5A_207/2007: Limitiertes Vorkaufsrecht (amtl. Publ.)

…Auss­chluss der Kauf­preis­til­gung durch Ver­rech­nung enthielt. Der betr­e­f­fende Ver­trag (Verkauf des Grund­stücks durch den Vater an den Sohn) begrün­dete das Recht, das Grund­stück zurück­zukaufen. Der Zweck beste­ht also darin, die ursprüngliche Lage wieder­herzustellen. Da der Sohn den Kauf­preis u.a. durch Über­nahme der Grundp­fand­schulden getil­gt hat­te, muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Ausübung des Vorkauf­s­rechts auch dies rück­gängig machen sollte.  “Daher…

5D_153/2011: Rechtliches Gehör; zu Recht keine Stellungnahme zu einer inhaltslosen “Eingabe” eingeholt (amtl. Publ.)

Erhebt der Schuld­ner Rechtsvorschlag mit der Begrün­dung, er sei nicht zu neuem Ver­mö­gen gekom­men, so legt das Betrei­bungsamt den Rechtsvorschlag dem Richter des Betrei­bung­sortes vor. Dieser hört die Parteien an und entschei­det; gegen den Entscheid ist kein Rechtsmit­tel zuläs­sig (SchKG 265a). Im Ver­fahren um Bewil­li­gung des Rechtsvorschlags man­gels neuen Ver­mö­gens hat­te der Schuld­ner einge­wandt, sein Anspruch auf rechtlich­es Gehör sei…

5A_391/2017: Parteientschädigung unabhängig von der Notwendigkeit der berufsmässigen Vertretung (amtl. Publ.)

…erhal­ten. Sie erhielt zudem u.a. eine Parteientschädi­gung von Fr. 148.50 (Fr. 115.– Hon­o­rar, Fr. 22.50 Aus­la­gen, Fr. 11.– MwSt) zuge­sprochen. Gegen die Fes­tle­gung der Parteientschädi­gung erhob die Beschw­erde­führerin Beschw­erde ans Oberg­ericht und ver­langte eine Entschädi­gung von Fr. 570.78 (Fr. 506.– Hon­o­rar, Fr. 22.50 Aus­la­gen, Fr. 42.28 MwSt). Das Oberg­ericht wies die Beschw­erde ab. Hierge­gen erhob die Beschw­erde­führerin Beschw­erde in Zivilsachen…

5A_453/2011: Vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts ist vorsorgliche Massnahme i.S.v. ZPO 6 V (amtl. Publ.)

Das BGer hält fest, dass  die vor­läu­fige Ein­tra­gung des Bauhandw­erk­erp­fan­drechts auch in der Begrif­flichkeit von Art. 6 Abs. 5 ZPO eine vor­sor­gliche Mass­nahme ist. Die Han­dels­gerichte sind somit zur Beurteilung entsprechen­der Gesuche zuständig, sofern die Haupt­sache han­del­srechtlich­er Natur ist (Art. 6 Abs. 2 ZPO).…

4A_254/2011: Schiedsspruch oder Schiedsgutachten?

Mit Entscheid 4A_254/2011 vom 5. Juli 2011 trat das Bun­des­gericht auf eine Beschw­erde gegen einen Bin­nen­schiedsspruch nicht ein. Das Bun­des­gericht hielt zunächst fest, dass die Parteien nicht im Voraus auf ein Rechtsmit­tel gegen einen Bin­nen­schiedsspruch verzicht­en kön­nen (E. 3.1). Fol­glich erachtete es die in der Schiedsvere­in­barung enthal­tene gegen­teilige Abrede (“Les par­ties s’engagent à se con­former à cette déci­sion et ne plus…

5A_352/2013: Kostenfolgen bei Rückzug der Scheidungsklage (amtl. Publ.)

In einem Leit­entscheid über ein Rechts­frage von grund­sät­zlich­er Bedeu­tung hat das Bun­des­gericht einen Lehrstre­it betr­e­f­fend die Kosten­fol­gen bei Rück­zug der Schei­dungsklage been­det. Die Rechts­frage war, ob die Kosten im Schei­dungsver­fahren nach einem Klagerück­zug grund­sät­zlich dem Kläger aufer­legt wer­den müssen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) oder ob das Gericht gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO stets eine Verteilung…

4A_100/2009: Fusionsgesetz; Gerichtskostenvorschuss

In einem heute veröf­fentlicht­en Entscheid (4A_100/2009 vom 15. Sep­tem­ber 2009; zur Pub­lika­tion vorge­se­hen) beurteilte das BGer die Frage, inwiefern sich die Kosten­regelung ein­er fusion­s­ge­set­zlichen Über­prü­fungsklage (Art. 105 Abs. 3 FusG) auf die Regelung von Gericht­skosten­vorschüssen auswirkt. Das Fusion­s­ge­setz fol­gt dem Grund­satz der mit­glied­schaftlichen Kon­ti­nu­ität (Art. 7 Abs. 1 FusG). Zur Sich­er­stel­lung der Ein­hal­tung dieses Grund­satzes sieht Art. 105 FusG eine…

5A_456/2024: unentgeltlicher Erbverzicht und paulianische Anfechtung (amtl. Publ.)

In diesem zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 5A_456/2024 vom 12. Juni 2025 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob ein Erb­verzicht eine anfecht­bare Hand­lung i.S.v. Art. 288 Abs. 1 SchKG darstellt. Das Bun­des­gericht kam zum Schluss, dass der unent­geltliche Erb­verzicht nach Art. 495 ff. ZGB man­gels Beein­träch­ti­gung der Exeku­tion­srechte der Gläu­biger keine anfecht­bare Hand­lung ist, da der Schuld­ner in diesem…

4A_333/2016: Beweislast für das Vorliegen einer Doppelversicherung liegt bei der Versicherung

In ein­er ver­sicherungsrechtlichen Auseinan­der­set­zung war umstrit­ten, welche Partei die Beweis­last für das Vor­liegen ein­er Dop­pelver­sicherung trägt (Urteil 4A_333/2016 vom 18. August 2016). Bei Dop­pelver­sicherung haftet jed­er Ver­sicher­er für den Schaden in dem Ver­hält­nis, in dem seine Ver­sicherungssumme zum Gesamt­be­trag der Ver­sicherungssum­men ste­ht (E. 3.4.1). Gemäss Bun­des­gericht bezweckt die Einrede der Dop­pelver­sicherung die (teil­weise) Befreiung von der ver­traglichen Leis­tungspflicht. Fol­glich muss…

4A_385/2014: Das Rubrum der Klagebewilligung darf grundsätzlich für die Klage übernommen werden

Der Arbeit­nehmer C. was als Leit­er der Rechtsabteilung (“directeur juridique”) von der A. SA angestellt. Er ver­fügte über eine Kollek­tivze­ich­nungs­befug­nis für seine Arbeit­ge­berin (A. SA), aber auch für die A.A. SA, welche an der­sel­ben Adresse ihren Sitz und dieselbe Geschäft­sleitung sowie Revi­sion­sstelle wie die A. SA hat­te. Im April 2013 stellte der Arbeit­nehmer gegen die A. SA ein Schlich­tungs­ge­such wegen missbräuchlicher…