4A_364/2017: klageweise Durchsetzbarkeit von Informationsrechten eines Verwaltungsrats

…Rechts­begehren nicht Auskun­ft, son­dern Ein­sicht in ver­schiedene Büch­er und Akten ver­lange. Dieser Anspruch sei in Art. 715a Abs. 4 OR geregelt und hänge nicht von der Teil­nahme an Sitzun­gen des Ver­wal­tungsrats ab. Die allfäl­lige Nichtigkeit des Auss­chlusses sei deshalb ohne Bedeu­tung für das stre­it­ge­gen­ständliche Ein­sichts­begehren und sei deshalb auch im Rah­men der Rück­weisung bei der Beurteilung des Begehrens nicht zu prüfen (E. 7).…

6B_1498/2020: Legitimation zur Anschlussberufung (amtl. Publ.)

Im Urteil 6B_1498/2020 vom 29. Novem­ber 2021 entsch­ied das Bun­des­gericht, dass eine Anschluss­beru­fung, die einzig erhoben wird, um Druck auf den Beschuldigten auszuüben bzw. um einen Rück­zug der Beru­fung zu erre­ichen, unzuläs­sig ist und gegen Treu und Glauben ver­stösst. Hin­ter­grund war ein Schuld­spruch des Region­al­gerichts Bern­er Jura-See­land wegen Verge­wal­ti­gung, ein­fach­er Kör­per­ver­let­zung, Nöti­gung und Dro­hung zu ein­er Frei­heitsstrafe von 4 Jahren,…

4A_569/2010: fristlose Entlassung durch Bank wegen Falschangaben bei der Einstellung; Rechtzeitigkeit der Kündigung

…Ver­ant­wor­tung zukam und seine Anstel­lung daher zusät­zlich zur Erfül­lung sein­er Auf­gaben ein beson­deres Ver­trauen in seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit voraus­set­zte. Die Ken­nt­nis darüber, dass der Beschw­erde­führer anlässlich sein­er Vorstel­lungs­ge­spräche bezüglich sein­er bish­eri­gen Anstel­lung und Beruf­ser­fahrung wahrheitswidrige Angaben gemacht hat­te, war daher unab­hängig von der Qual­ität sein­er danach erbracht­en Arbeit­sleis­tung objek­tiv geeignet, die für seine weit­ere Anstel­lung wesentliche Ver­trauensgrund­lage zu zerstören…

Tabakproduktegesetz: Entwurf und Botschaft

…einige Neuerun­gen und Änderun­gen ein, die v.a. die Regelung der E‑Zigaretten regelt und Wer­bung, Verkaufs­förderung und Spon­sor­ing beschränkt. Laut der Botschaft enthält das Gesetz v.a. Änderun­gen: Eine Ausweitung des Gel­tungs­bere­ichs des Geset­zes: Neu fall­en nikot­in­haltige E‑Zigaretten und ähn­liche Pro­duk­te unter das Tabakpro­duk­tege­setz. Sie sind Tabakpro­duk­ten gle­ichgestellt und im Gesetz ähn­lich wie die anderen Tabakpro­duk­te geregelt. Weit­er soll der Bun­desrat gewisse Bestimmungen…

2C_1008/2012: Täuschungsverbot i.S.v. EMKG 6; Anwendung lauterkeits- und markenrechtlicher Grundsätze

…gegen EMKG 6 auf­grund der ver­gle­ich­baren Zielset­zung der Geset­ze und ihrer kumu­la­tiv­en Anwend­barkeit zu berück­sichti­gen sind. Dabei sei wie fol­gt vorzuge­hen: 2.5 Die Gefahr der Täuschung und Irreführung (Ver­wech­slung), welch­er der Geset­zge­ber mit dem Ver­bot unzuläs­siger Beze­ich­nun­gen begeg­net, kann in zwei Gesicht­spunk­te zer­legt wer­den. Die objek­tive Kom­po­nente (unzutr­e­f­fende Waren­beze­ich­nung) ist anhand der tat­säch­lichen Warenbeschrei­bung unter Würdi­gung der gesamten Umstände zu…

