BR: Vernehmlassung zur Änderung des Geldwäschereigesetzes

Der Bun­desrat hat die Vernehm­las­sung zur Änderung des Geld­wäschereige­set­zes eröffnet. Die Vor­lage basiert auf den wichtig­sten Empfehlun­gen des vierten Län­der­berichts der Finan­cial Action Task Force (FATF). Zu den wichtig­sten Mass­nah­men gehören die fol­gen­den: Für bes­timmte Dien­stleis­tun­gen im Zusam­men­hang mit Gesellschaften und Trusts, haupt­säch­lich im Bere­ich Grün­dung, Führung und Ver­wal­tung, sollen Sorgfalt­spflicht­en einge­führt wer­den. Tätigkeit­en für oper­a­tive Gesellschaften in der Schweiz…

Revision des DSG: Vorentwurf bis 31.08.2016

Der Bun­desrat hat heute das EJPD beauf­tragt, dem Bun­desrat bis spätestens Ende August 2016 einen Voren­twurf für eine Revi­sion des DSG zu unter­bre­it­en, unter Berück­sich­ti­gung der derzeit laufend­en Daten­schutzre­for­men in derEU und beim Europarat. Aus der Medi­en­mit­teilung: […] Der Europarat über­ar­beit­et grundle­gend die von der Schweiz rat­i­fizierte “Kon­ven­tion zum Schutz des Men­schen bei der automa­tis­chen Ver­ar­beitung per­so­n­en­be­zo­gen­er Dat­en” [Kon­ven­tion 108].…

Internationale Erschöpfung gegenüber EWR-Staaten ab 1. Juli 2009

Der Bun­desrat hat am 29. Mai 2009 beschlossen, die Änderung des Patent­ge­set­zes zur Frage der Erschöp­fung auf den 1. Juli 2009 in Kraft zu set­zen. Das Par­la­ment hat­te Ende 2008 entsch­ieden, im Grund­satz das Prinzip der ein­seit­i­gen (d.h. ohne Vere­in­barung des Gegen­rechts einge­führten) regionalen Erschöp­fung anzuwen­den im Ver­hält­nis zu den Ver­tragsstaat­en des EWR. Infolgedessen kön­nen patent­geschützte Pro­duk­te, die mit Zustimmung…

4A_116/2016: Kein eigener Begriff der “guten Sitten” im Sportrecht; die Rüge der Verletzung der Persönlichkeits- und Grundrechte einer Drittpartei erscheint nicht grundsätzlich als unzulässig

Mit dem Entscheid 4A_116/2016 vom 13. Dezem­ber 2016 wies das Bun­des­gericht eine Beschw­erde gegen einen Schiedsspruch des Tri­bunal Arbi­tral du Sport (“TAS”) ab. Stre­it­ig war die Erfül­lung soge­nan­nter Eco­nom­ic Rights Par­tic­i­pa­tion Agree­ments (die “Verträge”), die zwis­chen dem X. Club, einem pro­fes­sionellen Fuss­bal­lvere­in (Beschw­erde­führerin), und der Z. Lim­it­ed (Beschw­erdegeg­ner­in) abgeschlossen wor­den waren. Das Schieds­gericht erachtete die Verträge im Schiedsspruch als rechts­gültig. Im…

4A_98/2012: Schaden des Lizenzgebers infolge unberechtigter Änderung einer Software durch den Lizenznehmer

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Fall zu entschei­den, ob die Käuferin ein­er cus­tom-made-Soft­ware befugt war, die Soft­ware weit­eren Gesellschaften zur Ver­fü­gung zu stellen und diese Soft­ware (d.h. ihren Source Code) zu ändern. Die erste Frage war auf­grund ein­er Ver­tragsausle­gung zu beja­hen. Auch die zweite Frage ist primär eine Frage der ver­traglichen Gestal­tung (dazu vgl. hier). Das BGer liess diesen Punkt…

