4A_359/2010: Ausschluss eines Mitglieds wegen Gefährdung der Genossenschaftsinteressen

Eine Wohn­baugenossen­schaft mit Sitz im Kt. VD hat­te den Auss­chluss eines Mit­glieds beschlossen (OR 846), das gle­ichzeit­ig in der Ver­wal­tung tätig war. Das betr­e­f­fende Mit­glied war wegen Ver­mö­gens­de­lik­ten verurteilt und über Mil­lio­nen­be­träge betrieben wor­den. Das BGer schützt diesen Beschluss; die Kred­it­ge­fährdung der Genossen­schaft genügte als “wichtiger Grund” iSv OR 846 II. “Wichtige Gründe” iSv OR 846 … weit­er­lesen

2C_844/2009: Popularbeschwerde vor der UBI nach RTVG 94 II und Verbandsbeschwerderecht vor BGer (amtl. Publ.)

Die UBI hat­te 2009 eine Beschw­erde ein­er welschen Anti-Tabak-Lob­­by (Oxy­ro­mandie) mit rund 60 Mitun­terze­ich­n­ern (vgl. RTVG 94 II) gegen die Wieder­hol­ung des “David­off Swiss Indoors” abgewiesen. Das BGer weist die dage­gen gerichtete Beschw­erde man­gels Beschw­erdele­git­i­ma­tion ab: Die Beschw­erde­führer kön­nen sich vor BGer nicht auf die Pop­u­larbeschw­erde von RTVG 94 II stützen (diese Bes­tim­mung gilt nur … weit­er­lesen

B‑5614/2008: “Panton” zum Dritten: Schutz als Formmarke aufgrund Verkehrsdurchsetzung

Panton”-Stuhl Im “Freis­chwinger Pan­ton (3D) II”-Entscheid (BGE 134 III 547) hat­te das BGer den Schutz durch eine For­m­marke bei Waren in einem Seg­ment mit gross­er For­men­vielfalt auf Gestal­tun­gen beschränkt, die sich voll­ständig von den vorhan­de­nen Gestal­tun­gen unter­schei­den. Für den abge­bilde­ten Stuhl wurde dies verneint, doch kon­nte sich die Kennze­ich­nungskraft aus der Verkehrs­durch­set­zung ergeben, da hier … weit­er­lesen

5A_225/2010: Verhältnis zwischen Schiedsvereinbarung und Rechtsöffnung; (nochmals) zur Verrechnung mit illiquider Forderung (amtl. Publ.)

Nach ihrer Auflö­sung eines Marken­l­izen­zver­trags betrieb die Marken­in­hab­erin die Lizen­znehmerin für eine Forderung auf Schadenersatz.Der Ver­trag enthielt eine Schied­sklausel zugun­sten eines Schiedsver­fahrens nach den WIPO Expe­dit­ed Arbi­tra­tion Rules mit Schied­sort in Genf. Die Lizen­zge­berin betrieb die Lizen­znehmerin in der Folge für eine Schaden­er­satz­forderung. Die erstin­stan­zliche pro­vi­sorische Recht­söff­nung wurde in der Folge durch das KGer FRweit­er­lesen

B‑5272/2009: Mindespreis; Berücksichtigung “wesentlicher Leistungen” beim vorausgegangenen Erwerb (BEHV-FINMA 41 IV)

Das BVGer äussert sich im Quad­rant-Urteil (B‑5272/2009) u.a. zur Bes­tim­mung des Min­dest­preis­es, den ein öffentlich­es Kau­fange­bot (BEHG 22 ff) nach BEHG 32 IV einzuhal­ten hat, und ins­beson­dere zur Berück­sich­ti­gung wesentlich­er Leis­tun­gen zwis­chen den Parteien im Rah­men eines voraus­ge­gan­genen Erwerbs (BEHV-FINMA 41 IV). Zu dieser Frage vgl. die Medi­en­mit­teilung (pdf) des BVGer: “In materieller Hin­sicht äussert sich … weit­er­lesen

4A_461/2010: Qualifikation als Arbeitsvertrag doppelrelevant; plausible Vorbringen vorerst ausreichend (amtl. Publ.)

Gestützt auf eine als “Agen­turver­trag” beze­ich­nete Vere­in­barung klagte der “Agent”, der für das Ver­mit­teln von Verträ­gen eine reine Pro­vi­sionsvergü­tung bezog, am Gerichts­stand nach GestG 24 (Arbeit­srecht; ab 1.1.2011: ZPO 34) auf arbeit­srechtliche Ansprüche. Der Gericht­spräsi­dent 2 des Gericht­skreis­es IX Schwarzen­burg-Sefti­­gen wies die Klage zurück; der Ver­trag sei kein Arbeitsver­trag, so dass die Zuständigkeit nicht gegeben … weit­er­lesen

1B_196/2010: Verweis gegen Anwalt wegen ungebührlichen Verhaltens

Recht­san­walt X hat Y, zu deren Nachteil sein Man­dant eine Kör­per­ver­let­zung (Art. 123 Ziff. 1 StGB) began­gen hat­te, unter anderem als geistes- und ver­hal­tens­gestört, wehlei­dig und zwielichtig aggres­siv beze­ich­net und stets beim Namen mit bes­timmten Artikel anstatt Anrede (“die Y”) genan­nt. Daraufhin wurde ihm ein Ver­weis wegen unge­bührlichen, d.h. den ord­nungs­gemässen Ver­fahrens­gang stören­den, Ver­hal­tens in … weit­er­lesen

5A_521/2010: Adoption; Zustimmung der Eltern bei mündigen Kindern nicht erforderlich

Im Urteil vom 4. Novem­ber 2010 (5A_521/2010) verneint das Bun­des­gericht die Frage, ob eine mündi­ge Per­son nur adop­tiert wer­den darf, wenn deren Eltern zus­tim­men. Es war zu klären, ob sich Art. 266 Abs. 3 ZGB und Art. 268 Abs. 3 ZGB, wonach die Bes­tim­mungen über die Adop­tion Unmündi­ger auf die Adop­tion mündi­ger bzw. während des … weit­er­lesen

2C_669/2010: Postulationsfähigkeit eines Anwalts, Interessenkonflikt

Zwis­chen zwei Wal­lis­er Anwäl­ten bestand offen­bar Kriegszu­s­tand. Anwalt X. war auf Ver­an­las­sung seines Kol­le­gen Anwalt A. mit diszi­pli­nar­ischen Sank­tio­nen belegt wor­den. Er rächte sich dafür auf eine Weise, die ihm eine Verurteilung u.a. wegen Unge­hor­sams nach StGB 292 und Ver­leum­dung nach StGB 174 ein­brachte. Später trat X. auf als Rechtsvertreter ein­er weit­eren Per­son in einem … weit­er­lesen

5A_567/2010: Genügende Bestimmtheit der abgetretenen Betreibungsforderung

Das BGer schützt ein Urteil, das eine Recht­söff­nung ver­weigert hat­te. Grund­lage des Anspruchs war eine for­mgültige Abtre­tung zugun­sten der Betrei­bungs­gläu­bigerin, die “aus­drück­lich alle Aktiv­en der Verkäuferin” erfasste, “auch wenn diese in diesem Ver­trag nicht einzeln aufge­führt [sind]”. Nach Ansicht des BGer geht aus diesem Wort­laut nicht hin­re­ichend klar her­vor, dass von dieser Über­tra­gung auch die … weit­er­lesen