WEKO: Bussen gegen IFPI Schweiz und PhonoNet AG wegen Behinderung von Parallelimporten

Am 6. Juni 2011 hat­te die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion (WEKO) eine Unter­suchung gegen IFPI Schweiz und dessen Mit­glieder eröffnet, nach­dem eine Vor­abklärung Anhalt­spunk­te ins­beson­dere dafür ergeben hat­te, dass Par­al­le­limporte bes­timmter Ton- und Ton­bildträger behin­dert wur­den. IFPI Schweiz ist der Schweiz­er Ableger der Inter­na­tion­al Fed­er­a­tion of the Phono­graph­ic Indus­try, des Dachver­ban­des der Ton- und Ton­bildträger­her­steller (siehe unseren Bericht). Die Unter­suchung der WEKO hat…

Safe-Harbor-Entscheid des EuGH: Stellungnahmen der Art.-29-Arbeitsgruppe, des EDÖB und der Europäischen Kommission

…von Bind­ing Cor­po­rate Rules und der Stan­dard-Ver­tragsklauseln vor­läu­fig weit­er­hin erlaubt bleiben, unter Vor­be­halt der Umstände des Einzelfalls, und  dass die europäis­chen Daten­schutza­uf­sichts­be­hör­den aktiv wer­den sollen, falls bis Ende Jan­u­ar 2016 keine angemessene Lösung mit den USA gefun­den wer­den kann. Am 6. Novem­ber 2015 hat sodann die Europäis­che Kom­mis­sion zuhan­den des Par­la­ments und des Rates eine Mit­teilung veröf­fentlicht und aus­drück­lich bestätigt, dass…

4A_78/2014: Gerichtliche Fragepflicht und Substantiierungsobliegenheit

…Schlüs­sigkeit ihrer Vor­brin­gen. Die erwäh­nte Eingabe der Klägerin […] wurde von der Vorin­stanz […] als ver­spätet erachtet und aus diesem Grund nicht zuge­lassen. Dass die Vorin­stanz ihre Eingabe zu Unrecht als ver­spätet beurteilt und damit ihre Ver­fahren­srechte ver­let­zt hätte, macht die Klägerin nicht gel­tend. Die gerichtliche Fragepflicht nimmt den Parteien jeden­falls nicht die Ver­ant­wor­tung für die zeit­gerechte Prozess­führung ab […].…

2C_53/2014: Verhältnis zwischen dem zivil- und dem verwaltungsrechtlichen Verfahren bei der Tarifgenehmigung (amtl. Publ.)

…zu diesem Zweck auch — soweit erhe­blich und umstrit­ten — klären, welche Rechte über­haupt beste­hen; dass par­al­lel dazu der Zivil­weg eingeschla­gen wer­den kön­nte, ändert nichts an der Prü­fungspflicht der ESchK […]. Insoweit unter­liegen die Tar­ife der Ver­w­er­tungs­ge­sellschaften ein­er dop­pel­ten und kom­ple­men­tären Kon­trolle durch ESchK und Zivil­gerichte […]. Zwar ist der genehmigte Tarif für materiell­rechtliche Fra­gen nicht rechtsverbindlich […] vor allem wenn er bloss unterinstanzlich…

2C_89/2010 und 2C_106/2010: Unerlaubte Entgegennahme von Publikumseinlagen (amtl. Publ.)

Der Entscheid 2C_89/201 und 2C_106/2010 erg­ing im Zusam­men­hang mit ein­er Unter­suchung der dama­li­gen EBK (heute: FINMA) gegen den inzwis­chen ver­stor­be­nen Basler Financier Ambros Bau­mann bzw. dessen Gruppe (sog. Bau­mann-Gruppe). Diesem wurde vorge­wor­fen, ein Schnee­ball-Sys­tem betrieben zu haben. Im August 2008 stellte die EBK fest, dass Ambros Bau­mann und ver­schiedene sein­er Einzelfir­men gewerb­smäs­sig Pub­likum­sein­la­gen ent­ge­gengenom­men und damit gegen das Bankenge­setz ver­stossen hatten.…