9C_2/2012: BVG 53b (Teilliquidation) auf patronale Wohlfahrtsfonds analog anwendbar (amtl. Publ.)

Das BGer entschei­det im vor­liegen­den Fall die umstrit­tene Frage, ob nur noch Per­son­alfür­sorges­tiftun­gen, die auf dem Gebi­et der Alters‑, Hin­ter­lasse­­nen- und Invali­den­vor­sorge tätig sind, in den Anwen­dungs­bere­ich von ZGB 89bis VI fall­en, so dass auch BVG 53b (Teilliq­ui­da­tion) nur auf solche Stiftun­gen anwend­bar wäre, oder ob auch patronale Wohlfahrts­fonds von der Ver­weisung von ZGB 89bis … weit­er­lesen

8C_63/2012: Zürcher Sozialversicherungsrichter zu Recht niedriger besoldet als Richter am OGer und VGer ZH (amtl. Publ.)

Der Zürcher Kan­ton­srat hat­te im Feb­ru­ar 2011 beschlossen, die dreizehn Richter des SozVers­Ger ZH zwei Lohn­klassen tiefer einzustufen als die Mit­glieder des Ver­wal­­tungs- und Oberg­erichts (Unter­schied: rund CHF 30’000 p.a.), weil unter dem Sozialver­sicherungs­gericht keine erste Gerichtsin­stanz tätig sei.  Das BGer schützt diesen Entscheid, wie bere­its die Vorin­stanz, das VGer ZH, dessen Urteil eben­falls online ver­füg­bar … weit­er­lesen

9C_88/2012: keine Anwendung der clausula auf jüngste Finanzkrisen; einseitige Kürzung einer Zusatzrente (amtl. Publ.)

Vor­liegend war umstrit­ten, ob das Regle­ment ein­er Vor­sorgeein­rich­tung im Bere­ich der weit­erge­hen­den beru­flichen Vor­sorge wirk­sam ein­seit­ig geän­dert wor­den ist (Kürzung ein­er zugesicherten Zusatzrente). In diesem Bere­ich kann das das Regle­ment ein­er Vor­sorgeein­rich­tung grund­sät­zlich nur dann ein­seit­ig geän­dert wer­den, wenn dies ver­traglich vor­be­hal­ten wurde (vgl. BGE 137 V 105 E. 6.1). Vor­liegend berief sich die Vor­sorgeein­rich­tung … weit­er­lesen

SWITCH darf im Retailbereich aus aufsichtsrechtlicher Sicht für switchplus werben; vorbehalten bleibt das Wettbewerbsrecht (amtl. Publ.)

Die Stiftung SWITCH nimmt seit 1987 im Auf­trag des BAKOM (gestützt auf AEFV 14a) die Zuteilung und Ver­wal­tung von  “.ch”-Domains wahr. 2009 grün­dete sie die Tochterge­sellschaft switch­plus, die Dien­stleis­tun­gen rund ums Inter­net anbi­etet. switch­plus ist eine sog. whole­sale-Part­n­er­in von SWITCH, kann also Drit­ten Domain­na­men zuteilen und diese ver­wal­ten (AEFV 14c-quater). Das BAKOM hat­te SWITCH auf … weit­er­lesen

4A_740/2011: Durchführung des Regresses im internationalen Verhältnis; Aktivlegitimation des Regressberechtigten; Unterschieden zw. common law und civil law (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall war strit­tig, ob dem zahlen­den Unfal­lver­sicher­er eines Geschädigten ein direk­tes Forderungsrecht gegen den Haftpflichtver­sicher­er des Schädi­gers zukam. Das BGer hat in diesem Fall bere­its entsch­ieden (BGE 134 III 420), dass diese Frage nicht durch das — hier anwend­bare — StVÜ beant­wortet werde. Mass­ge­blich für den Bestand des Regress­rechts sei vielmehr nach IPRGweit­er­lesen

8C_45/2012: Revisonsgesuche vor kantonalen Instanzen bei vor BGer hängiger Beschwerde (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te in zwei Urteilen (9C_441/2011 und  8C_729/2008) fest­ge­hal­ten, kan­tonale Gerichte seien nicht verpflichtet, auf Revi­sion­s­ge­suche gegen Entschei­de einzutreten, die formell noch nicht in Recht­skraft erwach­sen sind. Im vor­liegen­den Urteil wider­ruft es diese Recht­sprechung: 6.4 Damit ist festzuhal­ten, dass eine Vorin­stanz des Bun­des­gerichts auf ein Revi­sion­s­ge­such nicht einzig mit der Begrün­dung nicht ein­treten darf, … weit­er­lesen

5A_288/2012: Arrestprosequierung, Zustellung des Zahlungsbefehls und Obliegenheiten des Arrestgläubigers (amtl. Publ.)

SchKG 279 I ver­langt vom Arrest­gläu­biger, spätestens zehn Tagen nach Zustel­lung der Arresturkunde Betrei­bung “einzuleit­en”, falls er das nicht schon vor der Arrest­be­wil­li­gung getan hat (Pros­e­quierung). Das BGer hält zunächst fest, dass “Ein­leitung” nicht die Zustel­lung des Zahlungs­be­fehls meint, son­dern die Stel­lung des Betrei­bungs­begehrens: 4.1 Mit “Ein­leit­en der Betrei­bung” im Sinn von Art. 279 Abs. … weit­er­lesen

2C_482/2011: Liegenschaftenertrag und interkant. Schlechterstellungsverbot — Kompetenz des Spezialsteuerdomizils weiter eingeschränkt (amtl. Publ.)

Die Beschw­erde­führerin ist eine Genossen­schaft mit Sitz im Kan­ton Zürich. Mit­glied der beschw­erde­führen­den Genossen­schaft ist die Gesellschaft Y. mit Sitz im Kan­ton NE. Eben­falls im Kan­ton NE hat die Beschw­erde­führerin zwei Liegen­schaften, die an Y. ver­mi­etet wer­den. In der Steuer­pe­ri­ode 2004 hat die Beschw­erde­führerin in ZH einen Beteili­gungsabzug von 134% gel­tend machen kön­nen (Beteili­gungser­trag von … weit­er­lesen

2C_614/2011: Weltenbummler auf hoher See behält seinen steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz (amtl. Publ.)

Die Eheleute X. wohn­ten gemein­sam in Münchenstein/BL. Der Ehe­mann meldete sich im Jan­u­ar 2005 bei der Gemeinde auf den 15. März 2005 ab und gab als neue Adresse “Wel­tenbumm­ler” an, während die Ehe­frau in München­stein blieb. Der Ehe­mann hält sich im Aus­land auf seinem Segelschiff auf, wird regelmäs­sig von sein­er Ehe­frau besucht und hat kein­er­lei Absicht, … weit­er­lesen

5A_473/2011: IPRG 88 I, 91 I, 95 I: auf Erbverträge bei Nachlasspaltung anwendbares Recht (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Ver­fahren über das auf einen Erb­ver­trag zwis­chen Ehe­gat­ten anwend­bare Recht zu entschei­den. Diese Frage beurteilte sich hier — in einem schweiz­erisch-brasil­ian­is­chen Ver­hält­nis — nach dem IPRG, weil die Schweiz das über das auf die Erb­folge anzuwen­dende Recht zwar unterze­ich­net, aber noch nicht rat­i­fiziert hat, und weil zwis­chen der Schweiz … weit­er­lesen