4A_547/2012: Liquidation eines Kontos/Depots; insbes. OTC-Optionen

…Kun­den auf, Nach­schuss zu leis­ten (“mar­gin call”). Der Kunde kam dieser Auf­forderung nicht nach, worauf die Bank die noch vorhan­de­nen Anla­gen liq­ui­dierte, darunter 12 OTC-Optio­nen auf amerikanis­che Aktien. Aus der Liq­ui­da­tion resul­tierte zulas­ten des Kun­den ein Schuld­sal­do in Höhe von rund USD 1.6 Mio., welchen die Bank ein­klagte. Der Kunde machte u.a. gel­tend, die Bank habe die anlässlich der Liquidation…

WEKO: Harte Kartellabreden in den Glasfaser-Kooperationen verhindern Sanktionsbefreiung

…Glas­fas­er-Koop­er­a­tio­nen im Hin­blick auf eine Sank­tions­be­freiung gemeldet. Das Sekre­tari­at hat nun die Auf­fas­sung vertreten, dass die gemelde­ten Ver­tragsklauseln Abre­den über Men­gen und Preise enthal­ten, welche den Wet­tbe­werb stark beein­trächti­gen kön­nten. Auf­grund der kartell­rechtlichen Bedenken lasse das Kartellge­setz in diesem Fall eine Sank­tions­be­freiung nicht zu. Das Sekre­tari­at hielt weit­er fest, dass eine defin­i­tive Beurteilung erst möglich sei, wenn die geplanten Glasfaser-Kooperationen…

4A_145/2021: Berufsmässige Vertretung durch Gewerkschaft; falsches Rechtsmittel

Im Rah­men ein­er Beschw­erde eines ehe­ma­li­gen Arbeit­nehmers befasste sich das Bun­des­gericht im Urteil 4A_145/2021 vom 27. Okto­ber 2021 mit der Frage, ob ein­er durch eine Gew­erkschaft vertrete­nen Partei im Sinne von Art. 68 Abs. 2 lit. d ZPO bei Ver­fahrens­fehlern diesel­ben Prozess­fol­gen dro­hen wie bei anwaltlich­er Vertre­tung. Hin­ter­grund des Ver­fahrens war die rück­wirk­ende Ein­stu­fung des Beschw­erde­führers als Arbeit­nehmer der Beschwerdegegnerin…

4A_244/2012: fehlende Schiedsvereinbarung zugunsten des TAS wegen fehlender Bestimmtheit der Schiedsvereinbarung

Das BGer heisst im vor­liegen­den Urteil eine Beschw­erde gegen einen Schied­sentscheid des TAS gut, weil das TAS seine Zuständigkeit zu Unrecht bejaht hat­te (vgl. die Zusam­men­fas­sung auf englisch bei PLC). Das TAS hat­te seine Zuständigkeit aus ein­er Schied­sklausel in einem Employ­ment Agree­ment zwis­chen einem Fuss­ball­club und einem Spiel­er abgeleit­et. Später hat­ten die Parteien jedoch mit Bezug auf das Arbeitsver­hält­nis ein…

5A_935/2015: Definitive Rechtsöffnung gestützt auf eine deutsche notariell ausgestellte Urkunde über Scheidungsfolgen

Im vor­liegen­den Urteil hat­te das Bun­des­gericht zu prüfen, ob die Vorin­stanz der Beschw­erdegeg­ner­in zu Recht defin­i­tive Recht­söff­nung erteilt hat­te gestützt auf eine in Deutsch­land von ein­er Notarin aus­gestellte voll­streck­bare öffentliche Urkunde („Zur Regelung der Tren­nungs- und Schei­dungs­fol­gen abgeschlossen­er Ehev­er­trag“). In diesem Zusam­men­hang erwog das Bun­des­gericht u.a.: Gemäss LugÜ kön­nen auch die im Ausstel­lungsstaat voll­streck­baren öffentlichen Urkun­den in einem anderen Ver­tragsstaat…