145 III 495: Ausdehnung der Pfandhaft auf Miet- und Pachtzinsforderungen; Wirkun-gen eines Verzichts darauf im Betreibungsbegehren (frz.)

SchKG. Er behauptete, dass die Gläu­bigerin durch ihre Erk­lärung im Betrei­bungs­begehren, eine amtliche Ver­wal­tung sei nicht erforder­lich, aus­drück­lich und unwider­ru­flich auf die Aus­dehnung ihres Pfan­drechts auf Miet- und Pachtzinse in einem späteren Sta­di­um des Ver­fahrens verzichtet habe (E. 2.2). Das Bun­des­gericht erin­nerte zunächst an den Normin­halt und seine bish­erige Recht­sprechung: Nach Art. 806 Abs. 1 ZGB erstreckt sich beim Grundpfandrecht…

5A_745/2016: Aufhebung eines Arrests wegen Rechtsmissbrauchs (amtl. Publ., frz.)

…ans Bun­des­gericht. Das Bun­des­gericht führte zunächst aus, dass eine Arrestle­gung keine Voll­streck­ung­shand­lung ist, son­dern nur eine vor­sor­gliche Mass­nahme, welche den Schuld­ner daran hin­dern soll, über sein Ver­mö­gen zu ver­fü­gen und es ein­er kün­fti­gen Voll­streck­ung seines Gläu­bigers zu entziehen. Die Arrestle­gung beruht auf dem von der zuständi­gen Behörde nach Art. 272 und 274 SchKG erlasse­nen Arrest­be­fehl. Dessen Grund­la­gen sind vom beauftragten…

5A_688/2012: Beschwerdeberechtigung der Konkursverwaltung (verneint)

…Prozess­führung von strit­ti­gen Ansprüchen nicht in den Anwen­dungs­bere­ich von Art. 243 Abs. 1 SchKG falle, son­dern dass über das Vorge­hen ein Gläu­bigerbeschluss her­beizuführen sei. Damit waren vom Konkur­samt erteilte “Ermäch­ti­gun­gen zur Prozess­führung” man­gels Zus­tim­mung der Gläu­bigerver­samm­lung wirkungs­los. Dieser Entscheid ver­let­zt die rechtlichen Inter­essen der Gläu­bigerge­samtheit nicht, so dass der Konkursver­wal­tung die Weit­erziehung ver­sagt ist. Das BGer tritt auf dessen Beschw­erde deshalb nicht ein. …

5A_372/2010: Rahmenkreditvertrag (Höchstlimite) ist kein Rechtsöffnungstitel (amtl. Publ.)

In ein­er Betrei­bung ein­er Bank gegen eine Dar­lehen­snehmerin war strit­tig, ob der zwis­chen den Parteien beste­hene Rah­menkred­itver­trag einen pro­vi­sorischen Recht­söff­nungsti­tel iSv SchKG 81 I darstellt. Ein Dar­lehensver­trag ist nur dann ein Recht­söff­nungsti­tel, wenn er eine bes­timmte Summe nen­nt und der Schuld­ner die Auszahlung nicht bestre­it­et. Das trifft auf einen Kon­toko­r­rentver­trag nicht zu, weil das Kon­toko­r­rent lediglich ein gegen­seit­iges Abrech­nungsver­hält­nis mit…

5A_35/2012: Rechtsvorschlag wegen mangelnden neuen Vermögens: Nur Sachentscheide kantonal letztinstanzlich (amtl. Publ.)

