4A_232/2019: Ungewöhnlichkeitsregel und Allgemeine Versicherungsbedingungen (Ungewöhnlichkeit verneint)

…Entscheid der Vorin­stanz. Vor Bun­des­gericht monierte der Ver­sicherte u.a., Art. 4 Abs. 2 lit. c AVB umfasse die krankheits­be­d­ingte unver­schuldete Unter­suchung­shaft nicht; wenn doch, sei sie ungewöhn­lich und in Anwen­dung der Ungewöhn­lichkeit­sregel nichtig. In einem ersten Schritt rief das Bun­des­gericht all­ge­meine Ausle­gung­sprinzip­i­en in Erin­nerung (E. 2.1 und 2.2): Die all­ge­meinen Bedin­gun­gen eines Ver­sicherungsver­trags wer­den nach den gle­ichen Grund­sätzen aus­gelegt wie andere Ver­tragsbes­tim­mungen…

4A_330/2021: Versicherungsvertrag, gültiger Deckungsausschluss bei Pandemien (amtl. Publ.)

…Vorin­stanz — so aus, dass die COVID-19 Pan­demie aus der Ver­sicherungs­deck­ung aus­geschlossen ist. Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die B AG (Klägerin, Beschw­erdegeg­ner­in, Ver­sicherte) betreibt ein Lokal mit Restau­rant und Bar in U. Sie hat bei der A AG (Beklagte, Beschw­erde­führerin, Ver­sicher­er) die “X Geschäftsver­sicherung KMU” abgeschlossen, enthal­tend eine Fahrhabev­er­sicherung sowie eine Betriebs- und Unfal­lver­sicherung. Die Fahrhabev­er­sicherung umfasst laut…

BGer 4A_567/2024: Aufklärungspflicht von Banken bei Rollover-Hypothek und Zinsaustauschgeschäft

Im Urteil 4A_567/2024 vom 27. Mai 2025 befasste sich das Bun­des­gericht unter anderem mit der Aufk­lärungspflicht von Banken. Im Zusam­men­hang mit Kred­itverträ­gen für eine Immo­bilien­fi­nanzierung auf Basis eines 3 Monats LIBOR bzw. SARON (Rollover-Hypotheken) mit einem Zins­floor von 0% sowie einem Zin­saus­tauschgeschäft (Swap) ohne Zins­floor zwis­chen der Bank B. (Bank) und zwei Kundin­nen (Beschw­erde­führerin­nen) macht­en die Beschw­erde­führerin­nen unter anderem eine…

4A_100/2016: anwendbares Verfahren bei Mieterausweisung (amtl. Publ.)

Die Ver­mi­eterin B. AG stellte vor dem Region­al­gericht Bern-Mit­tel­land ein Ausweisungs­ge­such im Ver­fahren um Rechtss­chutz in klaren Fällen (Art. 257 ZPO). Das Gericht trat auf das Gesuch nicht ein, da es die Kündi­gungsan­dro­hung als zu wenig klar erachtete, weshalb sich die Gültigkeit der Kündi­gung nicht zweifels­frei fest­stellen lasse. Auf Beru­fung hin verpflichtete das Oberg­ericht des Kan­tons Bern die Mieterin A.,…

4A_430/2016: Zivilprozess; Anspruch auf gesetzmässig besetztes Gericht

In ein­er han­del­srechtlichen Auseinan­der­set­zung trat das Han­dels­gericht des Kan­tons Zürich erneut nicht auf die Klage ein, nach­dem die Angele­gen­heit vom Bun­des­gericht zur neuen Entschei­dung zurück­gewiesen wor­den war. Vor Bun­des­gericht war­fen die Beschw­erde­führer dem Han­dels­gericht Zürich vor, den Anspruch auf ein geset­zmäs­sig beset­ztes Gericht ver­let­zt zu haben (Art. 30 Abs. 1 BV). Das Bun­des­gericht bejahte eine Ver­let­zung des Anspruchts (Urteil 4A_430/2016…

4A_210/2012: sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts für Konsumentenstreitigkeiten bejaht (amtl. Publ.)

Im Entscheid 4A_210/2012 (zur amtl. Publ. vorge­se­hen) bejahte das Bun­des­gericht die sach­liche Zuständigkeit des Han­dels­gerichts (Zürich) für die Klage ein­er Kundin gegenüber einem exter­nen Ver­mö­gensver­wal­ter.  Strit­tig war die Ausle­gung von Art. 6 Abs. 3 ZPO, wonach die kla­gende Partei zwis­chen dem Han­dels­gericht und dem ordentlichen Gericht wählen kann, falls nur die beklagte Partei im Han­del­sreg­is­ter einge­tra­gen ist, jedoch “die übrigen…

4A_610/2014A_610/2010: Auslegung eines Arbeitsvertrags in Übereinstimmung mit dispositivem Recht

Das BGer hat­te einen Arbeitsver­trag auszule­gen, der vor­sah, dass der Arbeit­nehmer im Fall ein­er ordentlichen Kündi­gung den Lohn während eines Jahres erhal­ten solle; im Fall ein­er frist­losen Kündi­gung seien sechs Monate Lohn zu bezahlen. Das BGer geht davon aus, dass diese bei­den Entschädi­gun­gen im Fall ein­er frist­losen Kündi­gung nicht kumu­la­tiv geschuldet seien, dass die Entschädi­gung also 12 und nicht 18…

4A_385/2012: unbegründeter Rechtsvorschlag ist keine Vertragsanfechtung

Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass in der Erk­lärung, Rechtsvorschlag zu erheben, keine Anfech­tungserk­lärung i.S.v. OR 21 gese­hen wer­den kann, wenn der Rechtsvorschlag keine Begrün­dung enthält: Zwar wird der Inhalt des Rechtsvorschlags dem Betreiben­den auf der für ihn bes­timmten Aus­fer­ti­gung des Zahlungs­be­fehls mit­geteilt (Art. 76 Abs. 1 SchKG); erfol­gt der Rechtsvorschlag unbe­grün­det, lässt sich daraus jedoch lediglich ableiten,…

4A_309/2007: Auslegung eines Grundstückkaufvertrags

Das BGer bestätigt ein Urteil des KGer SZ, das die Ausle­gung eines Kaufver­trags über eine Liegen­schaft betraf. Zwar hat­te das KGer zu Unrecht angenom­men, die Ausle­gung formbedürftiger Verträge dürfe nicht auf ausser­halb der Urkunde liegende Umstände abstellen, wenn die verurkun­dete Kaufrechtsvere­in­barung ein­deutig ist, denn solche Umstände wären “selb­stver­ständlich” zu berück­sichti­gen, wenn sich daraus ergeben sollte, dass die Parteien in Tat…

4A_433/2011: Wegfall des Anspruchs auf Kundschaftsentschädigung wegen dem Agenten zuzurechnender Vertragsauflösung (OR 418a III)

In einem Stre­it aus einem Agen­turver­trag, der durch die Agentin zu Unrecht frist­los been­det wurde, ver­weigert das BGer eine Kund­schaft­sentschädi­gung iSv OR 418u I: Das BGer hielt es im konkreten Fall für erstellt, dass die Ver­tragsver­let­zun­gen der Auf­tragge­berin “nicht beson­ders schw­er­wiegend” waren und dass nicht auszuschliessen war, dass die Unstim­migkeit­en hät­ten bere­inigt wer­den kön­nen, wenn die Beschw­erde­führerin sich bei der Beschwerdegegnerin…