4A_406/2014: Anspruch auf Kopien von Dokumenten, die an amerikanische Behörden übermittelt wurden (amtl. Publ.)

Zwei ehe­ma­lige Bankangestellte klagten gestützt auf das Daten­schutzge­setz und ver­langten Kopi­en von den Unter­la­gen her­aus, welche die Bank ohne ihr Wis­sen an amerikanis­che Behör­den über­mit­telt hat­te. Die Mitar­beit­er mussten annehmen, dass ihre Namen und andere Angaben auf diesen Doku­menten nicht geschwärzt wor­den waren (Urteil 4A_406/2014 vom 12. Jan­u­ar 2015). Die kan­tonalen Instanzen verpflichteten die Bank zur Her­aus­gabe der Kopi­en. Die blosse Einsichtnahme…

1C_549/2010: Anfechtung der Untätigkeit des kantonalen Gesetzgebers; Nichtweiterführung der Gleichstellungskommission Zug verfassungs- und völkerrechtskonform (amtl. Publ.)

…Anspruch auf rechtlich­es Gehör auch im Rechts­set­zungsver­fahren ergeben kann. Ein allfäl­liger Anspruch auf geset­zge­berisches Han­deln lässt sich daher nicht generell aus BV 29 ableit­en, aber u.U. konkret aus dem Geset­zge­bungsauf­trag selb­st. Dabei han­delt es sich aber um eine materiell-rechtliche Frage. Für das Ein­treten auf eine Beschw­erde in öffentlich-rechtlichen Angele­gen­heit­en lässt das BGer daher einen vertret­bar begrün­de­ten poten­ziellen Anspruch genü­gen. Ob…

2C_272/2011: An Einzelunternehmen des Alleinaktionärs bezahlte Provision weder ungültig noch geldwerte Leistung (“Ertragsverzicht”)

…eine schul­drechtliche Verbindung zusam­men kom­men und, sofern der Aktionär zudem als Ver­wal­tungsrat amtet, auch noch ein man­dat­sähn­lich­er Anknüp­fungspunkt. E. 4.2.1 Mit Blick auf mögliche Inter­essenkol­li­sio­nen lässt die bun­des­gerichtliche Prax­is gefahren­geneigte Ver­hal­tensweisen wie die Dop­pelvertre­tung, das Selb­stkon­trahieren oder Insichgeschäfte nur zurück­hal­tend zu. Als Regel ist gar von der Ungültigkeit des Rechts­geschäfts auszuge­hen, es sei denn, die Gefahr ein­er Benachteili­gung des Vertretenen…

4A_432/2007: Luxuswagen sind keine Gegenstände des üblichen Verbrauchs (amtl. Publ.)

Nach dem Kauf eines Mer­cedes CL600 für etwas mehr als CHF 190’000 klagte der Käufer gegen zwei Unternehmen, Daimer­Chrysler mit Sitz in Schlieren bzw. in Stuttgart, vor einem Gen­fer Gericht auf Schaden­er­satz und Garantieleis­tun­gen. Alle Instanzen vernein­ten die Zuständigkeit des angerufe­nen Gerichts. Für die zweite Beklagte hätte sich die Zuständigkeit allein auf LugÜ 13 ff. (Kon­sumenten­gerichts­stand) stützen lassen. Es fehlte…

4A_594/2018: Schwangerschaft muss während der Probezeit nicht offengelegt werden

Die Arbeit­ge­berin beschäftigte die Arbeit­nehmerin in ein­er ersten Phase von Juli bis Sep­tem­ber 2015 als “Sta­giaire” ohne schriftlichen Arbeitsver­trag gegen Barzahlung. Ab Okto­ber 2015 war die Arbeit­nehmerin gestützt auf einen unbe­fris­teten Arbeitsver­trag tätig. Dieser Arbeitsver­trag sah eine Probezeit von drei Monat­en vor. Ende Okto­ber 2015 informierte die Arbeit­nehmerin den Arbeit­ge­ber über ihre seit Juli 2015 beste­hende Schwanger­schaft. Die Arbeit­ge­berin kündigte…

5A_418/2007: SchKG 331 II nur für Verdachts‑, nicht für Anfechtungsfristen (amtl. Publ.)

