6B_175/2011: Strafzumessung bei Geständnis

…für alle Delik­te, ohne Berück­sich­ti­gung der Geständigkeit, auszuge­hen. Diese wird infolge des Geständ­niss­es reduziert (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Das Geständ­nis bewirkt somit bloss, dass der Beschw­erde­führer für diejeni­gen Tat­en, welche ohne seine Hil­fe nicht nach­weis­bar gewe­sen wären, milder bestraft wird, nicht aber, dass er dies­bezüglich straf­frei aus­ge­ht. Im vor­liegen­den Fall hat die Vorin­stanz das Geständ­nis sowie die…

4A_155/2019: Bonus als Lohnbestandteil; Erschöpfung des Instanzenzugs; Referenzperiode zur Bestimmung des Schwellenwerts; Nichtberücksichtigung einer Abgangsentschädigung; Akzessorietät

…der Bonus tiefer als der Grund­lohn, komme es auf die Umstände des Einzelfall­es an, wobei keine feste Ver­hält­niszahl beste­he. Die Quote des fix­en Grund­lohnes, die regelmäs­sig und ohne beson­deren Anlass aus­gerichtet wer­den könne, ohne dass die für eine Grat­i­fika­tion erforder­liche Akzes­sori­etät nicht mehr gegeben sei, steige bei höherem Lohn an (zum Ganzen E. 6.1). Mit Bezug auf den konkreten Fall…

6B_821/2021: Verwertung von Beweismitteln aus unzulässiger Beweisausforschung

…StPO sichergestellt. Als Zufalls­funde nach Art. 243 StPO gel­ten die bei der Durch­führung von Zwangs­mass­nah­men all­ge­mein und bei Durch­suchun­gen und Unter­suchun­gen im Beson­deren zufäl­lig ent­deck­ten Beweis­mit­tel, Spuren, Gegen­stände oder Ver­mö­genswerte, die mit der abzuk­lären­den Straftat in keinem direk­ten Zusam­men­hang ste­hen und den ursprünglichen Ver­dacht wed­er erhärten noch wider­legen, aber auf eine weit­ere Straftat hin­weisen. Zufalls­funde kön­nen ohne Ein­schränkun­gen Anlass zur Eröffnung…

Internationale Erschöpfung gegenüber EWR-Staaten ab 1. Juli 2009

Der Bun­desrat hat am 29. Mai 2009 beschlossen, die Änderung des Patent­ge­set­zes zur Frage der Erschöp­fung auf den 1. Juli 2009 in Kraft zu set­zen. Das Par­la­ment hat­te Ende 2008 entsch­ieden, im Grund­satz das Prinzip der ein­seit­i­gen (d.h. ohne Vere­in­barung des Gegen­rechts einge­führten) regionalen Erschöp­fung anzuwen­den im Ver­hält­nis zu den Ver­tragsstaat­en des EWR. Infolgedessen kön­nen patent­geschützte Pro­duk­te, die mit Zustimmung…

1C_285/2015: Die Umnutzung eines Ferienheims in ein Durchgangszentrum für Asylsuchende in der Gemeinde Aeschi bei Spiez ist nicht bewilligungspflichtig

…wer­den. Nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung unter­ste­hen grund­sät­zlich auch reine Umnutzun­gen ohne bauliche Mass­nah­men der Baube­wil­li­gungspflicht. Eine ohne bauliche Vorkehren ausk­om­mende Zweck­än­derung unter­liegt der Bewil­li­gungspflicht nur dann nicht, wenn erstens auch der neue Ver­wen­dungszweck der in der fraglichen Zone zuzu­lassenden Nutzung entspricht […] und zweit­ens sich die Änderung hin­sichtlich ihrer Auswirkun­gen auf Umwelt und Pla­nung als aus­ge­sprochen ger­ingfügig erweist […]. Sind…

6B_79/2011: Betrügerischer Konkurs, Veruntreuung und Abgabenbetrug

…zutr­e­f­fend auszuge­hen, da der Beschw­erde­führer als fak­tis­ches Organ der Dom­izilge­sellschaft nicht in Erschei­n­ung trat, son­dern eine ihm nah­este­hende Per­son (ohne jegliche Entschei­dungs­befug­nis) im Han­del­sreg­is­ter als Organ vorschob, und auf der Kor­re­spon­denz der O. SA an die OZD wahrheitswidrig der Absender Lugano angegeben wurde. Damit ver­schleierte er bewusst seine Verbindung zur O. SA und den Umstand, dass es sich bei dieser…

1C_319/2018: Wohnraum für die abtretende Generation in der Landwirtschaftszone (amtl. Publ.)

…als Spezial­norm Art. 34 Abs. 3 RPV vorge­he. Die Kon­se­quenz beste­he darin, dass die Erstel­lung neuer Wohn­baut­en nur bewil­ligt wer­den könne, wenn die Voraus­set­zun­gen von Art. 34 Abs. 3 RPV bei Ausklam­merung der Pfer­de­hal­tung und ‑nutzung erfüllt seien. Vor­liegend sei dies aber nicht der Fall, weil der Betrieb ohne Berück­sich­ti­gung der Pfer­de­hal­tung den für ein land­wirtschaftlich­es Gewerbe erforder­lichen Min­dest­wert von…

5A_91/2009: prozessuale Folgen einer Veräusserung des Streitobjekts

…ein­treten unter der Voraus­set­zung, dass die Gegen­partei zus­timmt, oder der Erwer­ber ist berechtigt, durch aus­drück­liche Erk­lärung und ohne Zus­tim­mung der bish­eri­gen Parteien in den Prozess einzutreten. Im Kan­ton BL ist diese Frage nicht aus­drück­lich geregelt. Das KGer BL hat­te eine Klage auf Unter­las­sung (gestützt auf ein Geh- und Fahrrecht) abgewiesen, nach­dem die Beklagten, die belasteten Grun­deigen­tümer, die betrof­fene Parzelle verkauft…

4A_66/2009: Rechtsmissbrauch durch verzögerte bzw. zweckwidrige Rechtsausübung im Arbeitsverhältnis

…sie ihre Inter­essen nicht wahren kon­nte. Da der Che­farzt Mit­glied der “com­mis­sion des intérêts des hos­pi­tal­iers” war, wurde ihm das Wis­sen um die Ungültigkeit der fraglichen Klausel angerech­net bzw. unter­stellt (was als Tat­frage für das BGer verbindlich war): “Kon­nte die Vorin­stanz ohne Willkür davon aus­ge­hen, der Beschw­erde­führer habe mit der Gel­tend­machung der Nichtigkeit der Vere­in­barung der­art lange zuge­wartet, dass der…

4A_563/2011: arbeitsrechtliche Aufhebungsvereinbarung vorliegend nicht gültig, da nicht eindeutig genug

…Urteil 4C.230/2005 vom 1. Sep­tem­ber 2005 E. 2 mit weit­eren Hin­weisen). Liegt der ein­vernehm­lich fest­gelegte Endter­min vor dem Ende der Kündi­gungs­frist, so geht der Arbeit­nehmer mit dem Abschluss eines Aufhe­bungsver­trags zudem eines Teils seines Lohnanspruchs ver­lustig. Es wider­spricht der Lebenser­fahrung, dass der Arbeit­nehmer auf der­ar­tige Vorteile ohne Gegen­leis­tung verzichtet. Der Aufhe­bungsver­trag bedarf daher ein­er Recht­fer­ti­gung durch die Inter­essen des Arbeitnehmers…