2C 337/2012: Hoheit für Besteuerung des aufgeschobenen Grundstückgewinns liegt beim Zuzugskanton

…auch das einst aufgeschobene, damit latente Steuer­sub­strat in jen­em Zuzugskan­ton erfasst wird, auf dessen Gebi­et es zur Veräusserung der Ersat­zliegen­schaft kommt, ohne dass ein weit­er­er Steuer­auf­schub in Frage käme. Das latente Steuer­sub­strat auf­grund der Erstveräusserung, gegebe­nen­falls auch weit­ere aufgeschobene Rohgewinne auf­grund zwis­chen­zeitlich­er Handän­derun­gen in früheren Zuzugskan­to­nen, und der bei der let­zten Handän­derung anfal­l­ende Gewinn bilden in diesem (let­zten) Zuzugskan­ton ein…

4A_266/2013: “Ce’Real” ist beschreibend für (u.a.) Schokoladenprodukte

…Lebens­mit­teln im mass­ge­blichen Gesamtein­druck vom Durch­schnittsver­brauch­er ohne Weit­eres als “cere­al” bzw. “céréale” im Sinne von “Cere­alien, Getrei­de, Korn, Müs­li” und damit als Inhalt­sangabe für die unter diesem Zeichen ange­bote­nen Lebens­mit­tel ver­standen. Die Gestal­tung des Schrift­bildes durch Grosss­chrei­bung einzel­ner Buch­staben ver­mag den Gesamtein­druck fern­er in der Regel nicht mass­ge­blich zu verän­dern. Auch ein zusät­zlich­er Apos­troph macht einen im Gemeingut ste­hen­den Begriff nicht ohne Weit­eres unterscheidungskräftig. …

Totalrevision des GUMG

…erkennbar ist (z.B. sportliche Ver­an­la­gung), dür­fen nur durch Gesund­heits­fach­per­so­n­en ver­an­lasst wer­den. Diese müssen sich­er­stellen, dass inter­essierte Per­so­n­en umfassend aufgek­lärt wer­den, und sie müssen die Ent­nahme der Probe überwachen. Lab­o­ra­to­rien, die solche Tests durch­führen, sind bewil­li­gungspflichtig. Alle anderen Tests ohne erkennbares Miss­brauchspo­ten­tial kön­nen Kundin­nen und Kun­den direkt ange­boten wer­den, auch übers Inter­net (z.B. Tests zum Geschmack­sempfind­en). Für urteil­sun­fähige Per­so­n­en (z.B. Kinder)…

9C_99/2008: Alkoholismus keine “Krankheit” (amtl. Publ.)

…sein müssen. Die Vor­sorgeein­rich­tung hätte  “den Krankheits­be­griff ohne weit­eres durch konkrete, für den Laien ver­ständliche Krankheits­bilder spez­i­fizieren (betr­e­f­fend Lum­ba­go vgl. BGE 101 II 339 E. 2b S. 343 f.) oder über­haupt nur nach solchen fra­gen kön­nen. Zudem stellte sie dem Auf­nah­me­be­wer­ber auf dem Frage­bo­gen nur für den Fall der Bejahung ein­er Krankheit zwei Leerzeilen für deren Beschrei­bung zur Ver­fü­gung. Für den…

8C_605/2014: Ferienreise in Pakistan als absolutes Wagnis gemäss UVG (amtl. Publ.)

…in der Ver­sicherung der Nicht­beruf­sun­fälle zur Leis­tungsver­weigerung oder Kürzun­gen führen kön­nen. Wag­nisse sind gemäss Art. 50 Abs. 2 UVV Hand­lun­gen, mit denen sich der Ver­sicherte ein­er beson­ders grossen Gefahr aus­set­zt, ohne die Vorkehren zu tre­f­fen oder tre­f­fen zu kön­nen, die das Risiko auf ein vernün­ftiges Mass beschränken (E. 2.1).  Als beson­ders schw­er­er Fall eines absoluten Wag­niss­es wur­den die Umstände qualifiziert,…

5A_382/2021: Aktivlegitimation für Kinderunterhaltsklage bei Unterstützung durch Sozialhilfe / Wegfall des Betreuungsunterhalts zufolge Heirat (amtl. Publ.)

