4A_562/2010: Rückabwicklung von Verträgen; Anwendung auf den Widerruf nach OR 40f I (amtl. Publ.)

Das BGer wen­det auf die Rück­er­stat­tung emp­fan­gener Leis­tun­gen beim Wider­ruf des Ver­trages durch den Kun­den nach OR 40f I Bere­icherungsrecht an, so dass die ein­jährige Ver­jährungs­frist zur Anwen­dung kommt. Es erläutert dafür zunächst detail­liert seine Recht­sprechung zur Rück­ab­wick­lung. Das BGer fragt nach der Recht­snatur der entsprechen­den Ansprüche. Es hat sich bei der Rück­ab­wick­lung eines Ver­trags nach Rück­tritt infolge ein­er Ver­tragsver­let­zung…

4A_398/2007: Potestativbedingung als Konventionalstrafe, auch bei Forderungsverlust (amtl. Publ.)

In einem Prax­isüber­nah­mev­er­trag hat­ten die Parteien die Zahlung des Übernehmers durch fol­gende Klausel bed­ingt: “Diese Zahlung ste­ht unter der Bedin­gung, dass sich bei­de Parteien getreu und ver­tragsgemäss ver­hal­ten.” Auch das ver­tragsgemässe Ver­hal­ten (das Unter­lassen ein­er Ver­tragsver­let­zung) kann als wil­lens­ab­hängiges Ereig­nis zum Gegen­stand ein­er Potes­ta­tivbe­din­gung gemacht wer­den. Ist das Leis­tungsver­sprechen des Schuld­ners aber vom Ein­tritt der ungewis­sen Tat­sache abhängig, dass dieser…

zur Motion 11.3909 (NR Barthassat) betr. Revision von OR 404

NR Barthas­sat hat in sein­er Motion 11.3909 “Adapter le droit du man­dat et l’article 404 CO au XXIe siè­cle” vom 29. Sep­tem­ber 2011 eine Änderung von OR 404 (jed­erzeit­iges Beendi­gungsrecht im Auf­tragsrecht; vgl. dazu auch BGer 4A_141/2011 und dazu unseren Beitrag) ver­langt. Der Text der Motion lautet: Le Con­seil fédéral est chargé de présen­ter au Par­lement un pro­jet de révision…

4A_64/2012: Haftung einer Steuerberaterin; Fehleinschätzung; keine Zurechnung des Fachwissens eines weiteren Beauftragten

Das HGer ZH hat­te eine Steuer­ber­atungs­ge­sellschaft zu Schaden­er­satz verurteilt. Diese hat­te in der Beratung die Auf­fas­sung vertreten, trotz dem Urteil 2A.532/1998 kön­nten Ver­luste aus den acht Vor­jahren ver­rech­net wer­den. In diesem Urteil hat­te das BGer jedoch eine über­gangsrechtliche Fest­stel­lung getrof­fen, die dazu führte, dass der Reingewinn ab 1995 nur noch mit Ver­lus­ten aus den sieben vor­ange­gan­genen Geschäft­s­jahren ver­rech­net wer­den kon­nte. Dass…

4A_239/2013: Bundesrecht erfordert keine einheitliche sachliche Zuständigkeit bei der einfachen Streitgenossenschaft

Die Beschw­erde­führerin, eine Aktienge­sellschaft, reichte beim Bezirks­gericht Aarau eine Klage gegen 10 Parteien als ein­fache Stre­itgenossen ein. Von den beklagten Parteien waren 7 im Han­del­sreg­is­ter einge­tra­gen. Betr­e­f­fend diese Parteien trat das Bezirks­gericht nicht auf die Klage ein und stellte sich auf den Stand­punkt, das Han­dels­gericht des Kan­tons Aar­gau sei zwin­gend zuständig. Das Oberg­ericht Aar­gau schützte den Nichtein­tretensentscheid. Dage­gen erhob die…

4A_396/2017: Auch Staaten können sich zur Abwehr eines Sicherstellungsgesuchs auf Art. 17 der Haager Übereinkunft 1954 berufen

In der Ver­fü­gung vom 23. Novem­ber 2017 im Ver­fahren 4A_396/2017 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob sich ein Staat zur Abwehr eines Gesuchs auf Sich­er­stel­lung ein­er allfäl­li­gen Parteientschädi­gung nach Art. 62 Abs. 2 BGG auf Art. 17 der Haager Übereinkun­ft betr­e­f­fend Zivil­prozess­recht vom 1. März 1954 (“Haager Übereinkom­men 1954”) berufen kann. Die A. (Beschw­erdegeg­ner­in) macht Ansprüche gegen den…

4A_310/2016: Subjektive und objektive Tragweite einer Schiedsvereinbarung

Mit Entscheid 4A_310/2016 vom 6. Okto­ber 2016 wies das Bun­des­gericht eine Beschw­erde ab, mit der die Beschw­erde­führerin gerügt hat­te, dass sich das Schieds­gericht zu Unrecht für unzuständig erk­lärt habe. Im Mai 2013 unterze­ich­neten C. und D. einen Aktionärbindungsver­trag hin­sichtlich der Beteili­gung an der B. Co. Ltd. Dabei unterze­ich­nete C. den Ver­trag im Namen der Aktionärin A. A.S. Umstrit­ten war, ob D.…

4A_107/2011: Höhe der Konventionalstrafe bei einem Konkurrenzverbot

Im Entscheid 4A_107/2011 vom 25. August 2011 hat­te das Bun­des­gericht zu entschei­den, ob die vere­in­barte Kon­ven­tion­al­strafe bei einem Konkur­ren­zver­bot im Arbeitsver­trag angemessen war. A. war von Mai 2003 bis August 2008 bei der X. AG in St. Gallen als Unternehmens­ber­ater in Per­son­al­fra­gen angestellt. Sein Arbeitsver­trag enthielt ein Konkur­ren­zver­bot und sta­tu­ierte eine Kon­ven­tion­al­strafe in der Höhe von CHF 100’000. Im Auflösungsvertrag…

A_507/2010, 5A_508/2010: Verstärkte Beweiskraft öffentlicher Urkunden; Auslegung einer Dienstbarkeit

…beziehen (vgl. BGE 113 Ib 289 E. 4c S. 295). Schliesslich erläutert das BGer die Kri­te­rien zur Ausle­gung eines Dien­st­barkeitsver­trags: 6.2 Aus­ge­hend vom Wort­laut des Dien­st­barkeitsver­trags ist der Sinn und Zweck der Dien­st­barkeit im Zeit­punkt der Errich­tung zu ermit­teln. Je genauer der Wort­laut abge­fasst ist, umso enger ist der Raum für die Ausle­gung auf­grund weit­er­er Kri­te­rien, sofern keine Anhalt­spunk­te dafür bestehen,…

4A_443/2010: konkludente Zustimmung zur Lohnkürzung und Verzicht auf Schriftformerfordernis

Nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung hat ein Arbeit­nehmer, der die Auszahlung eines tief­er­en Lohns wider­spruch­s­los annimmt, der Lohnkürzung zuges­timmt: “Das Bun­des­gericht erblick­te […] in der wider­spruch­slosen Annahme eines gekürzten Lohnes während ein­er fes­ten sechsmonati­gen Ver­tragsdauer eine kon­klu­dente Zus­tim­mung, obwohl der Arbeit­nehmer einen ihm vor Arbeit­santritt unter­bre­it­eten neuen Ver­trag, der die Lohnkürzung enthielt, nicht unterze­ich­net hat­te (Urteil 4C.242/2005 vom 9. Novem­ber 2005…