BVGer bestätigt Busse gegen Nikon AG, stützt sich auf Elmex-Rechtsprechung

…Vor­be­hal­ten bleibt allerd­ings die Rechtfer­ti­gung aus Grün­den der wirtschaftlichen Effizienz nach Art. 5 Abs. 2 KG. Im Übri­gen beste­ht nach Auf­fas­sung des Gerichts mit Bezug auf die Elmex-Rechtsprechung wegen der ausste­hen­den Begrün­dung noch eine Unsicher­heit dahinge­hend, ob neben dem Verzicht auf den Nach­weis tat­säch­lich­er Auswirkun­gen auch auf den Nach­weis der tat­säch­lichen Umset­zung ein­er Wet­tbe­werb­sabrede verzichtet wer­den kann (E 7.5.6 (Her­vorhe­bung hinzugefügt):…

4A_3/2014: Sittenwidrigkeit bei Schenkungen an qualifizierte Berufsträger; Bestätigung der Rechtsprechung; Art. 38 Standesordnung FMH

Eine rohyp­no­lab­hängige Pati­entin hat­te ihrem Arzt im Sinne ein­er gemis­cht­en Schenkung ein Grund­stück zu rund CHF 2 Mio. unter dem Mark­twert verkauft. Vor BGer war nur noch strit­tig, ob eine solche Zuwen­dung sit­ten­widrig ist. Das BGer ref­eren­ziert zunächst insb. BGE 132 III 455 wie fol­gt: Das Bun­des­gericht fol­gte in sein­er pub­lizierten Rechtsprechung ein­er Lehrmei­n­ung, wonach bes­timmte Beruf­sträger — namentlich Ärzte, Psychologen,…

5A_84/2010: Erbteilung; Konkretisierung der Rechtsprechung

…Art. 611 ff. ZGB anzu­rufen: 3.5 […] Die zuständi­ge Behörde darf materiell­rechtliche Vor­fra­gen beant­worten, solange das Erbteilungs­gericht darüber nicht bere­its rechtskräftig geurteilt hat und keine Erbteilungsklage rechtshängig ist. Ord­net sie an, dass die von einem Erben ver­langte Ver­steigerung öffentlich stat­tfind­et, kann jed­er Erbe, der damit nicht ein­ver­standen ist, die dage­gen vorge­se­henen Rechtsmit­tel ergreifen oder beim Gericht die Erbteilungsklage erheben. Andernfalls…

U 286/06: hier keine Anwendung der Psycho-Rechtsprechung

Das BGer bestätigt hier seine Prax­is, dass ein Unfall mit typ­is­chem bun­ten Beschw­erde­bild auch dann nach der HWS-Rechtsprechung (BGE 117…) zu beurteilen ist, wenn die physis­chen Beschw­er­den abgek­lin­gen, die psy­chis­chen Symp­tome aber fortbeste­hen, dadurch in den Vorder­grund treten und daher — für sich genom­men — nach der sog. Psy­cho-Rechtsprechung (BGE 115…) zu beurteilen wären. In solchen Fällen ist entschei­dend, ob…

6B_337/2012: Geänderte Rechtsprechung zur HIV-Infektion (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat im Urteil 6B_337/2012 vom 19. März 2013 (amtl. Publ.) aus­drück­lich seine Rechtsprechung zur Straf­barkeit ein­er HIV-Infek­tion geän­dert. Bish­er qual­i­fizierte das ober­ste Gericht die HIV-Infek­tion kon­stant als (vorsät­zliche bzw. fahrläs­sige) lebens­ge­fährliche schwere Kör­per­ver­let­zung (Art. 122 Abs. 1 StGB bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB):  3.4.1 […] Es ging davon aus, dass die Infek­tion mit dem HI-Virus nach rel­a­tiv langer…

5A_355/2016: Vereinbarkeit eines ägyptischen Erbscheins mit dem schweizerischen Ordre public (amtl. Publ.; frz.)

…ver­fas­sungsmäs­si­gen Rechten beschränkt sei (E. 2.3.). Das Bun­des­gericht führt weit­er aus, dass gemäss Art. 27 Abs. 1 IPRG ein im Aus­land ergan­gener Entscheid in der Schweiz nicht anerkan­nt werde, wenn die Anerken­nung mit dem schweiz­erischen Ordre pub­lic offen­sichtlich unvere­in­bar wäre; mit anderen Worten, wenn ein Entscheid die fun­da­men­tal­en Prinzip­i­en der schweiz­erischen Rechtsor­d­nung auf nicht tolerier­bare Weise ver­let­zt. Als Aus­nah­mebes­tim­mung müsse…

5A_963/2014: Beziehung eines ausländischen Organs zur Gesellschaft als Haftungsvoraussetzung beurteilt sich nach Gesellschaftsstatut (amtl. Publ.)

…vorüberge­hend im Aus­land aufhal­ten, das dor­tige Recht in aller Regel nicht ken­nen und ihr Ver­hal­ten auch nicht darauf ein­stellen […]. […]. Angesichts des Zwecks von Art. 133 Abs. 1 IPRG erscheint es mithin wenig sachgerecht, diesem Delik­tsstatut auch die Teil­frage zu unter­stellen, ob der Beschw­erde­führer angesichts sein­er Stel­lung als Organ der Gesellschaft C. die stre­it­ge­gen­ständlichen Ver­laut­barun­gen hätte ver­hin­dern oder stop­pen müssen.…

4A_317/2007: LIBOR nicht notorisch (amtl. Publ.)

…für die Unter­schrift des Gemein­de­präsi­den­ten zu Recht franzö­sis­ches Recht ange­wandt.  Die Höhe der Garantie ergab sich aus dem Kred­itver­trag, auf den schweiz­erisches Recht anwend­bar war. Der Ver­trag sah eine Verzin­sung des Dar­lehens zum Satz des LIBOR plus 1% vor. Der LIBOR gehört nicht zu den notorischen Tat­sachen, so dass er durch die Bank hätte bewiesen wer­den müssen; das war nicht…

4A_383/2007: unberechtigte GoA im Konkubinat

…Auf Konku­bi­nate ist Gesellschaftsrecht allerd­ings nicht umfassend anwend­bar:  “Von der Ver­fol­gung eines gemein­samen Zweck­es mit gemein­samen Kräften oder Mit­teln kann nur dort gesprochen wer­den, wo ein Wille beste­ht, die eigene Rechtsstel­lung einem gemein­samen Zweck unterzuord­nen, um auf diese Weise einen Beitrag an die Gemein­schaft zu leis­ten. Auf die wirtschaftlichen Beziehun­gen zwis­chen Konku­bi­natspart­nern ist jedoch Gesellschaftsrecht stets nur insoweit anwend­bar, als…

4A_486/2021: Aktienkaufvertrag/SPA, internationale Zuständigkeit, Gerichtsstandsvereinbarung, Notzuständigkeit (Art. 3 IPRG) (amtl. Publ.)

…Klägerin, eine erhe­bliche Rechtsun­sicher­heit über den Bestand des SPA und es sei offen, welch­es Gericht diese Rechtsun­sicher­heit beseit­i­gen könne. Das Prozessieren am Sitz der Beklagten in den Vere­inigten Ara­bis­chen Emi­rat­en stelle für die Klägerin (man­gels Unab­hängigkeit der dor­ti­gen Jus­tiz) keine zumut­bare Alter­na­tive dar. Das Han­dels­gericht hätte sich auf­grund dieser unhalt­baren Rechtsun­sicher­heit auch gestützt auf Art. 3 IPRG (Notzuständigkeit) für zuständig…