4A_609/2012: Umgehung von Schutzbestimmungen durch Ketten-Mietverträge; Beweislast (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te sich im vor­liegen­den Fall zu Ket­ten-Mietverträ­­gen zu äussern, d.h. zu ein­er Rei­he jew­eils befris­teter Mietverträge zwis­chen densel­ben Parteien über das­selbe Mieto­b­jekt. Das ist zwar zuläs­sig, aber nur unter dem Vor­be­halt des Rechtsmiss­brauchsver­bots, das dies­bezüglich vor allem im Arbeit­srecht konkretisiert wor­den ist (im Urteil find­en sich diverse Hin­weise zur entsprechen­den Lehre und Recht­sprechung).  … weit­er­lesen

1C_64/2013: Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ) hat den besonderen Bedürfnissen der Medien auch bei der Gebührenerhebung Rechnung zu tragen (amtl. Publ.)

Im zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid zum BGÖ bzw. zur VGBÖ hat das BGer u.a. fol­gen­des fest­ge­hal­ten: Der Geset­zge­ber wollte den beson­deren Bedürfnis­sen der Medi­en auch bei der Gebühren­er­he­bung Rech­nung tra­gen. Der Bun­desrat set­zte diesen Auf­trag zwar nicht in der VGBÖ um, ging aber davon aus, dass ihm durch den Verzicht auf Gebühren im Einzelfall Rech­nung getra­gen … weit­er­lesen

8C_827/2012: Absolvierte Ausbildung als Kriterium bei der Lohneinstufung im öffentlichen Personalrecht (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führerin hat nach dem Abschluss ihrer Aus­bil­dung als Phar­maas­sis­tentin die Polizeis­chule absolviert und anschliessend in den Abteilun­gen für Betäubungsmit­tel und Sex­u­alde­lik­te gear­beit­et. Seit 1994 ist sie als Fam­i­lien­rich­terin an einem Kreis­gericht des Kan­tons St. Gallen mit einem Pen­sum von durch­schnit­tlich 55 % tätig. Von Juli 2003 bis Ende Mai 2009 war sie fest angestellte … weit­er­lesen

9C_687/2012: Besitzstandsgarantie gemäss PUBLICA-Gesetz (amtl. Publ.)

B. arbeit­ete seit 1998 im Bun­de­samt X. und war bei der Pen­sion­skasse des Bun­des PUBLICA berufsvor­sorgev­er­sichert. Die PUBLICA vol­l­zog auf den 1. Juli 2008 den Wech­sel vom Leis­­tungs- zum Beitragspri­mat. Im sel­ben Monat teilte die PUBLICA der B. mit, sie habe gestützt auf Art. 25 PUB­­LI­­CA-Gesetz Anspruch auf eine Besitz­s­tands­garantie. Ende Feb­ru­ar 2009 ging B. … weit­er­lesen

9C_975/2012: Anwendungsbereich des Gesamtarbeitsvertrages für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (amtl. Publ.)

Mit dem Vol­lzug des Gesam­tar­beitsver­trages für den flex­i­blen Alter­srück­tritt im Bauhaupt­gewerbe (GAV FAR), der teil­weise für all­ge­mein­verbindlich erk­lärt wurde, ist die Stiftung für den flex­i­blen Alter­srück­tritt im Bauhaupt­gewerbe (Stiftung FAR) betraut. Im August 2010 teilte die Stiftung FAR der B. GmbH und der R. GmbH mit, sie seien seit dem 1. Jan­u­ar 2007 dem GAVweit­er­lesen

9C_1036/2012: Anwendungsbereich des Verantwortlichkeitsgesetzes des Bundes. Die Haftungsbestimmungen des BVG gehen als lex specialis vor (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te zu entschei­den, ob das Ver­ant­wortlichkeits­ge­setz des Bun­des (VG; SR 170.32) oder die Haf­tung­sor­d­nung des BVG (SR 831.40) zur Anwen­dung gelangt. Materiell­rechtlich­er Stre­it­ge­gen­stand war der Rück­griff­sanspruch des Sicher­heits­fonds gegen den Bund aus man­gel­hafter Auf­sicht­stätigkeit gestützt auf das BVG (BGer. 9C_1036/2012 vom 27. März 2012, E. 2.1 und 5.1). Betr­e­f­fend das Ver­hält­nis des VGweit­er­lesen

4A_655/2012: Zulässigkeit der Beschwerde in Zivilsachen in Medizinalhaftungsfällen (amtl. Publ.)

In Medi­z­inal­haf­tungs­fällen gestützt auf öffentlich­es kan­tonales Ver­ant­wortlichkeit­srecht gegen ein öffentlich-rechtlich organ­isiertes Spi­tal ste­ht nur die Beschw­erde in Zivil­sachen bzw. sub­sidiär die Ver­fas­sungs­beschw­erde zur Ver­fü­gung (Art. 72 Abs. 2 lit. b BGG). In einem Grund­satzentscheid hat das Bun­des­gericht entsch­ieden, dass in Medi­z­inal­haf­tungs­fällen nur die Beschw­erde in Zivil­sachen (bzw. eine Ver­fas­sungs­beschw­erde) offen ste­ht, selb­st wenn sich die … weit­er­lesen

6B_142/2012: Verspätetete Ermächtigung zur Strafverfolgung (amtl. Publ.)

Ein ehe­ma­liger Angestell­ter der Bun­de­spolizei, der u.a. wegen Miss­brauchs der elek­tro­n­is­chen Zeit­er­fas­sung ent­lassen wor­den war, gelangte gegen seine Verurteilung wegen Betruges vor das Bun­des­gericht. Der Beschw­erde­führer brachte erfol­gre­ich vor, die Vorin­stanz habe ihn verurteilt, ohne dass die nach dem Ver­ant­wortlichkeits­ge­setz (VG) nötige Ermäch­ti­gung rechtzeit­ig vorgele­gen habe. Das Bun­des­gericht set­zt sich in seinem Urteil vom 28. … weit­er­lesen

4A_607/2012: Kostenbefreiung nach kantonalem Recht auch für Parteientschädigung (amtl. Publ.)

Das BGer hielt im vor­liegen­den Entscheid fest, dass ZPO 116 (fakul­ta­tive weit­ere Kosten­be­freiung durch die Kan­tone) nicht nur für die Gericht­skosten, son­dern auch für die Parteientschädi­gung gilt, gestützt auf eine gram­matikalis­che und his­torische Ausle­gung. Damit war eine frühere Gen­fer Regel zur Kosten­be­freiung in Mietrechtsstre­it­igkeit­en bundesrechtskonform.

5A_492/2012: Gerichtsgebühr des Arrestgerichts nach GebV SchKG, nicht nach kantonalem Tarif (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Entscheid hat­te das BGer die Kosten- und Entschädi­gungs­fol­gen im Rechtsmit­telver­fahren gegen Arrestein­spracheentschei­de zu beurteilen. Das OGer als Vorin­stanz hat­te fest­ge­hal­ten, dass für die Gerichts­ge­bühren in den gerichtlichen Sum­marsachen des SchKG seit Inkraft­treten der ZPO nicht mehr GebV SchKG  48 ff., son­dern der kan­tonale Tarif mass­gebend sei: Das Oberg­ericht (vgl. BlSchK 2011 S. 69 f.) … weit­er­lesen