…des Autors kann eine Unter­stützung durch den neuen Ehep­art­ner nur dann zum Weg­fall des Betreu­ung­sun­ter­halts führen, wenn konkrete Anhalt­spunk­te beste­hen, dass der obhuts­berechtigte Eltern­teil auch ohne Kind seinen Bedarf voll­ständig aus ehe­lichem Unter­halt bestre­it­en bzw. höch­stens zuar­beit­en würde. Dann und nur dann ist das Manko nicht betreu­ungs­be­d­ingt und fol­glich kein Betreu­ung­sun­ter­halt geschuldet. Davon ist in indes heutzu­tage nicht mehr ohne

4A_283/2013 : Wirksamkeit der Kündigung der Miete betr. Nebensache; Bedeutung von OR 253a I und der Parteiinteressen

…Die an dieser Recht­sprechung geübte Kri­tik […] berück­sichtigt nicht hin­re­ichend, dass der Mieter, ger­ade wenn sep­a­rate Verträge geschlossen wur­den, oft an der Benutzung der Haupt­sache auch ohne Über­las­sung der Neben­sache ein Inter­esse hat. Diesem dient es, wenn der Ver­mi­eter, der dem Mieter die Neben­sache nicht mehr zum Gebrauch über­lassen will, deswe­gen nicht das über die Haupt­sache beste­hende Mietver­hält­nis kündi­gen und…

4A_576/2010: Regress des Versicherers auch zukünftig nur bei Verschulden; Praxisänderung abgelehnt (amtl. Publ.)

…dass der Ver­sicher­er, der sich durch die Prämien für mögliche Schaden­fälle bezahlt macht, den Schaden in der Regel vor einem ohne sein Ver­schulden Haf­ten­den tra­gen soll. Auch wenn dieser klare geset­zge­berische Entscheid zu ein­er diskus­sion­swürdi­gen Kosten­verteilung für Schadensereignisse führen mag, ist es nicht ohne weit­eres Sache der Recht­sprechung, diesen zu ändern, auch wenn sei­ther einige Zeit ver­flossen ist. Dies umso…

4A_81/2016: Faustpfand zur Sicherung einer künftigen Forderung (amtl. Publ.)

…Faustp­fand­srecht sollte alle gegen­wär­ti­gen und zukün­fti­gen Forderun­gen der Bank im Zusam­men­hang mit dem Ver­tragsver­hält­nis sich­ern. Die Bank tätigte in der Folge in eigen­em Namen, aber auf Rech­nung der Bankkundin, zwei Investi­tio­nen in Anlage­fonds bei ein­er US-Gesellschaft, ohne dass die Bankkundin an dem Investi­tion­sentscheid beteiligt wor­den war. Nach­dem über die US-Gesellschaft der Konkurs eröffnet wor­den war, machte der Konkurs­beamte ver­schiedene Rückzahlungsansprüche…

5A_256/2016 — Hirschmann II: Persönlichkeitsverletzung durch Medienkampagne; Substantiierung bei Stufenklage; erneute Rückweisung ans HGer ZH (amtl. Publ.)

…des von ein­er Presseäusserung Betrof­fe­nen. Diese Erken­nt­nisse aus dem Jahre 1960 (JÄGGI, a.a.O., S. 244a) gel­ten erst recht im heuti­gen Zeital­ter der Dig­i­tal­isierung, in welchem die Medi­en per­so­n­en­be­zo­gene Infor­ma­tio­nen in beliebigem Umfang spe­ich­ern, verknüpfen und repro­duzieren kön­nen, so dass sich auch Infor­ma­tio­nen, die im Prinzip harm­los und ohne Weit­eres der Öffentlichkeitssphäre zuzurech­nen wären, zu schützenswerten Per­sön­lichkeit­spro­filen verdicht­en kön­nen (BGE 138…