­erde mit Urteil vom 30. November…

4A_367/2012: (strenge) Auslegung des Begriffs der Diskriminierung i.S.v. BehiG 6 (amtl. Publ.)

Ein Gen­fer Kino hat­te ein­er Per­son im Roll­stuhl und ihren Helfern den Zugang zum (nicht behin­derten­gerecht aus­ges­tat­teten) Kino unter Hin­weis auf Sicher­heitsvorschriften ver­wehrt. In der Folge klagten die abgewiese­nen und Inte­gra­tion Hand­i­cap gegen den Kino­be­treiber auf Zahlung ein­er Entschädi­gung und Fest­stel­lung ein­er Diskrim­ierung (BehiG 6). Das BGer hat­te daher im vor­liegen­den Fall den Begriff der Diskri­m­inierung auszule­gen. Der Begriff der…

4A_82/2016: Subjektive Tragweite einer Schiedsvereinbarung

Im Entscheid 4A_82/2016 vom 6. Juni 2016 prüfte das Bun­des­gericht, ob das Schieds­gericht zuständig war zur Beurteilung von Ansprüchen gegen die Beschw­erde­führerin. Die B. AG (Beschw­erdegeg­ner­in) leit­ete ein Schiedsver­fahren ein gegen die A. AG (Beschw­erde­führerin). Die Klage stand im Zusam­men­hang mit der Stil­l­le­gung ein­er Abwasser­reini­gungsan­lage. Die B. AG stellte sich auf den Stand­punkt, die A. AG hafte für einen Teil…

4A_625/2016: Fristlose Entlassung des Lastwagenchauffeurs nach Verkehrsunfall

…A. reichte Klage wegen ungerecht­fer­tigter frist­los­er Ent­las­sung ein. Der Gericht­spräsi­dent des Region­al­gerichts Bern­er Jura-See­land erkan­nte im Wesentlichen, dass die Kündi­gung nicht gerecht­fer­tigt war, sprach aber keine Entschädi­gung nach Art. 337c Abs. 3 OR zu. Gegen diesen Entscheid erhob A. Beru­fung. Das Oberg­ericht des Kan­tons Bern bejahte das Vor­liegen eines wichti­gen Grun­des für eine frist­lose Kündi­gung und wies die Klage ab.…

4A_449/2010: Massenentlassung: Anwendungsbereich; Betriebsbegriff; Konsultation der Arbeitnehmervertretung (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Urteil präzisiert das BGer den Anwen­dungs­bere­ich der Bes­tim­mungen über die Masse­nent­las­sung (OR 335d ff.), den Begriff des Betriebs (OR 355d I) und die Anforderun­gen an die Kon­sul­ta­tion der Arbeit­nehmervertre­tung (OR 337f II): Das BGer hält zunächst fest, dass OR 335d ff. (Masse­nent­las­sung) nur auf Betriebe Anwen­dung find­et, die min­destens 20 Arbeit­nehmer beschäfti­gen:  “Il s’ensuit que la volon­té du…

1C_63/2015, 1C_109/2015, 1C_237/2015, 1C_293/2015: Das Resultat der Abstimmung zur Volksinitiative “Gegen Masseneinwanderung” ist der bundesgerichtlichen Überprüfung nicht (mehr) zugänglich

Im Urteil vom 24. August 2015 befasste sich das BGer mit der Frage, ob die Stimm­bürg­erin­nen und Stimm­bürg­er im Vor­feld der Abstim­mung zur Volksini­tia­tive “Gegen Massenein­wan­derung” in unzuläs­siger Weise bee­in­flusst wor­den sind. Besagte Volksab­stim­mung fand am 9. Feb­ru­ar 2014 statt. Mit Erwahrungs­beschluss vom 13. Mai 2014 stellte der Bun­desrat fest, dass die Volksini­tia­tive vom Volk mit 1’463’854 Ja-Stim­men gegen 1’444’552…

2C_450/2010: Energieliefersperre kein blosser Realakt und gegenüber Mietern unverhältnismässig

Die Indus­trielle Werke Basel (IWB) sper­rten die Strom­liefer­ung für den Warmwasser­boil­er und den Lift ein­er Liegen­schaft in Basel, weil deren Eigen­tümer während zwei Jahren die Rech­nun­gen für die All­ge­me­in­strom­liefer­un­gen nicht beglich. Mieter X, dessen Fest­stel­lungs- und Entschädi­gungs­begehren vom Apel­la­tion­s­gericht abgewiesen wor­den war, machte vor dem Bun­des­gericht u.a. gel­tend, das vorin­stan­zliche Urteil ver­let­ze seinen Anspruch auf rechtlich­es Gehör und erweise sich…

4C.53/2007: Auslegung eines Auftrags

Das BGer bestätigte die Ausle­gung eines Auf­trags durch die Vorin­stanz. Es ging um einen Auf­trag zwis­chen Pri­vatper­so­n­en und der UBS. Die Pri­vatper­so­n­en waren Erben sämtlich­er Aktien ein­er Hold­ing. Um der Hold­ing Mit­tel zu ent­nehmen, liessen sie sich von ihr Dar­lehen gewähren. Später woll­ten sie die Hold­ing verkaufen, aber möglichst ohne neg­a­tive Steuer­fol­gen. Sie gewährten daher ein­er der Vor­läuferin­nen der UBS

6B_1091/2009: Vollumfängliche Schadensersatzpflicht aller Mittäter

Ein Beschw­erde­führer, der wegen Mit­täter­schaft an einem gewerb­smäs­si­gen Betrug und mehrfachen Urkun­den­fälschun­gen verurteilt wurde, focht die Entschei­dung an, weil er vol­lum­fänglich anstatt sol­i­darisch mit den anderen Beteiligten zur Zahlung von Schadenser­satz an zahlre­iche geschädigte Per­so­n­en verpflichtet wor­den war. Das Bun­des­gericht wies die Beschw­erde mit Urteil vom 29. April 2010 (6B_1091/2009) ab. 5.2.2 […] Wird gegen mehrere Per­so­n­en Anklage erhoben, steht…