Die Swis­sair Schweiz­erische Luftverkehr-Aktienge­sellschaft in Nach­lassliq­ui­da­tion hat­te eine am Tag der pro­vi­sorischen Nach­lassstun­dung erfol­gte Zahlung der Swis­sair an die Exxon­Mo­bil u.a. iange­focht­en. Das Ver­fahren wurde in der Folge auf die Frage beschränkt, ob die Klage inner­halb der Ver­wirkungs­frist von SchKG 331 iVm SchKG 292 erfol­gt war.  Das HGer bejahte die Frage; das BGer weist eine dage­gen gerichtete Beschw­erde ab. Im Ergebnis…

A‑6503/2010: BVGer zum Begriff “beneficial owner”

USA-CH 10). Von beson­derem Inter­esse ist dieses Urteil, weil sich das BVGer darin aus­führlich mit dem Begriff des “ben­e­fi­cial own­er” auseinan­der­set­zt. Da der Aus­druck “ben­e­fi­cial­ly owned” im Staatsver­trag USA-CH 10 zwar ver­wen­det, aber nicht definiert wird, greift das BVGer für die Begriffs­bes­tim­mung u.a. auf das DBA USA-CH 96 zurück, wo der Wort­laut eben­falls ver­wen­det wird. Allerd­ings sei bei der Auslegung…

4A_343/2014: Rückgabepflichten des Arbeitnehmers; Rechtsschutz in klaren Fällen (amtl. Publ.)

Der Arbeit­nehmer (Beschw­erdegeg­n­er) war als “Com­pli­ance Man­ag­er” für die A. SA (Arbeit­ge­berin, Beschw­erde­führerin) tätig, die aus­ländis­che Trusts, Stiftun­gen und Gesellschaften bezüglich Grün­dung, Finanzkon­trolle und Geschäfts­führung berät. Die A. SA kündigte das Arbeitsver­hält­nis ordentlich und stellte den Arbeit­nehmer per sofort frei. Sie forderte dabei den Arbeit­nehmer auf, sämtliche Unter­la­gen im Zusam­men­hang mit sein­er Arbeit zurück­zugeben, sich an die Treuepflicht zu halten…

Safe-Harbor-Entscheid des EuGH: Stellungnahmen der Art.-29-Arbeitsgruppe, des EDÖB und der Europäischen Kommission

Der Europäis­che Gericht­shof hat mit Urteil vom 6. Okto­ber 2015 (RS C‑362/14) u.a. entsch­ieden, dass die Safe-Har­bor-Grund­sätze (das “Frame­work”) kein angemessenes Schutzniveau für Per­so­n­en­dat­en gewährleis­ten, die aus einem EU-Staat in die USA über­mit­telt wer­den und dass deshalb die Entschei­dung 2000/520 der Europäis­chen Kom­mis­sion — die — ungültig ist. Der EuGH hat dabei im Wesentlichen wie fol­gt argu­men­tiert: Das für den…

4A_109/2016: Nachschieben von Kündigungsgründen bei fristloser Entlassung (amtl. Publ.)

B. war bei der A. AG als Chief Oper­at­ing Offi­cer (COO) angestellt. Nach rund 17 Monat­en kündigte B. den Arbeitsver­trag ordentlich. Einen Monat später kündigte die B. AG frist­los. B. hat­te in ein­er E‑Mail an eine wichtige Ver­tragspart­ner­in der A. AG in Brasilien einen Link auf einen Artikel geschickt, in dem es um den Vater des Präsi­den­ten des Ver­wal­tungsrates der…