Gegen den Entscheid über den Rechtsvorschlag wegen man­gel­n­dem neuen Ver­mö­gens ist nach SchKG 265a I kein (kan­tonales) Rechtsmit­tel zuläs­sig. Dieser Auss­chluss gilt, wie das BGer hier fes­thält, jedoch nur für Sachentschei­de. Im vor­liegen­den Fall ging es um einen Koste­nentscheid, der nach ZPO 110 selb­ständig anfecht­bar war. Infolgedessen trag das BGer auf die Beschw­erde man­gels Let­ztin­stan­zlichkeit des ange­focht­e­nen Entschei­ds nicht ein: Cependant,…

BR: vorübergehender Rechtsstillstand im Betreibungswesen wegen Coronavirus

Der Bun­desrat hat an sein­er Sitzung vom 18. März 2020 gestützt auf Art. 62 SchKG einen Rechtsstill­stand im Betrei­bungswe­sen ange­ord­net. Dieser gilt für das gesamte Gebi­et der Schweiz­erischen Eidgenossen­schaft. Die entsprechende Verord­nung tritt am 19. März 2020 um 07.00 Uhr in Kraft und gilt (einst­weilen?) bis zum 4. April 2020 um 24.00 Uhr (danach begin­nen die geset­zlichen Betrei­bungs­fe­rien, welche bis…

5A_283/2007: Einrede mangelnden neuen und Anrechnung fiktiven Vermögens

…fik­tive Ver­mö­gen, das X. angerech­net wurde, nur auf­grund der Einkün­fte der let­zten 12 Monate gebildet wer­den darf, liess das BGer offen (die Lehre ist geteil­ter Ansicht). Da X. aber eine ein­ma­lige Zahlung ver­braucht hat­te, ohne dafür schlüs­sige Gründe nen­nen zu kön­nen, hat­te die Vorin­stanz fest­ge­hal­ten, eine ein­ma­lige Einkun­ft könne ungeachtet des genauen Zeit­punk­tes des Zuflusses fik­tives Ver­mö­gen darstellen, sofern der…

4A_581/2022: Zuständigkeit Handelsgericht, Klägerwahlrecht nach Art. 6 Abs. 3 ZPO (amtl. Publ.)

…Klage und Widerk­lage wür­den mithin die gle­iche Forderung betr­e­f­fen, was ein­er späteren Beurteilung der Klage durch das ordentliche Gericht ent­ge­gen­ste­hen dürfte (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO), wenn denn eine solche Klage über­haupt noch frist­gerecht beim ordentlichen Gericht ein­gere­icht wer­den kön­nte (Art. 31 und 83 Abs. 2 SchKG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 3 ZPO) (E. 3.6).  …

4A_196/2019: Einwendung der in den AVB vorgesehenen Anspruchsverwirkung durch eine Versicherung / Wirkung der Unterzeichnung eines Verjährungsverzichts und Weiterführung der Gespräche mit dem Anspruchsberechtigten

…Beschw­erde­führer nach Art. 260 SchKG, erhob dieser mit Eingabe vom 1. Feb­ru­ar 2018 Klage auf Zahlung der Ver­sicherungsleis­tun­gen gegen die Ver­sicherung beim Han­dels­gericht des Kan­tons Aar­gau. Das Han­dels­gericht wies die Klage u.a. mit der Begrün­dung ab, dass die Entschädi­gungs­forderung gemäss den All­ge­meinen Ver­sicherungs-Bedin­gun­gen (ABV) ver­wirkt sei. Die ABV der Ver­sicherung sahen näm­lich vor, dass eine Entschädi­gungs­forderung bei ein­er Ablehnung der…

4A_405/2015: Zuständigkeit des Handelsgerichts (amtl. Publ.)

…Prozess­stand­schaft für den entsprechen­den Anspruch im Rah­men ein­er Zwangsvoll­streck­ung gegen die Käuferin i.S.v. Art. 131 Abs. 2 SchKG an die Beschw­erde­führerin abge­treten wor­den (Urteil 4A_405/2015 vom 26. Jan­u­ar 2016, E. 2). Die Beschw­erdegeg­n­er waren als Inhab­er von Einzelun­ternehmen im Han­del­sreg­is­ter einge­tra­gen (E. 3.3), hiel­ten aber die Kau­fak­tien in ihrem Pri­vatver­mö­gen (E. 3.3.1). Strit­tig war die Zuständigkeit des angerufe­nen Gerichts. Das…