Botschaft zur punktuellen Revision der Zivilprozessordnung verabschiedet

Der Bun­desrat hat an sein­er heuti­gen Sitzung die Botschaft zur punk­tuellen Revi­sion der Zivil­prozessord­nung zu Han­den des Par­la­ments ver­ab­schiedet. Die Revi­sion enthält zusam­menge­fasst fol­gende Kern­punk­te: Erle­ichterung des Zugangs zum Gericht: An den Grundzü­gen des Voren­twurfs wird fest­ge­hal­ten, es sollen somit die Gericht­skosten­vorschüsse hal­biert wer­den. Gegenüber dem Voren­twurf sieht der Entwurf jedoch Aus­nah­men von der Hal­bierung vor und trägt damit Bedenken…

4A_129/2024: Materieller ordre public nach Art. 34 Ziff. 1 LugÜ — Grenzen der Anerkennung ausländischer Urteile

…Verzin­sung­shöhe nicht expliz­it gerügt. Das Bun­des­gericht stützt sich nach ständi­ger Recht­sprechung bei der Ausle­gung des LugÜ auf die Recht­sprechung des EuGH zur Verord­nung (EG) Nr. 44/2001 (Brüs­sel-I-Verord­nung; u.a. EuGH-Urteil Dia­geo Brands) sowie auf die ein­schlägige juris­tis­che Lit­er­atur, die fordern, dass ein solch­er materieller ordre pub­lic-Ein­wand zunächst im Ursprungsstaat gel­tend zu machen und durchzuset­zen ist. Nur unter beson­deren Umstän­den kann der…

4A_378/2022: Aberkennungsklage, Fixierungswirkung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht klärte in diesem Urteil, dass die Vorin­stanz nicht über den Stre­it­ge­gen­stand des Aberken­nungsver­fahrens hin­aus­ge­gan­gen ist und damit nicht die Dis­po­si­tion­s­maxime ver­let­zt hat, wenn sie das Beste­hen eines Rück­forderungsanspruchs unter sämtlichen möglichen rechtlichen Entste­hungs­grün­den prüfe und auf­grund eines nichti­gen Dar­lehensver­trags den Rück­forderungsanspruch auf die ungerecht­fer­tigte Bere­icherung abstützte. Hin­ter­grund war ein Stre­it über die Rück­zahlung ein­er als “Dar­lehensver­trag” beze­ich­neten Vereinbarung,…

4A_424/2011: Mit offensichtlicher Verletzung des Rechts nach Art. 393 lit. e ZPO ist nur eine Verletzung des materiellen Rechts gemeint

Im Entscheid 4A_424/2011 vom 2. Novem­ber 2011 set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Rüge auseinan­der, wonach der ange­focht­ene Bin­nen­schiedsspruch willkür­lich im Sinne von Art. 393 lit. e ZPO sei, weil er auf einem fehler­haften Gutacht­en basiere, dessen Ver­fass­er offen­sichtlich befan­gen gewe­sen seien. Das Bun­des­gericht erk­lärte ein­lei­t­end, dass mit der offen­sichtlichen Ver­let­zung des Rechts nach Art. 393 lit. e ZPO nur eine…

4A_490/2013 (amtl. Publ.): Aufhebung eines Schiedsspruchs, der nach der vereinbarten Frist zugestellt wurde

…tri­bunal arbi­tral dont la désig­na­tion ne souf­fre aucune dis­cus­sion, mais qui a sim­ple­ment omis de respecter la lim­ite dans le temps qui avait été fixée à sa com­pé­tence juri­dic­tion­nelle. Cela étant, il n’échappe pas à la Cour de céans que le critère dis­tinc­tif per­me­t­tant d’écarter une con­struc­tion juridique au prof­it de l’autre demeure assez flou. La sécu­rité du droit commande…

4A_250/2013: Verweigerung der Vollstreckbarerklärung eines ausländischen Schiedsspruchs wegen behaupteter Verletzung der internationalen Zwangsmassnahmen gegen den Iran; Nichteintreten wegen ungenügender Begründung der Beschwerde

Im Entscheid 4A_250/2013 vom 21. Jan­u­ar 2014 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob die Voll­streck­ung eines aus­ländis­chen Schiedsspruchs ver­weigert wer­den kann mit dem Argu­ment, die Voll­streck­ung würde gegen die Zwangs­mass­nah­men der inter­na­tionalen Gemein­schaft gegenüber dem Iran ver­stossen. Im Juni 2001 verurteilte ein Schieds­gericht mit Sitz in Teheran eine schweiz­erische Gesellschaft und drei israelis­che Gesellschaften zur Zahlung von fast USD 100…

Schiedsverfahren Schweiz/Libyen: Erläuterungen von Hansjörg Stutzer

Der umstrit­tene Ver­trag zwis­chen der Schweiz und Libyen zur Stre­itschlich­tung im Zusam­men­hang mit der Ver­haf­tung von Han­ni­bal Muam­mar al-Ghad­hafi sieht laut der NZZ ht ein Dreier-Schieds­gericht vor. Jede Partei hat einen Schied­srichter zu ernen­nen, der wed­er libysch­er noch schweiz­erisch­er Staat­sange­höriger sein darf. Die bei­den Schied­srichter wählen ihren Obmann, der — falls keine Eini­gung erzielt wird — durch durch den Präsidenten…

4A_414/2014: Praxisänderung bei negativer Feststellungsklage zur Abwehr einer ungerechtfertigten Betreibung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat im vor­liegen­den Entscheid die Voraus­set­zun­gen für eine neg­a­tive Fest­stel­lungsklage zur Abwehr ein­er ungerecht­fer­tigten Betrei­bung weit­er gelock­ert. Neu ist das schutzwürdi­ge Inter­esse an der Fest­stel­lung des Nichtbe­stands ein­er Forderung grund­sät­zlich zu beja­hen, sobald diese in Betrei­bung geset­zt wurde, ohne dass der Fest­stel­lungskläger konkret nach­weisen muss, dass er wegen der Betrei­bung in sein­er wirtschaftlichen Bewe­gungs­frei­heit empfind­lich beein­trächtigt wird. Das…

4A_260/2014: Schätzung des künftigen Erwerbsausfallschadens

Die Geschädigte war im Alter von vierzehn Monat­en in einen schw­eren Verkehrsun­fall ver­wick­elt. Sie befand sich unter einem Liefer­wa­gen und wurde beim Anfahren auf der Höhe des Kopfes von ein oder zwei Rädern über­rollt. Die Geschädigte erlitt schw­er­ste Hirn­ver­let­zun­gen, bedarf dauern­der Pflege und wird nie eine Erwerb­stätigkeit aufnehmen kön­nen. Im Zivil­prozess gegen die Haftpflichtver­sicherung war ins­beson­dere die Berech­nung bzw. Schätzung…

4A_205/2015: Rückdatierung der Rechtshängigkeit erfordert Neueinreichung der ursprünglichen Eingabe im Original (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führerin reichte beim Han­dels­gericht Zürich eine Aberken­nungsklage ein. Das Han­dels­gericht trat auf die Klage nicht ein, da die Aberken­nungsklage ver­spätet ein­gere­icht wor­den sei und die Voraus­set­zun­gen von Art. 63 ZPO für eine Rück­datierung der Recht­shängigkeit auf den Zeit­punkt der früheren Klageein­re­ichung bei einem unzuständi­gen Gericht nicht vor­liegen wür­den. Das Bun­des­gericht schützte den han­dels­gerichtlichen Entscheid (Urteil 4A_205/2015 vom 14. Okto­ber 2015). Gemäss…